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Die Südslawen.
alle jünger« und liberalem Elemente deS Landes reihten, und der auch unter denSerben in Ostreich eine zahlreiche Anhängerschaft zählte. Zudem war nicht nurMilosch Obrenowitsch Plötzlich in Agrain, sondern auch Michael in Neusatz erschienen.Zwar hatte Keiner von Beiden offen etwas unternommen, was auf die Wiederer-langung der Macht in Serbien hätte abzielen können. Doch bürgte nichts dafür,daß nicht die Anhänger einer umfassendem Einigung deS Südslawenthums einenvon Beiden, am wahrscheinlichsten den Sohn, an die Spitze einer neuen Bewegungheben würden, die sich die Verwirklichung dieser Idee zum festen Ziele setzte. Zudieser dem Fürstcnthum Serbien drohenden Gefahr kam nun noch von der einenSeile das immer dringender werdende Ansuchen des Odbor um thätige Hülfclei-stung im begonnenen Kampfe, und von der andern Seite die ebenso energischenVerwarnungen der Pforte und Frankreichs gegen jede, die strengste Neutralitätüberschreitende Maßnahme. Unter solchen Umständen berief Fürst Alexander eineSkupschtina auf den 30. Juni (II. Juli) nach Kragujewatz. Hier wußte er denBeschluß durchzusetzen, daß man, um die Verwarnungen der genannten Mächte zuberücksichtigen, öffentlich zwar erklärte, wie die Regierung des Fürstenthums Ser-bien nicht in der Lage sei, dem Odbor die gewünschte Unterstützung zukommen zulassen, unter der Hand aber den Agenten des Odbor mittheilte, daß man bewaff-nete Zuzüge aus Serbien zwar nicht anordnen könne, solchen jedoch, falls sie frei-willig stattfinden würden, nicht hinderlich entgegentreten werde. Um jedoch einerdem Fürstcnthum gefährlichen Wendung der Dinge in Östreich vorzubeugen, wurdeKnitschanin, nachdem er der Würde eines SenatorS zeitig entsagt, über die Donaugesandt und mit dem Oberbefehle über die hinübergegangenen Freiwilligen betraut.Vom Odbor zum Obersten der Nationalgarde ernannt, bezog er die Lager im Banaleund vereinigte sich hier mit Bobalitsch, um sofort im Interesse der serbischen Erhe-bung zu fechten, indem er gleichzeitig das Interesse seiner Regierung wahrte.
Der östreichische Hof, der Banus und der Patriarch.
Eine solche Entwickelung der Dinge war in Innsbruck nicht vorausgesehen wor-den, als man der Deputation die bereits erwähnte Antwort gab. Auch hatte manÜch damals die Politik noch nicht klar vorgezeichnet, die man Ungarn gegenüber be-obachten wollte, als es jetzt, wo man die Unmöglichkeit eingesehen, die den Abgeord-neten des ungarischen Landtags im März gemachte Concession einer von der östrei-chischen völlig abgesonderten Verwaltung mit allen jenen Konsequenzen einzuhalten,welche daS ungarische Ministerium aus derselben zog. Die Vermittelung, mit wel-cher der Kaiser den Erzherzog Ferdinand betraut hatte, war nicht zu Stande ge-bracht worden, und der östreichische Hof glaubte den Zeitpunkt gekommen, sichder südslawischen Bewegung, die er noch vor kurzem ziemlich entschieden desavouirt,als eines Verbündeten gegen die neuen ungarischen Staatsprincipien zu nähern.Das einzige Mittel, die Häupter und mit ihnen das ganze Südslawenthum zu ge-winnen, war die Anerkennung der Gerechtigkeit ihrer Federungen, und die Verhei-ßung, dieselbew, sobald der nunmehr gemeinsame Gegner bezwungen sein würde, zuerfüllen. Der östreichische Hof sprach demnach diese Anerkennung aus und leistetediese Verheißung. Ob der Banus von Kroatien zur Zeit, als der Patriarch inInnsbruck erschien, in diese. Plane des östreichischen Hofs eingeweiht war? Eswurde vielfach behauptet, und die Schonung, mit der er während seiner Suspen-sion behandelt, sowie die ehrenvolle Weise, mit der er kurz darauf mit den einfluß-reichsten Würden und ausgedehntesten Vollmachten bekleidet ward, lassen es wenig-stens vermuthen.
Weniger war dies wol beim Patriarchen der Fall. Es ist mehr als wahrschein-lich, daß dieser erst während seiner persönlichen Berührung mit dem Banus in Agramsowie nach der innsbruckcr Audienz bestimmt wurde, die serbische Erhebung in der-selben Art in das Geleise der östreichischen Interessen zu leiten, wie es der BanuSDie Gegenwart, vm. 2