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Siebenter Band.
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570 Die Pflanzen nnd Thiere der Vorwelt.

dacht. Die Familie der Neuropteriden zählt 21 Arten, von denen die Mehrzahl zuCyclopteris gehört. Die Sphevopteridcn erscheinen ebenso zahlreich, aber nur im Juraund Wealden, vorzüglich mit Arten der typischen Gattung Sphenopteris; die Ps-copteriden in mehr als doppelter Zahl, vorzüglich eigentlichen Pccoptcrisartcn. DieSpuren von Gräsern verdienen kaum eine Beachtung, ebenso, die auf Liliaceen, wieBucklandia, Najadeen, wie Zosterites, und Typhaccen, wie Äthophyllum, gedeutetenReste. Von ganz besonderer Wichtigkeit sind dagegen die Cycadeen, deren manim Lias allein 48 Arten zählt. Das schon erwähnte Pterophyllum liefert den drittenTheil derselben; demnächst sind eS Nilssonien, Zamien und Cycaditen, meist Blätter,zum Theil den entsprechenden der heutigen Flora sehr ähnlich. Einige Früchte wur-den als Carpolithen davon geschieden. Im Jura treten die Nilssonien und Cycadi-ten zurück, und die Zamien und Pterophyllen steigern allein ihre Mannichfaltigkeitauf 31 Arte». Im Wealden ist nun zwar die Gesammtzahl der Arten minder be-trächtlich, dennoch aber erscheint die Familie auch in dieser Flora formcnreicher alsjede andere. Endlich erwähnen wir noch das Vorkommen einzelner cypressenartigerReste und von etwa 20 Abictincn, besonders Pinites, Peuce und Araucaria. DieFlora des ganzen Juragebirgs besteht also aus etwa 130 kryptogamischen Gefäßpflanze»und aus 160 Phanerogamen, von welchen lehtern eben die Cycadeen die Hauptmastebilden. Schon im Lias hat sich das Verhältniß im Vergleich mit der Keuperflora i»dieser Weise gestaltet und von dem der ältesten Flora so auffallend weit entfernt.Vrongniarl's Bezeichnung dieser zweiten Periode als das Reich der Gymnospermendarf nach dem Mitgetheilten als vollkommen gerechtfertigt aufgenommen werden. Wirhaben indessen noch die dritte Epoche, die Flora des Kreidegcbirgs, zu berücksichtigen-Sie wurde schon oben als Übergangsflora zur tertiären erwähnt, und 'charakterisiertsich als solche durch das Zurücktreten der Cycadeen und das Erscheinen von wirk-lichen Laubhölzern. Aber viele charakteristische Gattungen des Juragebirgs verschwin-den erst hier, und dadurch ist die Vereinigung mit der jurassischen Flor gerechtscrtigl-Von den einfachen Zelleupflanzen begegnen uns in der Kreideflora nur Algen: dar-unter Caulcrpites und Chondrites niit je acht und Münster!« mit fünf Arten, letzterebeide aus der Familie der Florideen, erstere zu den Conferven gehörig. Von de»Farren ist die Familie der Sphenopteridcn nur noch durch einen einzigen Hymen»-phylliten vertreten, dessen'Blattwedel der unermüdliche Unger bei St.-Wolfgang i»Oberöstreich entdeckte. Einige Pecopterisarten wurden in Böhmen nachgewiesen. S<>auffallend also ist die Farrenpracht früherer Schöpfungsepochen bereits am Ende d"secundären Periode gesunken! Die Cycadeen erscheinen mit fünf Arte», darunterdas charakteristische Pterophyllum. Die schönen Palmwcdel der Flabellaria, die wirzuerst im Kohlengebirge bei Wettin sahen, finden sich hier wieder, und,zwar eine Ästim Quadersandstein Schlesiens, eine zweite bei Muthmannsdorf in Östreich. D>rCypressenreste verschwinden gegen die Abietinen, deren man 13 Arten als PinitesPeuce, Araucaria und Cunninghamia unterscheidet. Zahlreiche einzelne Blätter, bett"systematische Bestimmung noch nicht möglich war, bezeichnen die Existenz mannich'faltiger Laubhölzer. Höchst eigenthümlich sind darunter die Crednerien aus dem O""'dersandstein, die wegen ihrer Ncrvenvcrtheilung noch nicht gedeutet werden konnte"'Hampe, der rühmlich bekannte Kryptogamiker, fand neuerdings bei Blankenburg ei"*länglich runde Frucht mit drei Streifen,, und ist geneigt, die Crednerien zu den 4^'lygoneen neben Coccvloba zu stellen. Überdies sind echte Weidenblätter im Kreidesebirge gar nicht selten, auch Ahorne und Juglandeen wurden nachgewiesen.

Durch die Flora dcS Jura- und Kreidegcbirgs werden die höchst eigenthümlich^Formen der ältern mit der tertiären und heutigen Pflanzenwelt vermittelt. Die rgÜselhasten Familien und Gattungen verschwinden mehr und mehr, den gegenwärtigähnliche und selbst gleiche treten an ihre Stelle, das Massenvcrhältniß der Kryp'^gamen und Phanerogamen gleicht sich allmälig aus, und die letzter« überwiegen u»diesen wieder die hoher organisirten Typen, je näher das Ende der Urwelt dem Afange der gegenwärtigen Ordnung der Dinge rückt. In den tertiären Floren herrsH