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Achter Band.
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626 Die kirchlich-religiöse Bewegung der Gegenwart.

Kampfes, die Herstellung einer vollen Denk- und Gewissensfreiheit, die Geltungmenschlichen Vernunft und der geschichtlichen Entwickelung auf dem Gebiete der 'ligion errungen. Aber ihr gefährlichster Gegner war die weltliche, die waten ^Macht des römischen Kaisers, und die Mittel, die wir sie zu ergreifen genöthigt s"h"^zuerst um sich vor dieser Macht zu rechtfertigen, und dann um sich gegen 'h" Ä,.nen Angriffe zu schützen, haben sie dahin geführt, den ursprünglich betretenen °zu verlassen und denjenigen einzuschlagen, der die große Errungenschaft derselben > ^Jahrhunderte wieder in Frage stellte. Wir wollen nicht behaupten, daß Luther 'dem geschichtlichen Fortgange seines reformatorischen Wirkens jederzeit von den h'angedeuteten Motiven geleitet wurde; aber wir glauben mit Recht behaupten zu ""fen, daß der Gang der Reformation von diesen geschichtlichen Bedingungen g"»""wurde, und eine sorgfältige Prüfung der Lutherischen Schriften auS den versch'"'denen Lebensepochen desselben dürfte auch wol den wachsenden Einfluß dieser äuß"""Verhältnisse auf seine Anschauungen und Bestrebungen hinreichend an den Tag lege"'Als es galt das Papstthum trotz der Allmacht seines tausendjährigen Ansehe"',anzugreifen, rief man die Göttlichkeit des Bibelworts zum Bundesgenossen auf. "das begonnene Werk der weltlichen Macht des Kaisers zu erliegen in Gefahrübergab man es dem Schutze der weltlichen Fürsten, die ihre Macht für dasstl"einsetzten, aber zum Preis dafür sich zu Gebietern über die neuerstandene Kirche er'klärten und ihre freie naturgemäße Entwickelung im Keime niederhielten. Dem dop'pelten Schutze des Bibelworts und der Fürstenmacht fiel die ursprüngliche Idee derReformation zum Opfer, aus dem fortgeschrittenen Meiste der Nation die christlichKirche in neuer Gestalt auszurichten, oder doch wenigstens neben dem Bau der amgemeinen römischen Hierarchie eine selbständige und freie deutsche Kirche zu begründ""-Der Gegensatz zwischen Luther und Zwingli, den Principien und dem E""'Wickelungsgange ihrer Reformation ist kein zufälliger oder bedeutungsloser. Erzeichnet vielmehr sehr bestimmt die Ausgangspunkte, mit welchen die Abweichung dosgeschichtlichen Reformation von ihrer eigenen Aufgabe beginnt. Beide waren durchden Kampf gegen die Autorität des Papstthums genöthigt, die Autorität der Dib"gegen dieselbe zu Hülfe zu rufen. Zwingli will den Lehrinhalt und die Institut'"'nen der katholischen Kirche nur insoweit erhalten wissen, als ihre Berechtigung ""der Bibel erweislich ist. Luther will dieselben nur insoweit bekämpfen, als sie ""dem Bibelwort unverträglich sind. Zwingli will die Bibel als Autorität gegen daPapstthum zur Geltung bringen; aber nicht in gleicher Weise gegen die menschlich"Vernunft. Er hält eine freie Auslegung des, Schriftworts für zulässig. Luth""erklärt die Autorität der Bibel für eine absolute, und gestattet der widerstrebend""Vernunft keine Auslegung als die von dem Wort und Buchstaben vorgeschrieb"''"'Zwingli versucht den Aufbau der neuen Kirche nach der, Grundlage einer sr"'ssGemeindeverfassung, d. h. der freien im Boden des Volks wurzelnden Überzeug""^'Luther legt das Kirchenregiment ausschließlich in die Hand des Staatsoberhaupt"

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strebt vor allem nach Feststellung der Lehre und des Bekenntnisses, um die vo>Konformität zu erzielen, und weist jede Vermischung der religiösen Bewegungder nationalen und politischen zurück.

Die deutsch-lutherische Reformation, die in Folge der politischen Ereigniss" ^den Vordergrund der Bewegung trat, und deren Exclusivität sich durch den EssssscCalvin sehr bald auch auf die reformirte Kirche übertrug, wurde aus diesein eine Bahn gedrängt, auf der sie von ihren eigenen Principien sich mehrmehr entfernte. Das Streben nach unmittelbarer und freier Betheiligung ^Volks, d. h. hier der Kirche, von welchem der Bauernkrieg und die Unruh"",,-tWiedertäufer nur revolutionäre Ausbrüche waren, wurde gewaltsam zurückg"^? ^-und die Reformation gewissermaßen zum Privilegium der gelehrten Theologenseits und der Fürsten und Reichsstände andererseits gemacht. Jene glaubte»stark genug, mit Citaten aus der Bibel und den Kirchenvätern die tiefwEAutorität des Papstthums zu untergraben, diese rüsteten sich, um mit der