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Achter Band.
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Das Königreich Dänemark.

nnlcr der Friedenspartci die Bauernsreunde in Verbindung mit der jungem Arbei-terdcmokratie Kopenhagens verstand. Indessen trat dieser Gegensatz öffentlich nichtscharf hervor. Die Demokratie nämlich besaß keine so bestimmte Theorie wie dieEiderdänen, und machte sich auch einen sehr vagen Begriff von derjenigen Ord-nung der Verhältnisse, welche sie selbst anstrebte.

Friedrich VII, und dessen erste Schritte nach dem Regierungsantritt.

Am 20. Jan. 1848 starb Christian VIII. nach kurzer Krankheit, und sein SohnFriedrich VII. (geboren 1808) bestieg den Thron. Selten mag wol ein Fürst vorseinem Regierungsantritte der Gegenstand so vieler harter Urtheile gewesen sein wieFriedrich Vll. Von früher Kindheit an gewissermaßen vernachlässigt, sei es in Folgeder großen Ereignisse, welche die ganze Aufmerksamkeit seines Vaters m Anspruchnahmen, sei es durch die unglücklichen häuslichen Verhältnisse seiner Altern, besaßder junge Prinz nicht den Ernst und die Gesetztheit, welche eine sorgfältige Erzie-hung verleiht, nicht die Feinheit, die man in der Schule des Hoflebens lernt, aberauch keine hocharistokratischen Neigungen. Er war schlichten Sinnes, hatte ein feu-riges Temperament, und zeigte sich nicht selten aufgelegt zu lustigen jugendlichenStreichen, sodaß mgn ihm von einer Seite Roheit und Mangel an Anstand undWürde vorwarf. Wie einseitig und ungerecht dieses Urtheil war, beweist schon derUmstand, daß, nachdem der Prinz zu Genf ein Jahr studirt hatte, ihm diese inihren Sitten strenge Stadt das Ehrenbürgerrecht verlieh. Das äußerst schlichte undbürgerliche Wesen, welches ein Grundzug Friedrich's Vll. ist, niag auch wesentlichdazu beigetragen haben, daß in seinen beiden ebenbürtigen Ehen die Übereinstimmungfehlte, sodaß die Trennung der ersten wie der zweiten erfolgte. Bei den niedernStänden, im Volke, war dagegen der Prinz stets sehr geschätzt, und namentlichrühmte man seine politisch-liberale und volksthümliche Gesinnung, sowie seinen Eiferfür das Seewesen. Die Besorgniß, womit man dennoch im Allgemeinen seineThronbesteigung betrachtete, hatte ihren Grund in der unverkennbar schwierigen LageDänemarks, keineswegs aber in dem Mangel an Vertrauen auf den guten Willendes Prinzen.

Bereits am ersten Tage seines Regierungsantritts erließ Friedrich Vll. einen„Offenen Brief", in welchem es hieß: „Es soll unser erstes und wichtigstes Zielsein, dem erhabene» Beispiele unsers Vaters zu folgen, wie er die Milde mit derGerechtigkeit in unserer Regierung zu vereinigen, die Bewohner sämmtlicher Landes-thcile mit gleicher landesväterlicher Liebe zu umfassen, upd nicht bloß die von ihmangefangenen Verbesserungen in der Verwaltung fortzusetzen, sondern auch die vonihm beabsichtigte Ordnung der öffentlichen Verhältnisse des Staats zum Ziele zubringen, deren Durchführung allein durch die Krankheit und den Tod unsers Va-ters verschoben worden ist, und welch« die gegenseitigen Rechte der Bürger sicherzu-stellen, die Eintracht in unserm geliebten Vatcrlandc zu fördern und dadurch dieStärke und den Ruhm der Gesellschaft zu befestigen bezweckt." Dieser Kundma-chung folgte am 28. Jan. ein Rcscript, betreffend die Einführung einer Vcrfas-sung, aus dem wir Folgendes hervorheben: „Um die von unserm Vater bezweckte,von uns schon früher angerathenc und durch unsern Offenen Brief vom 20. diesesMonats verheißene Ordnung der öffentlichen Verhältnisse dcS Vaterlandes auf eineWeise zu Stande zu bringen, welche der Aufrcchtbaltung der Selbständigkeit derverschiedenen Landcstheile, sowie ihrer Verbindung zu einem wohlgeordneten Ganzen""spricht, haben wir beschlossen, die Einführung einer derartigen Verfassung in Er-!Aung zu nehmen, daß dieselbe gleichzeitig die unantastbaren Rechte unserer KroneIchuht und Hit Rechte im Allgemeinen sämmtlicher unserer Unterthanen, sowie dievejondern Rechte und Interessen der Einwohner der verschiedenen Landestheilc sichert,su diesem Zwecke beabsichtigen wir gemeinschaftliche Stände für unser Königreich^vanemark und unsere. Herzogthümer Schleswig und Holstein einzuführen, welchesich zu gewisse,, Zeiten, mit bestimmten Zwischenräumen, in gleicher Anzahl von un-