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Achter Band.
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Die Alpen.

mächtigen Gebirge auftreten kann. Anders verhält es sich mit den Thalbeckcn,welchen man in einem Querthale aufsteigend in verschiedener Anzahl und in abwech-selnder Entfernung begegnet. Die Bergzüge, welche zu beiden Seiten das Thalumschließen, weichen hier halbkreisförmig auseinander, und die ebene und breitereThalsohle wird zu Wiesenculturen und Feldern benutzt, in deren Mitte oft sehr ma-lerisch ein kleines Alpendörfchen mit seinem schlanken, spitzen Kirchthurme liegt. Zu-weilen geschieht es, daß die Becken nicht durch längere Thalengen getrennt werden,iondern wie zwei verschieden hohe Terrassen übereinander liegen, und nur durch einesteile Thalsenkung von mehren hundert Fuß Höhe unterbrochen sind. Verfolgt manöle Thäler noch weiter nach aufwärts, so sieht man, daß sie sich an ihren oberstenEnden, da wo sie an die Gebirgswasserscheiden anstoßen, in weite, flache Mulden°udigen, die in den Centralalpengruppen sehr häufig von großen.Schncemassen undGletschern erfüllt sind.

Die Längenthäler sind jene weiten, langen Thäler, welche parallel zur allgemei-nen Richtung der Alpenzüge verlausen, also in der Schweiz, in Tirol und Kärntenmeist von Westen nach Osten gehen. Man kann in diesen Thälern im Allgemeinenzwei Stufen oder Abtheilungen unterscheiden. Die obere charakterisirt sich durchsme stärkere Neigung und durch einen häufigern Wechsel von Becken und Thalengen.Die zweite, untere Stufe der Längenthäler beginnt, sobald sie bis zu einer gewissenTiefe herabgestiegen sind, und sich als breite Einsenkungen zwischen zwei GebirgS-zügen hinziehen, welche zugleich sehr häufig verschiedenen geologischen Formationenangehören. Das Gefalle wird dann sehr gering, die Thalsohle ist stets breit unddie Richtung bleibt ebenso wie jene der einschließenden Gebirgsketten oft auf großeErstreckungen fast ganz unverändert. Es wird dadurch ein Aufhören jener terrassen-förmigen Abstufungen bedingt, welche die höhern Theile auszeichnen. Die Thalsohleist allenthalben culturfähig, um so mehr, da sie meist mit regelmäßigen Lagen vonAllusionen und Erde bedeckt ist. Diese Thäler ziehen sich denn gleichsam als unun-terbrochene grüne Bänder zwischen den hohen Gebirgsketten hin; sie entbehren nichtselten jenen Reiz der Contraste und der raschen Abwechselung, welchen die schnellansteigenden Querthäler bieten. Wenn plötzlich bedeutende Änderungen in der Rich-tung der Längenthäler und der sie einschließenden Gebirgszüge eintreten, so haben siemcht selten eine Verengung der Thalsohle und' ein Nähcrrücken der Bergwände zurFolge. Viele dieser Klausen oder Pforten sind in strategischer Beziehung von großerWichtigkeit geworden. Alte und neuere Festungswerke blicken von den vorspringen-den Felsen, welche den Eingang der Schluchten versperren, auf das Thal hernieder,

zu wiederholten malen hat sich das Blut tapferer Kämpfer mit dem weißenSchaum der Alpenbäche vermischt, welche hier über Felsentrümmer hastig in die engeSchlucht sich drängen.

Bei der großen Mannichsaltigkeit der Alpenformcn lassen sich außer den Län-genthälern und den Querthäler« im gewöhnlichen Sinne des Worts noch kleinere,secundäre Querthäler unterscheiden, welche sich zu beiden Seiten eines größer», oftm großer Anzahl, befinden. Es ist eine ziemlich regelmäßige Erscheinung, daß über-haupt bei dem Zusammenstoße zweier Thäler die Sohle des kleinern und wenigerbedeutenden höher liegt als jene des tiefer eingeschnittenen Hauptthals. Bei deri-mmundung dieser secundären Querthäler tritt diese Erscheinung am schlagendstenhervor. Es geschieht häufig, daß eine Reihe kleinerer Seitenthäler 500—1000 Fußüber der Sohle des größer» Querthals endigt, wobei die Gewässer, welche sie in denhoher» Theilen gesammelt haben, in verschiedenen, mehr oder minder bedeutenden. "'irischen Wasserfallen über die steilen Abhänge herab sich in das Hauptthal"gieße».

ols i>^^ Neigung der Thalsohle ist im Allgemeinen in den Querthäler» stets größerms m den Längenthalern. Ferner ist das Gefälle des Flusses in den Thalweitungenei geringer als in den engern Theilen, welche die einzelnen Becken verbinden-)aher kommt es, daß in den letztem stets ein Absatz von Schlamm und Gerolle