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Achter Band.
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Die Südslawen.

als solchen angesehen und von den Angelegenheiten der Bewegung ferngehalten wissen,zumal das von Wien aus erlassene Manifest vom 3. Oct.,-welches den ungarischenReichstag auflöste, und den Banus von Kroatien mit der obersten Gewalt bekleidete,sowie die bevorstehenden Kämpfe mit dem Vanus und mit Östreich die Aufmerk-samkeit und Kraft der ungarischen Regierung in vollem Maße in Anspruch neh-men mußten, sodaß augenscheinlich von Seiten der Serben der Krieg gegen dieUngarn erfolgreich fortgeführt werden konnte. Die Andern glaubten ein Auskunfts-nnttcl gefunden zu haben, indem sie den Patriarchen, der eigentlich blos zumkirchlichen Oberhaupte berufen sei, dem Wojwoden für so lange mit den aus-gedehntesten Vollmachten an die Seite gestellt sehen wollten, als die Bestätigungdes Letztern nicht erfolgt sein würde. Die auf den 9. (21.) Sept. zusammenberu-fene Volksversammlung entschied sich für das Letztere, und der Patriarch ergriff so-fort die Zügel der Verwaltung, während der Wojwode -sich darauf beschränkte, dieLager zu bereisen und die Truppen zur Treue gegen das angestammte Herrscherhauswie zur Ausdauer in der Bekämpfung der Feinde desselben zu ermuntern. Dienächsten Folgen dieser Übertragung der Gewalt an den Patriarchen, der sich nun-mehr Privremeni naroda vojvodovine srbske upravitelj, d. i. Provisorischer Regentder Nation der serbischen Wojwodschaft nannte, waren zunächst die Entfernung dermit seiner Politik nicht völlig einverstandenen Persönlichkeiten und deren Ersetzungdurch andere, seinem Verhältnisse zum östreichischen Hofe „geneigtere, dann die Ein-setzung einer Administration für die Angelegenheiten des Äußern, des Innern, derFinanzen, der Justiz, Kirche u. s. w., und die Entfernung Stratimirowiksch's vomKriegsschauplätze, indem ihn der Patriarch mit der Mission, die Unterhandlung we-gen Anerkennung der Maibeschlüsse und wegen Unterstützung ini Kriege gegen Un-garn mit dem Hofe zu vermitteln, nach Olmütz entsandte, womit bisher die Mit-glieder des Odbor Johann Schuplikatz und Konstantin Bogdanowitsch betraut ge-wesen waren. Auf den Schlachtfeldern verstrich darüber die Zeit, ohne daß dieGunst des Augenblicks zu etwas Anderm als zu kleinen, zweck- und erfolglosen Ein-zelheiten benutzt worden wäre. Alles, was geschah, beschränkte sich auf vereinzelte undPlanlose Scharmützel um Földvar, Turia, Schablja, Ö-Ker, Kis-Ker, Verbas u. s. w.Nicht mehr Erfolg hatten die Gefechte um Kamenitz und Peterwardein; nicht mehrdie Einnahme von Kikinda, das am 2. (14.) Oct. den Ungarn abgenommen worden,jedoch wegen Mangel an Einheit und Zusammenhang in den Unternehmungen am5. (17.) wieder aufgegeben werden mußte. Selbst ein neuer Sieg, den Bigga überdas ungarische Cernirungscorps bei St.-Tomas am 18. (30.) Nov. erfocht, bliebohne weiter» Erfolg, als daß der Kommissar der ungarischen Regierung einige Paci-ficationsvorschläge versuchte, die jedoch in einem Augenblicke, wo Östreich sich bereitsverbindlich gemacht hatte, den Federungen der Serben Genüge zu leisten, zu spätkamen. Bei einem solchen Stande der Dinge konnten die ungarischen GeneraleVetter und Damjanitsch durchaus nicht abgehalten werden, die von Kiß aufgegebeneOperation gegen Pantschevo wieder aufzunehmen. In der That wurde rasch nach-einander Knitschanin bei Tomaschewatz und Bobalitsch bei Lagerdorf aufs Hauptgeschlagen, und bald darauf Joannowitsch nach einem verzweifelten dreitägigen Wi-derstände und nach der Kunde, daß auch Karlsdorf unter Agitsch und Baraitsch ge-fallen sei, aus Alibunar geworfen. Knitschanin, alle disponiblen Kräfte der Serbenzusammenraffend, trat nun den vereinigten ungarischen Kolonnen bei Jarkowatz ent-gegen, und hielt diese in einem siegreichen Treffen von dem weiter» Vorrücken gegenPantschevo für den Augenblick ab, indem er die Stellung bei Tomaschewatz wiederzurückgewann. Alibunar, nächst Tomaschewatz die wichtigste Vorhut von Pantschevo,mit dessen Falle das ganze linke Donauufer bis Orsowa in Ungarns Gewalt kommenmußte, konnte erst später, als die beiden ungarischen Generale Pantschevo sorcirenwollten, nach einem mörderischen Treffen (5. Dec.), in welchem Knitschanin seinenRuf als Feldherr begründete und diese Stadt gegen ein Heer von 13000 Man» be-hauptete, zurückgewonnen werden.