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Achter Band.
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Das Königreich Dänemark.

nehmen. Die Städte sind bisher im Ganzen mit weniger Fürsorge behandelt wor-den als das Land. Sie tragen verhältnißmäßig höhere Steuern als jenes, und ha-ben in der jüngsten Zeit nur eine einzige wesentliche Erleichterung, die Aufhebungder Accise, erlangt. Es liegt jedoch am Tage, daß eine wohlhabende Landbevölkerungin Dänemark eine unerläßliche Bedingung des Wohlstandes der Städte ist, wogegenes wenig helfen würde, die Städte durch allerlei Maßregeln emporheben zu wollen,wenn die Landbevölkerung noch weit zurück stände. Diese Wahrheit wird eigentlichnur von Kopenhagen, der am schwersten belasteten Stadt Dänemarks, begriffen;die Provinzialstädte, die weit weniger als die Hauptstadt Grund zu Klagen haben,toben in blinder Eifersucht gegen die Landbevölkerung und scheinen geradezu dieFurcht zu hegen, nächstens von derselben vertilgt zu werden. Vor allen Din-gen sind die eventuelle Aufhebung des Zunftwesens und die Gewerbcfreiheit dieGespenster, welche die Kleinstädter erschrecken, obgleich noch gar kein Grund dazuvorhanden ist. Hierzu kommt, daß die principielle Reaction jene Eifersucht fortwäh-rend nährt. Man kann darum, mit Recht behaupten, daß die Kleinstädter zumgroßen Theile (namentlich gilt dies von den Jnsclstädten, viel weniger von Jütland,dessen Bewohner überhaupt immer freiere Gesinnungen und einen mehr unbefan-genen Charakter als die der Jnsclstifte an den Tag gelegt haben) abgesagte Feindeder neucrrungencn freiheitlichen Institutionen sind und eine Contrercvolution mit Bei-fall begrüßen würden. Zum Glück ist ihr Einfluß kaum groß genug, um gefährlichzu sein. Außerdem darf man hoffen, daß sie mit der Zeit einsehen werden, wieStadt und Land nur Hand in Hand, aber niemals durch Zwietracht das Ziel derWohlfahrt erreichen können. Übrigens würde man irren, wollte man aus diesenZuständen den Schluß ziehen, daß in den Städten materielle Noth herrsche. Werarbeiten will, findet auch hier sein Auskomme», und unter allen Hauptstädte» Euro-pas dürfte Kopenhagen diejenige sein, wo die Armuth im Verhältnisse ai» wenigstenzu Hause ist.

Gegen Ende des vorigen Jahrhnnderts beherrschte Kopenhagen fast ausschließ-lich den dänischen Handel, und der Zwischenhandel dieser Hauptstadt »ach Chinaund Ostindien war sehr bedeutend, was allerdings seinen Grund in den damaligenpolnischen Conjuncturen hatte. Dänemark bewahrte nämlich während des amerika-nischen Freiheitskriegs und später, während der ersten französischen Ncvolutionskricgc,eine glückliche Neutralität, in Folge deren die dänische Flagge sehr gesucht und demtüchtigen Kaufmann ein weites Feld zur erfolgreiche» CoNcurrenz mit größer» Na-tionen eröffnet war. Es gab im Jahre 17!»» Häuser in Kopenhagen, welche 5, 6,10, 15 Ostindicnfahrcr besaßen. Die Provinzialstädte waren damals vollkommenunselbständig; ihr Umsah beschränkte sich fast ausschließlich auf den Mrkchr mitKopenhagen. Die Kriegsjahre und die bodenlosen finanziellen Wirren während der-selbe» vernichtete» die Übermacht Kopenhagens. Der chinesisch-ostindische Handelhörte fast ganz auf, weil nach dem allgemeinen Frieden die unnatürlichen Bedingun-gen seiner Eristenz oder doch wenigsten- seine« außerordentliche» Umfang« nichtmehr vorhanden waren. Die Provinzialstädte dagegen wurden allmalig selbständigerund unternehmender, und crportirteu selbst die Produkte ihrer Umgegenden direct inSAuSland, wenn auch zum Theil für kopcnhagcner Rechnung. Der Handel Kopen-hagens gerieth unter solche» Verhältnissen bis gegen 1850 in Abnahme, ist aberseitdem wieder in steter Zunahme begriffen. Namentlich war cS der Krieg m>c ""Herrogthümern (1818 und 1810), durch den die Hauptstadt bedeutend emporkam,sowie derselbe auch zeitweilig dem Handel der Provinzen einen Umschwung gab. Vordem Kriege nämlich bezogen die meisten Detaillisten Kopenhagens und fast alle ausden Provinzen ihre Waaren aus Hamburg, wo ihnen bereitwillig ausgedehnter Cre-dit gewährt wurde. Wollte sich ei» junger Mann etabliren, so reiste er nach Ham-burg. Mochte er Geld haben oder nicht: auf die einfachste Empfehlung, manchmatauf sein ehrliches Gesicht hin, fand er immer die Lager zu seiner Disposition. Erdurfte in der Regel große Nachsicht hinsichtlich der Zahlungstermine erwarten, woz»