Die kirchlich-religiöse Bewegung der Gegenwart. 425
Eei'ck cs^Egs gelangt war. Um aber diese bekämpfen zu rönnen, mußte
Kampf aea Autorität angegriffen werden, auf die sich dieselben stützten. Der
des Kamels Unfehlbarkeit des Papstthums war nur die nothwendige Consequclizhakte da« o°e die Unfehlbarkeit seiner einzelnen Anordnungen. Damit aberInstitut,der Hierarchie und der katholischen Kirche mit seinenden der ablotn»'^ A^wnen seinen Halt verloren. Man schien sich auf dem Bv-Autvrität für b i" befinden, wenn man nicht eine andere ausreichende
Die »r. a E" Wiederaufbau der Kirche zu gewinnen vermochte,die der -I - Kraft der Reformation ist also der Protest gegen eine Autorität,unertrloi^ ^ ^ menschlichen Denkens und Wollens unbefugten und zur Zeitunbcwiie, Zwa„g auferlegte. Sie trat mit dielen, Protest, vielleicht
scki-i»»« . ^ das absolute und unveräußerliche Recht der Vernunft und des Fort-ci> . die Schranken. Denn der Angriff gegen irgendwelche, durch Überlieferungall Erkannte Autorität ist zugleich der Angriff auf die unbedingte Geltungw Autorität und aller Tradition überhaupt. Aber die Reformation ist vor derKonsequenz des ersten Schritts, den sie gethan, zurückgeschreckt, und dadurch ine»wu innern Widerspruch mit sich selbst gerathen, wvn dem sie sich bisher vergebensM befreien suchte. Sie stand vor der Autorität des Bidelworts und der apostoli-ichen Bekenntnisse still, nachdem sie die des Papstthums verleugnet hatte. Woherichopste sie das Rechts die eine, seit undenklichen Zeiten als göttlich anerkannteAutorität zu verwerfen, wenn sie zu gleicher Zeit für eine andere, ebenfalls nur auftraditioneller Anerkennung ruhende Autorität die Unterwerfung der menschlichen Ver-nunft federte?
Der Protest, den die Reformation im Namen der menschlichen Vernunft gegend>c ausschließliche und göttliche Berechtigung des Papstthums und der Hierarchieschleuderte, war ohne Zweifel ein berechtigter; aber nur von dem Moment ab, inwelchem er ausgesprochen wurde. Denn eine jede Autorität ist so lange eine berech-ne, als sie freiwillige und allgemeine Anerkennung findet. Das Papstthum verlor
Recht, die christliche Kirche als solche zu vertreten erst in dem Moment, wo imleiste ihrer Angehörigen das Bewußtsein.des Rechts und der Pflicht erwachte, andem Fortban und der Entwickelung der Kirche selbstthätig mitzuwirken. Die Auf-gabe der Reformation war es und ist es noch heute, nicht die thatsächliche Ent-wickelung einer geschichtlichen Vergangenheit durch einfache Rückkehr zu dem erstenAusgangspunkte derselben zu verleugnen und abzubrechen, sondern sie im Geiste derGegenwart und der Zukunft auf eine neue Bahn zu führen.
Die Errichtung der evangelischen Kirche auf Grund des unantastbaren Bibel-worts und der ältesten Bekenntnisse ist aber nicht nur das Aufgeben dcS geschichtlichgewordene», Christenthums, sondern auch das völlige Abbrechen und Verschließen desWcgS, aus welchem die bisherige Entwickelung vor sich gegangen wär, ohne daßzugleich ein neuer Weg snr eine solche eröffnet worden wäre. Die Befreiung desmenschlich-" Geistes von den Fesseln der Autorität mußte daher eine fruchtlose sein;
^ Stelle derselben eine andere, nicht eben mehr berechtigte wolfreien ^ Reformation hat sich die Lebensader'einer
' anderswo si ch aL - ^?e ung selbst durchschnitten, da sie ihre Berechtigungder Zeit wi. ^ selbst; d. l). in dem Bedürfnisse und dem Bewußtsein
vora«aa,m.« °Eial aus der geschichtlichen Vergangenheit des Christenthums her-»nd »sie zur Grundlage für ihren Bau eben die VergangenheitV ^Zukunft des Christenthums machte,äußere » .^>°""ation ist auf diesen Weg der Entwickelung gedrängt worden durchden sie , denen sie zu widerstehen nicht stark genug war. Wäre der Kampf,nicht auch hatte, nur gegen die geistige Macht der katholischen Lehre und
gerichtet aew r ^ Segen die geistliche Macht des Papstthums und der Hierarchiefein sonder«^' Sieg würde nicht nur ein. sicherer und entschiedener gewesen" ' sie ha«? mit demselben ohne Zweifel auch den höchsten Preis dieses