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Siebenter Band.
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662 Die Statistik.

führt, die immer i» derselben Weise ihre Kraft bewiesen, immer in derselben Weiseaus die Hcrvorbri»g»»g von Erscheinungen einwirken muß, d. h. eben nichts Ande-res als ein Geseh der Erscheinung. Wer deshalb nicht überhaupt in der Erschei-nung der geschichtlichen Thatsache» das Spiel des Zufalls und der Willkür annimmt,der muß in jedem bewiesenen Causalitätsverha'ltnisse, also i» der richtigen Darstellungderselben die Äußerung eines Gesetzes der Erscheinung anerkennen. Es wird dannnur darauf ankommen, durch Abstraktion aus der Analogie das wirkliche Gesetz zugewinnen und aufzustellen. Ja, jedes bewiesene Causalitätsverhältniß ist entwederdie richtige Darstellung eines Gesetzes der Erscheinung, oder eine nur unrichtige, derSpecialisirung zu entziehende Formel des Gesetzes."

A» dieser Stelle wollen wir denn auch von allen denjenigen Veröffentlichungenund Schriften Abschied nehmen, welche wenigstens seit der zweite» Halste des vorigenJahrhunderts unter dem Namen der Statistik nach Art geschichtlicher und geogra-phischer Darstellungen Weltbeschreibungen liefern, den Nationalgeist schildern, Ge-mälde und Bilder von dem Genie der Staatsmänner geben u. s w., und wir wer-den im weitern Verlaufe unserer Mittheilungen unter den Worten „Statistik", „sta-tistisch", nur die mit dem vorher erwähnten Brauche des Lebens in unserer Zeitübereinstimmenden Begriffe verstehen.

Praktische Statistik in frühern Zeiten.

Wenn wir von dem ungeheuren Reichthum an statistische» Notizen, Angabenund Zusammenstellungen, welcher in der neuesten Zeit durch die eifrigste und auf-merksamste Thätigkeit so vieler Menschen theils schon gewonnen ist, theils sicktbarlichzu einer wie unübersehbaren Größe noch tagtäglich vermehrt wird, einen Blick indie fühcrn Jahrhunderte werfen, so fällt uns allerdings sehr stark die Dürftigkeit dergeschichtliche» Überlieferung an statistischen Angaben und Forschungen auf. Freilichist die Ode nicht so groß, als Manche glaube» machen wollen; aber wir vermissenAlles, wonach wir vergeblich ausschauen, um so schmerzlicher, da uns nur durchgenaue statistische Angaben ein ganz fester Anhaltepunkt zu Vcrgleichungcn vielerVerhältnisse in frühern und spätern Zeiten gegeben werden kann. Auf das Verein-zelte und Verstreute können wir hier keinen Blick werfen. Indessen wollen wirwenigstens einzelne Resultate der praktischen Statistik von großer». Belange und Umfangeum so lieber nicht unerwähnt lassen, als sie uns den Beweis liefern können, daßsich zu allen Zeiten und auch schon auf den untern Stufen der geschichtlichen Aus-bildung des Staatslebens das Bedürfniß statistischer Arbeiten geltend gemacht habe.

So sind lange Zeit vor der christlichen Zeitrechnung in den alten Staaten desOrients statistische Arbeiten von großer Schwierigkeit und Bedeutung unternommenworden. In China, dessen statistische Arbeiten auch in der neuesten Zeit die Auf-merksamkeit der Europäer auf sich gezogen haben (Pauthier, „llooumentg statisliquosvt oüicielg äs lompwe «lo I» Paris 18ä1), wurde schon im Anfange des

3. Jahrhunderts vor Christo eine ofsicielle Statistik des Landes unternommen, undauf ihr Ergebniß hin eine Eintheilung der Provinzen des Reichs nach der Vollkommenheit des Feldbaus, der Güte der Productc und der Höhe der Besteuerung an-geordnet („1-6 titroulciiig, ouvrage reeuoilli p.ir Louluoiu.-;, lracluit par 6,'»i>»>, rev»«t ovrrigö pur >Ie üuigner", Paris 1770). Daß die Juden schon in den älteste»Zeiten und wiederholt Volkszählungen anstellten, bezeugt das Alte Testament (M»'ses, 4. Buch; Samuel, 2. Buch u. s. w.). Bei den Persern war nach Herodotwenigstens unter Darius die Vcrtheilung der Abgaben im ionische» Asien auf eineVermessung des Landes gegründet, und unter Lerxcs eine Statistik des Heeres vor-handen. Statistische Arbeiten der Ägypter bezeugt Taeitus. An dieser Stelle läßtsich auch die Bemerkung nicht unterdrücken, daß wir gar nicht abzuschätzen vermöge»,in wie frühe Zeit hinauf die Thätigkeit für eine ofsicielle Statistik bei den halbciviü-sirten Staaten in der Neuen Welt reicht. Nach der Entdeckung derselben durch dieEuropäer fanden sich wenigstens, nach den Zeugnissen des Herrera, Cortez und Gar-