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Achter Band.
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Das Königreich Dänemark.

neuen Minister waren vom Volke mit großem Jubel empfangen worden; gegenAbend brachten 20000 Menschen dem Könige ihre Hochs auf dem Schloßplätze.Als man einige der Minister das Schloß zu Fuß verlassen sah^ begleitete man sienach ihren Wohnungen und brachte ihnen daselbst Huldigungen. Unordnungen fie-len sonst durchaus nicht vor. Merkwürdig war es, daß eine beabsichtigte Illumi-nation ausblieb. Nur wenige Fenster waren erleuchtet, unter diesen die des russi-schen Generalkonsuls und das Redaetionsbureau der „Berlinische» Zeitung", deshalbministeriellcn Organs der frühern Regierung. Am 23. März verhielt sich dieHauptstadt nach solcher Anspannung ruhig. Man hatte ja jetzt das vorläufige Zielerreicht. Die Nachrichten von den ersten Maßregeln der neuen Regierung, von derZurückhaltung des Postdampfschiffs und der Förderung des Defensionswesens wur-den mit Befriedigung aufgenommen. Die Audienz der Deputation blieb nun nochübrig. Diese fand am 24. März statt, und unmittelbar darauf führte der Kriegs-dampfer Hekla die fünf Herren nach Kiel. Bei ihrer Abreise hatte sich eine un-übersehbare Menschenmasse auf der „Langelinie" versammelt. Der Chor der fort-während ertönenden nationalen Lieder verkündigte den Abziehenden den vollständigenSieg und den energischen Willen der ultranationalen Partei.

Eine Proklamation, die am 24. Mittags erschien, enthielt das neue Programm„Dänemark an die Eider" und lautete also: „Der Gruß des Königs an die Ein-wohner Kopenhagens. Vor zwei Tagen danktet ihr uns jubelnd, weil wir eurenWünschen zuvorgekommen waren. Jetzt danken wir euch für die Ordnung und die- Ruh«, die ihr in diesen Tagen bewahrt habt. Den schleSwig-holsteinischen Abgesand-ten haben wir geantwortet, daß wir weder dit Gewalt noch den Willen haben, Schles-wig in den Deutschen Bund einzuverleiben oder es von unserm geliebten Vatcrlandegetrennt werden zu lassen, daß aber Dänemark und Schleswig vereinigt werden sollenunter einer freien Verfassung mit der möglichst großen provinziellen Selbständigkeit fürSchleswig, und daß dagegen Holstein, als deutscher Bundesstaat, seine eigene freieVerfassung haben soll. Wir haben also diejenigen Zugeständnisse gemacht, zu denenwir befugt sind. Wird unser Anerbieten nicht angenommen, dann werden wir mitunserm ganzen dänischen Volke die Würde Dänemarks aufrcchthalten. Die Sicher-heit der schleswig-holsteinischen Abgesandten vertrauen wir der Ehre unsers dänischenVolks an. Friedrich ». A. W- Moltke."

In den ersten Tagen nach diesen Begebenheiten erfolgte die officiell« Ernennungder neuen Minister. Auf der Liste fehlte Plessrn, weil durch die kieler und rcnds-burger Auftritte am 24. März ein Ministerium für Holstein ohne Thätigkeit gewe-sen sein würd«. Da« Märzministrrium trat unter äußerst mislichen Verhältnissenaus Staatsruder. Eine Politik sollte befolgt werden, die fast in der Hälfte derLänder, welche der König-Herzog beherrscht, verhaßt war und aller Wahrscheinlich,keil nach ein mächtiges Ausland gegen sich waffnen würde. Schon damals sahenMänner von tieferer Einsicht den Krieg mit dem Deutschen Bunde voraus. DieAussichten auf fremden activen Beistand für Dänemark waren unter damaligenZeitverhältnissen sehr sckwach, und da- eigene Defension-wesen befand sicb überdiesin einem höchst vernachlässigten Zustande. Die innere Freiheit sollte organisirt, oderrichtiger, mit Beseitigung althergebrachter Vorrechte und des eventuellen Widerstan-des der privilegirten Stände, neu geschaffen werden. Zog man dies Alle- in Be-tracht, so mußte man unwillkürlich über die Zuversicht staunen, mit welcher dieneuen Staatsmänner ihr Werk begannen. Und außerdem ging den Meiste" vonihnen gänzlich die Praxis in der Staat-kunst ab. Moltke, ein altersschwacher Mann,der höchsten« durch seinen Namen dem Cabinete einiges Ansehen »ach außen verlei-hen konnte; Bardenfleth, zwar ein rechtschaffener Mann, aber thatsächlich kein Po-litikcr; Graf Knuth, bisher Amtmann in Soröe und, bis auf seine biedere, liberaleGesinnung, eine ganz unbekannte Größe; Bluhme, ein ausgezeichneter Beamter, vondessen politischen Capacitäten aber damals durchaus keine Beweise vorlagen. Hvidt,der populärste von Allen, fast so alt wir Moltke, mir Verdiensten auf dem Gebiete