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Achter Band.
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18 Die Südflaweri.

bereits in Kroatien gethan. Nicht mit der Waffe in der Hand muffe die südsla-wische Nation von ihrem Herrn das Zugeständniß jener Rechte und Freiheiten er-zwingen wollen, die dieser ohnehin anerkenne und zu gewähren bereit sei, sonderndie Waffe vielmehr gegen ihren und ihres Herrn gemeinsamen Feind ins Feld tra-gen, und ihn in den Stand setzen, nach glücklicher Besiegung dieses letzter» seineVerheißungen und Zusicherungen in Erfüllung zu bringen. Es sei besser, dieslawische Nation verdiene ihre nationale Geltung durch Loyalität, als ertrotze siedurch Rebellion. Alle nationalen Freiheiten, die Ungarn noch vor kurzem anzuer-kennen sich geweigert, seien vom östreichischen Hofe bereits anerkannt, und den östrei-chischen Slawen neben dem unverkürzten Bestände freisinniger constitutioneller Ein-richtungen auch noch jene Geltung im Staate zugesichert, die ihnen ihrer Zahl undKraft nach gebühre. Mit dieser, seinem Temperament und seinem politischen Stand-punkte mehr als das revolutionäre Programm des Odbor zusagenden Auffassungder Dinge langte nun der Patriarch in Karlowitz an, und es überraschte ihn sosehr, seine Ermahnung, bis zu seiner Rückkehr nichts zu verfügen, so wenig beach-tet, nicht nur eine Provisorische Regierung bereits im vollen Betriebe der Geschäfteund in Verbindungen mit den Nachbarländern, sondern auch ein schlagfertiges Heerim vollen Kampfe auf den Ebenen der Batschka und des Banats zu finden, daß erseine Unzufriedenheit mit dieser sehr ernsten Sachlage nicht zu verheimlichen ver-mochte. Es konnte dies nicht unbemerkt bleiben, und es fehlte nicht an Personen,die den Grund dieser Unzufriedenheit in einer Sinnesänderung suchten, und den Pa-triarchen deshalb von der Spitze der Bewegung entfernt wissen wollten. Der Patri-arch, als er dies merkte, war jedoch entschlossen, Alles daran zu setzen, um seinen Ein-fluß zu bewahren. Nichts in der That konnte ihm diesen auch besser sichern, als eineRundreise durch die serbischen Lager, in welchen er die Kämpfer aneiferte, für dieSache ihrer Nation und im Kampfe gegen den Gegner derselben den heldenhaftenBeispielen ihrer glorreichen Vorfahren nicht nachzustehen. In dankbarer Anerkennungdieser Bethätigung seiner unveränderten Gesinnung übertrug ihm der Odbor dieWürde eines Upravitelj naroda, Verwesers der Nation. Von Stunde an war derGang der Bewegung, und somit auch das Ziel, das sie zu erreichen hatte, in seineHand gelegt. Stratimirowitsch vor allen Ändern wurde aller und jeder Verwal-tungsgeschäfte enthoben und lediglich auf den Oberbefehl über die Truppen beschränkt.Der Banus, auf seiner Rundreise durch Slawonien und Syrmien, sprach nichtnur zu wiederholten malen die Versicherung aus, die östreichische Regierung werde,wenn das. serbische Volk sowie das kroatische sich ihr anschließe, nicht unterlassen, derGeltung des Slawenthums in Östreich alle verlangten Garantien zu bieten, da jadas Interesse Östreichs und des Hofs eines und dasselbe sei, sondern bethätigteauch diese Äußerung dadurch, daß er den Serben alsogleich Waffen und Muni-tion, desgleichen auch Offiziere zur Verfügung stellte. Was der auf diese Weiseverbreiteten Ansicht der Dinge in den Augen des Volks noch mehr Unzweifelhaftig-keit gab, war die freundschaftliche Beziehung, in welche nun mit einem male derOberstlieutenant Mayerhofer, östreichischer Consul in Belgrad, zu dem Odbor trat,und die diplomatische sowol als materielle Unterstützung, die er diesem zuzuwendenanfing. Gelang es nun, die Festungen des Südens ebenso in die Gewalt zu be-kommen, wie man sich der öffentlichen Meinung und der bewaffneten Kräfte iuKroatien, Slawonien, Syrmien u. s. w. versichert hatte, so war das InteresseÖstreichs von dieser Seite gewahrt. In der That auch lud der Banus den Com-mandanten von Peterwardein zu einer Unterredung in dieser Beziehung ein. GeneralHrabowski erschien zwar an dem festgesetzten Orte bei der Kapelle zu Maria Schnee,auf dem halben Wege zwischen Karlowitz und Peterwardein. Doch hatte die Zu-sammenkunft keinen andern Erfolg, als daß sich die beiden Generale wechselseitig aufdie allerhöchsten Handschreiben beriefen, durch welche Jeder sich berechtigt fühlte sozu handeln, wie er eben handelte.