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Siebenter Band.
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560 Der Socialismus in Deutschland.

politischen zu trennen, von einem eigentlichen Socialismus und Communisnius inDeutschland zu sprechen.

Dagegen aber blieb Eins übrig, als jener politische Sturm vorübergegangenwar. Die geistige Ruhe und Klarheit kehrte allmälig zurück, und unter den Trüm-mern der schönen Hoffnungen sing man an, nach den Ursachen zu suchen, welchejene Erwartungen in ihrer ersten Blüte getodtet hatten. Und. da gewahrte mandenn bald, daß es eben die Verschmelzung der socialen Frage mit der staatlichen sei,die der letztem die mächtigsten und zahlreichsten Gegner erzeugt hatte. Man singan einzusehen, daß die Furcht vor einer vollständigen socialen Umwälzung daS Ver-trauen auf die staatliche Neubildung vor allem abgekühlt und wankend gemacht, daßsie es sei, welche den Besitz von der Bewegung getrennt und diese dadurch abge-schwächt habe. Zu den allem kam die gewerbliche Noth, die stets nach einemKampfe tiefer gefühlt wird als während desselben; und Diejenigen, die am meistenvon der socialen Bewegung gefährdet gewesen, standen nicht an, auch für diese Nothjene Bewegung vor allem verantwortlich zu machen. Auf diese Weise ergab sich seildem Ende des Jahres 1850 im Großen und Ganzen eine steigende Abneigung ge-gen Alles, was Socialismus und Communismus hieß; selbst die arbeitende Classe,in beiweitem höhern Grade gebildet als in Frankreich, fing an zu begreifen, daßjene Bewegung, obwol in ihrem Namen unternommen, nicht einmal in ihrem näch-ste» Interesse sei. Sie ließ dieselbe fallen. Die Lehren der Socialisten und Com-munisten fanden kein Ohr mehr, ihre Literatur keine Leser. Das ganze Volk va"den höchsten Classen bis zu den niedrigsten war endlich von der Überzeugung durch-drungen, daß auf diesem Wege kein Heil sei. Es ist dieses Aufgeben der socialisti'scheu Tendenzen einer der merkwürdigsten Beweise für die höhere geistige Kraft dl§deutschen Volks; hier wenigstens war es stärker als sein Irrthum. Diese Epochehervorgerufen von der französischen Literatur und auf allen Punkten mehr oderniger' ein Reflex derselben, war zu Ende, und das deutsche Volk war nunmehr auchin dieser Beziehung auf sich und seine eigene individuelle Kraft zurückgeworfeh-Das ist in ihren Umrissen die Geschichte der französisch-socialistischen Bewegung >"Deutschland.

Allein war nun mit dieser Auffassung der großen Frage diese Frage selbstledigt? War nicht vielmehr der größte Irrthum der, daß man dieselbe eben Mverkehrte Weise angegriffen? War nicht dennoch eine Gesellschaftsordnung des deut'sehen Volks vorhanden? Hatte sie nicht vielmehr gerade in den großen Ereignisse''der letzten Jahre ihre ungeheure Macht bewiesen? Und wenn dem so war, koniwman denn dieses kaum entdeckte Gebiet des Organismus im menschlichen Leben oh>''ein anderes als jenes wesentlich negative Resultat verlassen?

Gewiß nicht. Und hier ist der Punkt, wo in der socialen Bewegung der eige""'lich deutsche Charakter auftritt.

Die Wissenschaft der Gesellschaft.

Wir können in dem Wenigen, was uns zum Schlüsse zu sagen bleibt, ^viel mehr thun, als auf die neue Gestalt der Gedanken und Forschungen hinweist'/welche seit dem Untergänge der französisch-socialistischen Bewegung in Deutsch'"^,,auf dem Gebiete der Gesellschaft aufgetreten ist. Denn wie es in der unmittelbarGegenwärtigkeit und in der Kürze der Zeit liegt, ist hier noch Alles vollko»"''unfertig, im ersten Werden begriffen. Aber dennoch hat schon jetzt diese bedtungrvolle Richtung einen Weg eingeschlagen, der zu großen, das ganze öffe"'Leben umfassenden Resultaten führen muß.

Ganz offenbar hatte nämlich die gesammte Betrachtung deS französisch^'. A,cialismuS nur zwei wesentliche Ergebnisse geliefert. DaS erste war die 2-^1daß sich die capitallose Arbeit neben den Besitz als selbständiges und sttbstth ^Element der menschlichen Gesellschaft hingestellt habe, in bestimmtem Gegc"w ^dem arbeitslosen und selbst zu dem unternehmenden Capital, Das zweite wa ?