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Achter Band.
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Die Alpen.

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b) Temperatur der Lust und des Bodens.

A. von Humboldt war der Erste, welcher eine allgemeine Darstellung, gegrün-det auf eine große Anzahl der sorgfältigsten Beobachtungen, über den Zusammen-hang der Temperaturverhältniffe auf verschiedenen Punkten der Erdoberfläche ver-suchte. Er hat zuerst auf der Erdoberfläche durch Linien die Punkte der gleichenmittlern Wärme verbunden, und dadurch plötzlich den nngemeinen Einfluß hervor-tEen lassen, welchen die Form, Lagerung und Ausdehnung der Kontinente undMecrcsbecken und. die Richtung der großen Meeresströmungen auf die Temperaturdes Erdkvrpers ausüben. Diese Methode, ähnliche Resultate praktisch darzustellen,wurde später noch häufig mit, dem vorzüglichsten Erfolge angewendet. Man hathiernach zahlreiche belehrende Übersichten über die Veränderungen der magnetischenAbweichungen auf der Erdoberfläche gegeben, und Dowe hat, ganz im Geiste desberühmten zuerst genannten Naturforschers, mit Benutzung sämmtlicher bis jetzt be-kannter Beobachtungen, ähnliche Linien nicht nur für die mittlern Temperaturen desJahres, sondern auch für jene aller einzelnen Monate construirt. Auch verdankt manBerghaus graphische Darstellungen für eine große Anzahl verwandter Erscheinungen.Die Alpen speciell find behandelt in den Werken von Wahlenberg, von Studer,von Nvgg, sowie in dem bereits angeführten Buche der Gebrüder Schlagintweit.

Die Temperatur der Luft und des Bodens ist für die Kenntniß der klimatischenVerhältnisse eines Gcbirgs von vorzüglicher Wichtigkeit. Betrachtet man den Laufder Isothermenlinicn läng« der Basis der Alpen, so zeigt sich, daß ihre östlichenTheile bei gleicher Breite kälter sind als die westlichen: es hängt dies mit der all-gemeinen Senkung zusammen, welche die Isothermenlinien gegen die ungarischenund asiatischen Ebenen zeigen. Auch sind die nördlichen Theile der Alpen kälter alsdie südlichen, weil nämlich im Allgemeinen eine Abnahme der Luftwärme von demÄquator gegen die Pole bemerkbar ist. Es entspricht ein Breikegrad in diesen Thei-len Europas einer Differenz der mittlern Jahrestemperatur von 0,s—0,7° 6.

Die wichtigsten Erscheinungen, welche man jedoch in dieser Beziehung in einemhohen Gebirge, wie die Alpen, beobachten kann, ist die Abnahme der Temperaturmit der Höhe. Es ist nämlich eine durch viele Beobachtungen stets bestätigte Er-scheinung, welche allen Alpcnbewohnern längst praktisch bekannt war, daß man mden Hähern Theilen eines Gcbirgs zu allen Jahres- und Tageszeiten kältere Tempe-raturen trifft als in den tiefern. Die Ursachen dieser Erscheinungen lassen sich in-zwei Gruppen bringen, indem sie entweder direct die absolut größere Erwärmung dertiefern, oder zunächst nur eine Erkältung der obern Schichten bedingen. Zur großemErwärmung der untern Schichten tragen vorzüglich die verschiedene Dichtigkeit derAtmosphäre und die Einwirkung fester Körper durch Insolation bei. Es haben näm-lich alle Gesteine die Eigenschaft, sich bei directer Besinnung sehr bedeutend zu er-wärmen. Die erzeugte Wärme theilt sich zunächst den Luftschichten in der mayedes Boden? mit, deren Temperatur dadurch wesentlich erhöht wird. Zur direktenErkältung der obern Schichten trägt die niedere Temperatur des Weltraums bei,dem ja die obern Regionen weit näher gerückt sind. Formier schätzte dieselbe zu 8— 60° 6.; Pouillet's Untersuchungen schienen eine Kälte von 140 zu ergeben.Diese Zahlen stimmen allerdings sehr wenig unter sich überein; sie beweist»wenigstens, wie die Schlüsse anderer Gelehrten, die ungemein niedere ^emperarurdes Weltenraums. Ebenso wirkt die Erkältung der Oberfläche durch Ausstrahlender Wärme in langen heitern Nächten in den obern Regionen mehr als m de>untern, da, wie man gefunden hat, die Strahlung in luftleeren und luftverdunntenRäumen stets lebhafter ist. Nimmt man das Mittel aus allen Stationen in versch -denen Höhen der Alpen, an welchen Beobachtungen »ber die Temperatur eines -

gern Zeitraums bekannt sind, so zeigt sich, daß man m den Alpen ^ pariser F?oder 90 Toisen hoch ansteigen muß, um eine Verminderung der mittlern I ytemperatur von zu erhalten. In der freien Atmosphäre, m^lem s