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Die Statistik.
Untersuchung verständen, welche Aufklärung über die politischen Kräfte eines Landesoder über seine Staatsangelegenheiten geben solle, während er selbst Aufklärung überdie Summe des unter seinen Einwohnern verbreiteten Lebensgenusses und über dieMittel zu der künftige» Erhöhung derselben zu erhalten strebe." „Der Baronet",erwiderte ihm Schlözer, „muß nie ein deutsches Handbuch der Statistik gesehen ha-ben, sonst würde er nicht sagen können, daß wir das Object dieser Wissenschaft aufpolitische Macht einschränken, denn selbst Diejenigen unserer Schriftsteller, die dasWort «politisch» mit in ihre Definition nehmen, handeln doch auch ganz andere Ma-terien als eigentliche «mattsrs ol stoto» ab." Bei der großen Autorität, welcheSchlözer unter den deutschen Statistikern besaß, mußte diese bestimmte Erklärung:daß man sich in der Statistik nicht auf die rein „politischen" Materien zu beschrän-ken habe, von großen Folgen sein, und in der That sehen wir immer mehr demKreise der Gegenstände, welche man als sociale oder gesellschaftliche Thatsachen undErscheinungen den rein politischen gegenüberzustellen pflegte, die Aufmerksamkeit auchder deutschen Statistiker zugewendet. Schon Nicmann verlangte („Abriß der Sta-tistik und Staatenkunde", Altona 1807) „das wohlgetroffene Bild von der Gewaltund Ordnung im Staate und dem bürgerlichen Leben und Thun in demselben". Dochhielt man in Deutschland bis auf die neueste Zeit hin einen gewissen Zusammenhangdes von der Statistik zu bearbeitenden Stoffs mit dem staatlichen und politischen Or-ganismus aufrecht, wenn auch die Unterscheidung der „politischen" und der „socialen"Facta großentheils ihre Bedeutung durch die Erkenntniß des Zusammenhangs verlorenhat, in welchem sich das staatliche und das gesellschaftliche Leben verschlungen zeigt.Im Auslande dagegen, insbesondere in England und Frankreich, legte man auf jeneUnterscheidung zu Gunsten der „socialen Facta" fortwährend ein gewisse- Gewicht.Zum Theil schloß man Alles, was sich auf das rein Staatliche beziehe, gerade des-halb aus der Statistik aus, zum Theil verstand man, wenn man sich die Darstellungder Staatekräfte zur Aufgabe stellte, hauptsächlich darunter die Fundamente, welchedas politische Gemeinwesen und seine Formen in dem gesellschaftlichen Leben habe.Auf diese Unterscheidung rverden wir noch zurückkommen müssen; doch wollen wirschon hier erwähnen: Peuchet, „Stslistiqus ölömentair« " (Paris 1805; „1>s sla-tigtic^ue est Is soienoe clss koroos rssllos et ües moz'eus cls puissguoe ci ur> statpoUtique"), und Donnant, „Iköoris ölömsnlsirs ils la statistiqus" (Paris 1806;„I-s scisnes, qui traite äs loroes pk^sistues morales et politistuss st'un pa^sgueleonque"). Im Allgemeinen aber trat mit der Zeit immer »«verhüllter dasResultat hervor, daß man überhaupt keine überall gültigen Kriterien besaß, vermögewelcher man für die allgemein gepflegte Disciplin ein eigenthümliches Gebiet andernWissenschaften gegenüber hätte gewinnen können. Die Statistik behandelte Gegen-stände, die auch in der Geographie, in der Geschichte, in der Rechtskunde, in derPolitik u. s. w. behandelt wurden; sie behandelte dieselben nicht in einer Weise,welche ihr allein specifisch eigenthümlich gewesen wäre; gleichwol wollte man nichtzugeben, daß sie ein bloßes Conglomerat gebe, durch dessen Vorführung etwa diepraktische Routine angehender Staatsbeamten vorbereitet werden sollte. DaS Fest'halten an der Beziehung zur Staatsverfassung und den politischen Institutionen u. s. w-,wie das Hangen an den entgegengestellten socialen oder gesellschaftlichen Facten, wardentweder aufgegeben, oder verlor fast alle Bedeutung, nachdem man sich der Er-kenntniß gar nicht mehr verschließen konnte, daß das wirkliche Leben nur eine conti-nuirliche Verschlungenhcit beider zeige. Nachdem aber diese Grenzlinie beseitigt war/schien es, als ob für den Umfang des Stoffs selbst gar keine Abscheidungsmerkmalegefunden werden könnten. Alles was als merkwürdig und wiffenSwerth sich dar-stellte, schien zugelassen werden zu müssen, und man machte sich dessen gar kein Hsh''Schon Fischer sehte im Jahre 1825 es voraus, daß „Jedermann weiß, wie dieseWissenschaft als eine Universalencyklopädie des Staatslebcns und der Staatsverwal-tung eine der schwierigsten ist, zu der eine ungeheure Menge von Hülfskcnntnisse^erfoderlich sind", und seine aufgestellten Jnhaltsrubriken entsprechen auch diesen Fade-