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Daü Königreich Dänemark.
genieurcorps, zusammen 30000 Mann mit 1000 Offizieren (von denen 400 wäh-rend des Kriegs ernannt worden waren). Im dritten Feldzuge wurde die Armeeauf etwa 38000 Mann mit gegen 1100 Offizieren gebracht. Im September 1848verfügte eine provisorische Verordnung die Aushebung zum Kriegsdienste eines Theilsder bisher wehrfreien jungen Männer; am 24. Febr. 1840 wurde jedoch die allge-meine Wehrpflicht gesetzmäßig eingeführt. Nach dem vollendeten zweiundzwanzigstenJahre war fortan Jeder zum Kriegsdienste verpflichtet. Die Dienstzeit soll im
Kriege 16 Jahre betragen, von denen 8 in der Linie, 8 in der Verstärkung geleistet
werden. Mit dem achtunddreißigsten Lebensjahre hört die Wehrpflicht vollständigauf. Im Frieden beträgt die active Dienstzeit indessen nur 16 Monate. Auchwährend deS Kriegs war die gesammte wehrpflichtige Mannschaft niemals einberufen.Weiteres über das dänische Heerwesen zu sagen, ist ohne Interesse, da dasselbe innächster Zeit einer gründlichen Reorganisation unterworfen werden soll. Die dänischeMarine besteht, trotz der Verluste, die sie während des Kriegs bei Eckernförde er-litten, gegenwärtig auS: 5 Linienschiffen mit 398 Kanonen, 9 Fregatten mit 416Kanonen, 4 Corvetten mit 88, und 10 kleinern Schiffen mit ebenfalls 88 Kanonen.
Außerdem sind vorhanden 80 Kanoncnschaluppen und 7 Dampfschiffe mit 1120
Pferdekraft. Die Zahl der Marineoffiziere ist 151. Die Zahl der disponiblen Ma-rinemannschaften beläuft sich auf 11000 Individuen.
Rührigkeit des neuen Ministeriums; Patriotismus des Volks; Verhalten Schwedens.
Den Gang des ersten Keldzugs müssen wir hier als bekannt voraussetzen.Wäre mit dem Gefechte bei Bau die Angelegenheit in das Gleis ruhiger Verhand-lung gekommen, so wären Dänemark wie den Herzogthümern ungeheure Opfererspart worden. Allein die Einmischung Deutschlands mit den Waffen sowie die Lageder europäischen Cabinete verhinderte dies. Dänemark indessen that sein Möglichstes,um sich selbst den Erfolg zu sichern. Wie seine ungeübten Soldaten auf dem Kampf-plätze beispiellosen Muth und Eifer zeigten, so entfalteten auch die neuen ungeübtenStaatsmänner eine Thätigkeit, die man von ihnen kaum erwarten konnte. Auch aufdem Felde der Diplomatie wurde nichts versäumt, um die Großmächte zu gewinnen.Man suchte alte Garantien in der Erinnerung aufzufrischen, um sich ihrer Theil-nahme und ihrer Hülfe zu versichern. Aber auch bei den freundlich gesinntenMächten konnte dies seine Schwierigkeiten haben. Zum bessern Verständniß verwei-sen wir auf eine Äußerung der „Kjöbenhavnsposten" aus jener Zeit. „Dänemark",bemerkt diese« Organ, „ist im Auslande von 24 Diplomaten repräsenlirt; 9 der-selben sind Grafen, 7 Barone u. s. w. Wollte Gott, daß der Kern ebenso gesundwäre, wie die Schale schön ist." Es blieb nämlich die Frage, ob nach den Vor-gängen in Kopenhagen die meisten dieser Vertreter, von denen Manche mit derschleswig-holsteinischen Ritterschaft eng verwandt waren oder gar derselben angehör-ten, für den Erfolg der neuen dänischen Politik sich lebhaft interessiren und wirkenwürden. Der Zweifel hierüber zeigte sich sehr bald begründet. Solchem Übel«stände gründlich abzuhelfen, war mancherlei Verhältnisse wegen nicht möglich. MaNsuchte dem übclstande dadurch zu begegnen, daß ein Mitglied des Cabincts, Leh'mann, eine Rundreise bei mehren Höfen machte, um die dort accreditirten Gesandtenmit genauen Instruktionen zu versehen und die Nachrichtung derselben zu controliren.Lrhmann ging Ende März nach Berlin, in der Hoffnung die Intervention Preu-ßens zu verhindern, und von dort au- nach London, wo er den spätern Schatzkanz-ler D'Jsraeli für die dänische Politik gewann und die „füiios" bewog, ihm ihr*Spalten zu öffnen. Die bekannten, mit einem Omega unterzeichneten Artikel jenesBlatte« über die dänisch-deutsche Angelegenheit haben Lehmann zum Verfasser-Schon am 18. April bot Großbritannien dem dänischen Cabinet seine Kon» c>st>a>"an, die zwei Tage später angenommen wurden, wobei man zugleich an die GaraM'*»on 1720 erinnerte. Au« den vorhandenen diplomatischen Aktenstücken ersieht man,daß sich England lebhaft für Dänemark verwandte; jedoch war Lord Palm<rfla