Die Chemie.
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chemisch umsetzendes, als vielmehr durch Auslosung trennendes. Allein die Pflanzen-stoffe, wie Heu u. s. w., enthalten in jenen assimilirbaren Verbindungen eine großeMenge der Auslosung widerstehender, sür den Thierkvrper unbrauchbarer, unverdau-licher Substanz, z. B. Holzfaser, beigesellt. Das Verdauungsgeschäft der Pflanzen-fresser wird daher langwieriger und verwickelter, wie schon an sich durch den Ver-dauungsapparat der Wiederkäuer angedeutet ist.
11) Wenn nun schon die Verdauung an sich weniger als ein chemisch um-setzender Proceß erscheint, so ist dieser Proceß doch von vielen chemischen Umsetzun-gen, die mit demselben im Zusammenhang stehen, begleitet. Als Beispiele chemischerProcesse im Organismus sind hervorzuheben: die Einwirkung, des beim Einathmender Atmosphäre entnommenen Sauerstoffs auf das Blut; die Überführung der durchdie Bewegung aufgeriebenen Korpersubstanz in eine Reihe von Verbindungen, diedurch den Urin abgeschieden werden; endlich die Umsetzung von Stärke und Zuckerm Fett und andere mehr.
Wir könnten die Reihe chemischer Ergebnisse und Grundsätze aus dem Gebieteder Physiologie noch vermehren; allein theils beziehen sich dieselben auf Erscheinungenvon mehr vereinzelter Bedeutung, theils erfodert ihr Verständniß ein tieferes Ein-gehen ,n die Materie als hier gestattet ist. Nur werde noch bemerkt, daß wenn fürManchen diese Sätze in dogmatischer Form auftreten, diese Dogmen nur Ausdrückeder sorgfältigsten, mühsamsten Beobachtungen und ihrer Combination sind. Auch er-scheinen mehre dieser Sähe keineswegs als ganz neu oder als besonders merkwürdigesie bestätigen zum Theil nur alte, rohe Erfahrungen. Allein gerade die erklärendeWeise, in welcher sie jetzt ausgestellt werden, verleiht denselben eine so hohe Bedeu-tung. Daß Fleisch und Hülsenfrüchte nahrhafter seien als Obst und Kartoffeln, daßeine starke Mahlzeit die erwärmende Wirkung eines innerlichen OfenS hat, warenlängst bekannte Thatsachen. Die klare Einsicht in diese Verhältnisse verdanken wirjedoch erst der physiologischen Chemie der Gegenwart. Es ist hier, wie mit denc' s" blieben äußerlich die alten bekannten, auch nachdem Gali-« s scharfsinniger Geist den wahren Zusammenhang ihres Verlaufs aufgeklärt hatte.
physiologisch, chemische Versuche von wissenschaftlich brauchbarem Werthe ließenb ^ warten, weil ihre Ausführung mit ungemeinen Schwierigkeiten ver-
vunden ist. Alles Experimentiren am lebendigen Körper schließt sogar den Einwurfrm, daß durch das Experiment selbst schon in das natürliche Verhältniß störend ein»nisse'dadurch ein unzuverlässiges Resultat erlangt werde. Welche Hinder-ü ' , « sich z. B. der genauen quantitativen Untersuchung des Athmungspro-si,, Egegntl Denn bringen wir zu diesem Zwecke Thiere und Menschen in ab-° L ^ Behälter, so ändern wir hierdurch schon die Bedingungen, unter welchengewöhnlich stattfindet. Nur durch Umänderung der untersuchenden Me-thode, indem verschiedene Wege zur Aufklärung derselben Erscheinung eingeschlagena v"len Fallen, ganz genaue Resultate zu erhalten oder doch
die B-obachtungsfehler in so bestimmte Grenzen einzuschließen, daß man der Wahr-heit bis zu einem gewissen Grade nahe gekommen ist.
k,...nÄn?^llung des chemischen Antheils an den Lebenserscheinungen werdensenden vier Methoden befolgt: die qualitative und quantitative^ chemischen und chemisch. anatomischen Versuche an
scheu ^Ch die statistische Methode und die der vergleichenden physiologi-
k°rv.?'*^ste ^age ist natürlich die: aus was besteht der Pflanzen, und Thier->,isL. in welchen Verhältnissen? Erst mit der großer,, Ausbildung der orga-E ne M durch Liebig konnten hier befriedigendere Antworten erhalten werden.KörnernStoffen, die in größerer oder geringerer Masse in den organisirtcnabtroffen werden, wie Zucker, Pfianzensäuren, Stärke, Pfianzcnbascn,a>e,ss-!n.7?. Harnstoff, Kreativ, Fette, sind in ihrer chemischen S'^ch'
sttzung aufs genaueste bestimmt worden. Allein bei vielen andern, zum Theil