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Baicrn unter den Ubergaiigsministerien von 1847—49.
tätsbeamte», keine polizeiliche Maßregel trat dem Treiben entgegen, während derblaue Montag das immer höhere Anschwellen der teilnehmenden Massen begünstigte.Natürlich ging darin auch die letzte Spur einer Art von Ordnung unter, welcheVormittags die Studenten noch bewahrt hatten. Ohne eigentliches Ziel dauertendiese Bewegungen fort und ballten sich Nachmittags wieder in der Theresienstraßevor dem Hause der Lola Montez zusammen, um hier dem allgemeinen Unwillen durchZischen, Grunzen, Pereat, Toben und Lärmen Ausdruck zu geben. Natürlich wuchsder Zorn, als die Tänzerin mit einigen ihrer Genossen nach beendeter Mittagstafelvom Fenster aus höhnend antwortete. Jetzt erst wagte die Gendarmerie einzuschrei-ten. Aber erfolglos. Erst größern Infanterie- und Cavaleriemassen gelang dieSäuberung und Absperrung der Theresienstraße.
Wahrscheinlich wäre trotzdem dieser Tumult minder folgereich geworden, wennnicht ein vollkommen unerwartetes und unerklärliches Ereigniß mitten in denselbengefallen wäre. Nachdem die Theresienstraße schon großentheils geräumt war, erschienplötzlich, allein und zu Fuß von der Residenz kommend, der König Ludwig aufden, Schauplatze. Mitten in dem zusammengewirrten Volkshaufen bildete sich au-genblicklich eine Gasse; die Zeichen der Ehrfurcht fehlten nicht, und der Königschritt grüßend hindurch in Lola's Haus. Hier verweilte derselbe wol eine Stundelang. Aber freilich war die in gleicher Weise bei einbrechender Nacht versuchteRückkehr nicht von gleichen! Erfolg begleitet. Hatte die Aufregung sich bisher ausdie Theresienstraße und auf die Tänzerin concentrirt, so war sie durch diese Hand-lung auch auf den König dircct übergeleitet worden, und trieb die tobenden Massenhinter seinen Schritten her. Persönliche Schimpfreden flogen aus den Volksmassenhervor, die Laternen wurden auf dem Wege durch die Ludwigsstraße eingeschlagen,die Fenster verhaßter Personen aus dem Beamtenstande im Vorübergehen, unterden Augen des Königs zerschmettert; selbst gegen die Residenz prasselte ein Stein-igen, nachdem der König in seinen Gemächern angelangt war. Trotzdem konntenachher mit verhältnißmäßig leichter Mühe die Ruhe hergestellt werden.
Die Demonstrationen des Tags hatten mit einen, Vivat für Lassaulx begonnenund mit Demonstrationen gegen die Person des Königs geendet. Äußerungen vonletzterer Seite gaben dagegen den höfischen Stimmen die Parole, mit Übergehung derut der Theresienstraße gegebenen Gründe für das Ende des Tags, die ultramontanePartei als persönliche Anstiftern, aller einzelnen Vorkommnisse hinzustellen. Dessenaber ward gar nicht gedacht, daß keine einzige Autorität den Vormittagsdemonstra-tionen der Studenten, spät erst und ungenügend dem Nachwittagstumulte entgegen-getreten war. Man hatte indessen einige Studenten arretirt und Untersuchungeneingeleitet. Ehe "noch irgend etwas erörtert war, mußten bereits officiöse Stimmendie Studircnden der Theologie als Haupträdelsführer bezeichnen. Mit diesen Nach-richten vereinte sich am 2. März das Gerücht, die verhafteten Studenten würdenunmenschlich behandelt, um Geständnisse zu erpresse», und neue massenhafte Verhaf-tungen sollten nachträglich vorgenommen werden. Anschläge an der Universität fö-nten die Commilitonen sofort zu einer Versammlung im benachbarten Dorfe Thal-kirchen auf. Der königliche UniversitätScon,missar von Braunmühl konnte die Aus-führung dieses Actes nicht hindern. Dagegen gelang es einigen hinzueilenden Pro-fessoren, die Gemüther durch die Versicherung zu beruhigen, daß die verhaftetenStudenten gut verpflegt, daß keine neuen Verhaftungen erfolgen würden. Sie er-langten selbst von den Versammelten das Versprechen, daß sie sich an keiner fernernDemonstration bethciligen würden, nachdem sie ihnen begreiflich gemacht hatten, wiesie von der ultramontanen Partei nur als später preiszugebende Instrumente benutztwerden sollten. Sogar die „Münchener politische Zeitung" mußte eingestehen, daßbei den lärmenden Haufen, die sich am Abende des 2. März wieder versammelten,keine Studenten bemerkt worden seien. Auch machte die theologische Facultät bereitsam 5. März bekannt: „Sie finde sich veranlaßt, in Gemäßheit der von, akademischen«enat erhobenen Sachlage zu erklären, daß, wie überhaupt nicht Fachstudenten, so