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Die Pflanzen und Thiere der Vorwelt. 571
em den heutigen entsprechendes Verhältniß der größer» Pflanzengruppcn, und diegeographischen Grenzen der Verbreitung ziehen sich eng zusammen, die Einförmigkeitüber größere Länderstrccken ist verschwunden, und überall erkennt man eigenthümliche^vcalfloren. Aber es stimmen diese nur wenig mit denen übercin, welche der Boden"ber ihrer Lagerstätte gegenwärtig trägt, und hierin liegt der einzige Unterschied dertertiären Flora überhaupt von unserer heutigen. Man scheidet die letzte geologischePeriode allgemein in die eocene, miocene, pliocene und diluviale Epoche; aber nir-gends läßt sich eine scharfe Grenze ziehen, und wir wollen daher nur nach der Alters»wlge einige der bestbekannten Tertiärstoren nach zhren auffallendsten Eigenthümlich-'titen näher bezeichnen, um daraus den Charakter der ganzen Periode kennen zu lernen.
o) Flora der tertiären Formationen.
Die große norddeutsche Braunkohlenablagerung und der ihr zugehörige Bern-ssein birgt die Reste einer der ältesten Tertiärstoren. Hartig untersuchte eine großeAnzahl Hölzer auS den südlichsten Theilen derselben, besonders aus dem magdebur-Lffchei, und den angrenzenden Kohlenlagern, und schildert diese Flora als eine außer»^deutlich einförmige, indem er mit Ausschluß einer Palme und einer Euphorbiacce"r Nadelhölzer meist aus der Familie der Cypressen erkannte. Wol mögen Nadel-^lzwaldungen hauptsächlich das Materiat zu unsern Braunkohlcnlagern geliefert^ben, und die große Menge von Bernstein, welche alljährlich an den Küsten derAllste gewonnen wird, spricht gleichfalls dafür: denn nach Göppert's zuverlässigenUntersuchungen ist derselbe das Harz eines Zapfenträgers, der den Namen ?initsserhalten hat; allein in den die Kohlcnflötze begleitenden Thon- und Sand-" ss"den sich zahlreiche Blätter von Laubhölzern zerstreut, welche die gleich,aue^ Listen; von Buchen, Erlen, Nüstern, Ahornen und andern Waldbäumenn , Zweifel sxhxn. Im Bernstein erkannte der aufmerksame Göppert die Nesteon 04 Arten aus 24 Gattungen und 19 Familien. Davon sind 42, also vierMnstel der Gcsammtzahl, Dicotylen, und die Mehrzahl aller entspricht den noch heut-zutage unserer Flora eigenthümlichen Formen. Indessen deutet doch die große
eypressenartiger Hölzer und das Vorkommen einer Palme, zu der noch eine»u/s", uumlich der Wedel einer Flabellaria von Stcdtcn im höllischen Bezirke, hin-s gefugt werden muß, auf ein etwas milderes Klima, als es gegenwärtig in unsernegendcn herrscht. Hiermit stimmen auch die Resultate übercin, welche Brongniartaus der Vergleichung der ebenfalls cocenen, aber gewiß schon etwas jüngern Florenvon der Insel Sheppy, aus dem pariser Becken, vom Monte Bolca bei Verona undeinigen andern Localitä'ten zieht und als charakteristische Eigenthümlichkeiten der eoce»Nen Flora überhaupt bezeichnet, nämlich die große Anzahl Coniferen meist noch gegen-wartiger Gattungen mit vorherrschenden Cypressen, das Dasein mehrer Palmen undd>e große Menge von Algen und Meernajade». Letztere weise», wo sie vorkom-
wen, §uf eine Bildung der Kohlenlager unter der Thätigkeit des Meeres, wofür dieorddeutschen Braunkohlenbecken noch keine Belege geliefert haben. Soeben hat Ungerettcke^ Monographie über die eocene Flora von Sotzka im südlichen Steicrmarkandere" alei^>,^uoch einige Bemerkungen entlehnen wollen, da über keineaellell» Flora so gründliche und umfassende Untersuchungen bis jetzt an-
sckiedene. Bei Sotzka wurden 121 Arten aus 6 « Gattungen 12 ver-
«°n Murtb7 7 Viele der letztern, wie Palmen, Laurinen, Sterculia-
sche« Casalpm.en, Mimosen und andere, weisen entschieden auf ein tropi-
Plara«,E'^^"' sprechen die Arten aus den Familien der Cupuliferen, Ulmacern,Andere Acermcen, Pomacee» und andere für ein gemäßigtes Klima,
zugleich umfangreichern Grenzen i» der warmen und gemäßigten Zone
«ine ^ .Schluß gerechtfertigt erscheint, daß die Flora von Sotzka
s° wird einer mittlern Jahrestemperatur von 18 — 22" k. gewesen,
häufig selb» der großen Anzahl von Pflanzen mit schmalen, lederartigen,
I steifen Blattern, so der Arten von Dalbergia, Celastrus, Sterculia, Myr»