Die Chemie.
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IV. Zeitalter der phlogistischen Theorie.
Es ist früher gezeigt worden, daß mehre Tausende von Zähren vorübergehenmußten, um eine hinreichende Menge von chemischen Thatsachen mehr oder wenigerzufällig festzustellen, bis endlich Einzelne, dieses chemische Wissen oder vielmehr Kön-uen in sich vereinigend, dasselbe zu dem bestimmten Zwecke des Goldmachens inAusübung brachten und somit das Zeitalter der Alchemie begründeten. Wir haben^merkt, daß diese an stch erfolglosen Bemühungen doch den ungemein wichtigenD.cnst leisteten, zerstreute chemische Kenntnisse zusammenzufassen, zu erhalten under er zu überliefern. Allein es erfoderte einen Zeitraum von abermals etwa 1000fahren, um die Chemie aus den Händen der Alchemisten in die des gebildeten undangesehenen Standes der Ärzte übergehen zu lassen. Von dieser Zeit an sehen wirbann die Chemie in einem raschem Tempo ihrem jetzigen wissenschaftlichen ^Stand-punkte entgegengehen. Sie vollbringt diesen Übergang in zwei bis drei glücklichenschritten, von welchen als erster die eben betrachtete Epoche der medicinischen^hemie etwa ein Jahrhundert erfüllt, und an welche das Zeitalter der phlogistischenTheorie von ziemlich gleicher Dauer, nämlich von 1625 bis gegen 1775, sich anreiht,mi. ^ diese neue Periode eintreten, ist vor allem darauf hinzuweisen,
^'^ckelung wissenschaftlicher Thätigkeit auch aus andern Gebieten sich zeigte,
. dch die chemischen Ärbeiten und namentlich die geistige Richtung ihrer Pflegertttelbar und unmittelbar wesentlich fördernder Einflüsse sich zu erfreuen hatten,bedenken wir, daß der Eingang des vorliegenden Zeitalters mit den Todesjahrenbvn Kepler, Galilei und Torricelli (1630 — 47) zusammenfällt. Die scharfsinnigenArbeiten dieser unsterblichen Astronomen und Physiker mußten im Allgemeinen aufE'ue strengere und genauere Forschung in der Natur hinweisen. Ganz vorzüglich aberEbenen hierzu auf die Schriften des gelehrten Großkanzlers von England, FrancisN^°"von Berulam (gest. 1626), der schon damals die Beobachtung und denerjuch als diejenige Methode bezeichnete, die allein in den Erfahrungswissenschaftenkannst? rr öu einer sichern Grundlage wissenschaftlicher Erkenntniß führen
üben u«! ausgehend, darf zur Gencralisirung, zur Aufstellung von Ge-
GeaenOa ,„"°nen geschritten werden. Bacon bildete hierdurch einen entschiedenenPkilosonk.^» <^°?ven Methode der alten Philosophen, die, stets in allgemeinengelangten """ ^ bewegend, niemals auf den wahren Grund der Erscheinungen
Verbind»? Länder und Personen damals nicht so leicht in Verkehr und
hervoi->-^-«!> heutzutage, und es erklärt sich hieraus, wie einzelne
von ^ster doch nicht die allgemeine Bewegung hervorrufen konnten, die
ikre mr" stch hätte erwarten lassen, und welche oft in späterer Zeit erst
wurd^ hat. Allein auch diesem Übelstande der Jsolirung
Buckdru^rkünll ^.s^' dies schon einestheils durch die Erfindung der
namentl ! 2^E°h°" war, erhoben sich allmälig gelehrte Körperschaften, die^ dadurch ungemein wichtige Dienste für alle Wissenschaften leisteten, daß
der Offmtstckke'it ^ damaliger Zeit in regelmäßig erscheinenden Schriften
äemia - ^° b"den wir in Florenz im Jahre 1657 die x°a-
8°°ietv) in London ^ der Experimente), die königliche Gesellschaft (n°v»lkanklunaen" b??' ^ren Denkschriften unter dem Titel „Philosophische Ab-
unter Kaiser Leonold ^?-Eon8) herausgegeben wurden. Es folgte 1672^nter Kaiser Leopold die ^saswi» 6se8Lrüo-l.eopol6ma. Im Jahre 1699 beginnen
Sestif'ttt^^-e beisnees" der unter Ludwig XIV. von Colbert
anlassuna « Akademie. Im Jahre 1700 wurde die berliner Akademie auf Ver-«4 I 742 ?^i, und 1725 d.e von Petersburg, 1728 die von Upsala, end-Auck - Akademie von Kopenhagen gegründet.
Ärzte ^lrb- vorliegenden Zeitraume sind eS wieder vorzugsweise ausgezeichnete"rzre, welche dem Studium der Chemie sich widmen, obschon eS namentlich in der
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