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Achter Band.
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Das Königreich Sardinien.

gleichem Name» Anhänger unter der Jugend Turins und Genuas, sowie im Heerezu werben. Dieses Blatt erschien unter Mazzini's Leitung zu Marseille und konntewegen strengen Verbots in Piemont nur mit großer Gefahr eingeführt werden. ImGeheimen wurden die wenigen Nummern, die ins Land kamen, zumeist von denStudenten Turins und Genuas gelesen, und aus ihrer Hand wanderten sie in diejunger Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten. Doch der argwöhnischen und spioni-renden Polizei blieb die Circulation des gehaßten Journals nicht lange verborgen,und sie beeilte sich, den Häuptern der jesuitischen Partei, zumal denen, die den Hofumlagerten, ihre Entdeckung mitzutheilen. Nichts konnte den fanatischen Feinden derreformistischen Richtung des Königs erwünschter kommen, als diese Nachricht, undihre einzige Sorge war nur, die geeignetsten Drittel zu finden, um sich entschiedenenund dauernden Triumph zu bereite». Nicht schwer wurde es ihnen, einen Henker„in dem Tatar eines Richters" zu finden, der aus der noch nicht erwiesenen Con-spiration einer Anzahl jugendlicher Enthusiasten ein Gewebe der abscheulichsten Ver-breche» zusammenstellte, und das beste Mittel in Bluturthcilcn, erkannte. Mit allerersinnlichen Übertreibung und Fälschung der Thatsachen, mit Übertreibung der Ge-fahr wurde dem Könige die Entdeckung einer verzweigten Verschwörung im Heeremitgetheilt, die zum Zwecke habe, ihm „die Krone vom Haupte zu reißen, seinelreuestcn Rathe zu crmorden, und über den Trümmern des Altars und des Thronsdie Republik, das Reich der Gottlosigkeit und Anarchie zu errichten". Vcrleum- ,düng, Denunciation und Lüge wetteiferten miteinander, das Gemüth des Königs >zu empören; alle jesuitischen Tücken wurden auf seine Schwachen als Mensch und !Fürst losgelassen. Der Schrecke», den die Verehrer des Absolutismus und Ze-suitismus bei Hofe zu verbreiten wußten, war so groß, daß selbst die festem undredlicher» Männer aus der Umgebung des Königs diesem Phantom unterlagen, daß §selbst Villamarina und Barbaroux sich die Zustimmung zur Nicdcrschung einer außer- ,ordentlichen Militäruntcrsuchungscommission entwinden ließen. Und nicht nur Mist- . !tars, auch alle verdächtigen oder compromittirten Eivilpersoncn wurden vor diesesKriegstribunal gestellt. Wenige Tage schon »ach seiner Zusammensetzung (5. Mai 1835)erstattete daS Tribunal einen Bericht an den König, in dem es hieß: „In den bei dennichtmilitärischen Häuptern der Conspiration vorgefundenen Papiere» liest man alsFundament ihres Bundes, daß sie weder Katholiken, »och Protestanten, noch Chri-sten, noch Juden oder Muselmänner sind, daß sie keine Religion haben und bekenne»,und jedes Bekenntniß verachten; daß für sie jedes Mittel zum Zweck gut ist: Brand,Dolch und Gift, Waffen und Instrumente der Meuchelmörder und der niedrigstenVerbrecher. Und in der That fand man in den Stuben zweier jetzt »ach Frankreichentflohener Unteroffiziere mehre Unzen Gift... Überdies hatten diese infamen Um-stürzler, diese neue» Catilina, die von dem antike» nur alle Nichtswürdigkeit an stehtragen, den Plan gebildet, da «S ihnen nicht gelang, die Truppe» zu corrumpirewvermittelst Geldvertheilung an einem Festtage Tumulte zu erziele», und sich st'Stunde, wo die Regimenter »»bewaffnet der Messe beiwohnen, der Waffen in de»Kasernen zu bemächtigen, sich derselben gegen die Soldaten zu bedienen, und gleich-zeitig alle hochgestellten Personen der königlichen Regierung zu ermorden... 3" sEhambery wollte man daS Pulvermagazin in die Luft sprengen und dadurch da»Militärpräsidium der Stadt vernichten... In Turin und, wenn eS hier gelungenwäre, in Alessandria und Genua, wollte man an acht verschiedenen Orte» der StadtFeuer anlegen, um die größtmögliche Verwirrung zu erzielen, die Kräfte der Neg»c-*u«rg zu zersplittern und die öffentliche Aufmerksamkeit zu zerstreuen. - - Alles d"setzt die Regierung in die unabwendbare Nothwendigkeit, keine Gnade ergehen zulassen, sondern schuldige und wohlverdiente Gerechtigkeit z» üben, indem der Kon'Ses alt eine seiner vorzüglichsten Pflichten betrachtet, die Religion aufrecht zu erba -ten und zu vertheidige» und dir Guten vor den verbrecherischen ilntcrnchmu»S^einiger Verkehrten zu schützen." Dem, welcher diese» Actenstück unbefangen beur-theilt, wird sich heute wol leicht die Absicht der Jesuitenpartci, die damals Karl » -