Die Chemie.
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Entweichen der Gases ein bedeutender Druck entgegenwirkt. Es übte aber zur Z rjener Kalksieinbildungen die damalige Atmosphäre einen ungleich hohem Druck ausals die jetzige, indem erstere wegen der herrschenden hoher» Temperatur eme Mengevon Stoffen, namentlich fast alles Wasser in Dampfform enthielt, die spater sich ver-dichteten. Es konnte daher leicht der Fall eintreten, daß in jener Penode chenuscheVerbindungen nicht zersetzt wurden, die gegenwärtig unter sonst gleichen Umstandeneine Zersetzung erleiden, wie dies besonders der Fall ist, wenn kohlensaure Salze mttfreier Kieselsäure in feurig flüssigem Zustande zusammentreffen. Heraus ließe sichdann das häufige Vorkommen des Quarzes neben kohlensaurem Kalk in der r.r°.rinde erklären. Es ist ferner wahrscheinlich, daß das später entstandene Meer emehöhere Temperatur und großem Gehalt an Kohlensäure hatte als daS sitzt vorhan-dene, daß seine Fluten daher eine große Menge von Stoffen aufgelöst enthalten rvn -ten, die mit allrnäliger Abnahme der Temperatur und entweichender Kohlensaure sichausscheiden mußten, wie z. B. die Kalk- und Dolomitschichten.
Andererseits ist wieder für die Entstehung des Dolomits, eines dem Kalk äußer-lich sehr ähnlichen, durch Magnesiagehalt jedoch verschiedenen und vielfach zwischenKalk auftretenden Gesteins von geologischer Seite die Theorie aufgestellt worden, daßin den Kalk cingedrungene Magnesiadämpfe (und Kohlensäure) die Veränderung des-selben in Dolomit bewirkt habe, eine Ansicht, die von chemischer Seite betrachtet we-nig haltbar erscheint.
So wird an die Chemie appellirt bei der Frage, ob die daS Grundgebirge bil-denden, häufig in Glimmerschiefer und Gneiß übergehenden Thonschiefer auch ausgeschmolzener Masse oder aus wässeriger Lösung entstanden seien. Ein lebhafterStreit wird seit mehren Zähren über die Natur des Granits geführt, den die älternPlutonisten als feurig-flüssigen Strom aus dem Innern der Erde hervorbrechenlassen. Dagegen erklärt Bischofs den Granit als ein Umbildungsproduct vorhandenerGesteine auf nassem Wege, und Scheerer stellt die Anficht auf, daß der Granit auseinem heißen, jedoch wasserdampfhaltigen Feldspathteig entstanden sei, indem zurrstdie Glimmerblättchen erstarrten, dann die Feldspathkrystalle und zuletzt der auSge-schieden« Quarz, welcher als bindende Masse das Ganze verkittet. Auch die schönenÄer^uche Enielm's über die Au^ammen^ehung des Äasalts, der Nachweis der 3^^*tilät des Bergflachses, Amianths und Asbests mit Augit und Hornblende, zwischenwelchen ein ähnliches Verhältniß besteht, wie zwischen gesponnenem und in Masseerstarrtem Glas, die vielen Versuche und Beobachtungen, über künstlich durch Schwel-zung dargestellte Minerale: dies Alles zeigt daS nothwendige Ineinandergreifen vonChemw und Mineralogie im weitesten Sinne aufs entschiedenste.
Freilich ergeht es hierbei der Chemie mitunter wie bei den Fragen der Phy-siologie und Medicin. Ihre Bedeutung wird einerseits nicht erkannt, andererseitsüberschätzt oder misverst ariden. Am weitesten gehen in beiden Richtungen gerade die-jenigen Geologen, welche am wenigsten chemische Kenntnisse besitzen, denen folg-lich ein Urtheil über den Werth chemischer Versuche und darauf begründeter Theo-rien abgeht. Wie in der Physiologie sogleich Elektricität und GalvanismuS citirt wur-den, wo kein anderer Ausweg sich fand, so rufen manche Geologen alsbald chemischeActionen zu Hülfe, wenn gewisse Schwierigkeiten sich zeigen, lassen dieselben mit küh-ner Freiheit oder vielmehr mit ungerechtfertigter Willkür eingreifen, und erwidern aufgemachte Einwendungen etwa Folgendes, das wir wörtlich einem geologischen Werkeentnehmen: „Nichts scheint absurder zu sein, als behaupten zu wollen, daß durch^emssche K^st nicht nachgewiesen« und cvnstatirte Phänomene durch eine, vielleichte-» ^nmal im Bereiche der Möglichkeit derselben liegende Combination im Gro-^ " Wender Naturkräfte nicht sich ereignen könnte."
kräkten n fanden in frühern Perioden mehrfache Combinationen von Natur-
i.t. die chemische Erscheinungen hervorrufen konnten, »an» NNII
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rrasirn statt, die chemische Erscheinungen hervorrufen konnten, ganz abweichend vonjetzt beobachteten. Allein in solchen Fällen ist eS nicht der chemische Proceß, der st'"'
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