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Achter Band.
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564 Das Königreich Sardinien.

zu werden. Bei dieser Nachricht verließ der König Santa-Lucia und befahl den vor-sichtigsten Rückzug. Aufs neue stürzten sich nun die Östreich» in die nur schwachbesetzte Stadt und begannen ein lebhaftes Feuer auf die picmontcsischen Brigade»Regina und Cunco. Sich an die Spitze der letzter» stellend, erstürmte der Herzogvon Savoyen mit kalter Todesverachtung zum zweiten mal die Schanzen, und triebdie Kaiserlichen weiter als nach der ersten Erstürmung zurück. Ein heftiger Kampszwischen den östreichischen Jägern und der Division Fcrrerc beschloß das unüberlegteWagniß Karl Albert's, das von beiden Seiten mit zahlreichen Opfern bezahlt wurdeund keinen entscheidenden Erfolg hatte, zumal Radetzky nicht geneigt war, aus denSchanzen von Verona aufs offene Feld zu steigen, die Piemontcscn aber gegen dieverschanzten Positionen ohne Bclagcrungsarkillerie nichts ausrichten konnten. Aufbeiden Seiten battcn die Obcranführer in den Vorderrcihcn der Kämpfenden gestanden.Karl Albert hatte sich mehrmals dem dichtesten Kugelregen und Handgemenge aus-gesetzt. Von östreichischer Seite war General Salis tödtlich verwundet, der OberstLcuzendorff getödtet, General Schwarzenbcrg leichter verwundet, das Pferd des Ge-nerals WratiSlaw durch eine Kugel niedergestreckt worden u. s. w.

Nach dem blutigen Kampfe bei Santa-Lucia, dessen erfolgloser Ausgang eini-gen nach Volksgunst haschenden Worthelden der turincr Dcputirtenkammer Stoff zuDeklamationen und Interpellationen bot, richtete Karl Albert seine Hauptsorge aufdir Belagerung Peschieras, welches seit der Ankunft deS picmontcsischen BclagerungS-parks heftig und andauernd beschossen wurde. ,Dic oberste Leitung war dem Herzogevon Genua anvertraut. Der König hatte am 28. April dem Bombardement beige-wohnt, als er, nach dem Hauptquartiere zurückkehrend, erfuhr, daß ein starkes öst-reichisches Corps das Hauptlager von Verona verlassen habe und sich nach Mantuabewege, um von der rechten Seite des Mincio einen Angriff auf die Piemontcsen zuversuchen und Peschiera Verstärkung zuzuführen. Durch frische Truppe» gestärkt,halt« Radetzky beschlossen, von der Defensive zur Offensive überzugehen.

Da« piemontesisch« Heer dehnte sich von Mantua bis Pastrcngo aus, und lehntesich hauptsächlich an Santa-Eiustina, Sona, Sommacamvagna, Villafranca und dieUmgegend von Peschiera. Bei Mantua stand die vom General Dc-Laugier befeh-ligte toScanische Division von 6000 Mann, welche bereits mehre Ausfälle der Festung«'besahung tapfer zurückgeschlagen hatte. Zu spät wurde diese Division von dc». Heran-nahen deS 55000 Mann starken Radehky'schcn Corps unterrichtet. Die östreichischeAvantgarde von 14—>5000 Mann warf sich am Morgen des 20. Mai auf diefast dreifach schwacher» ToScancr bei Curtatone und Montanara, die nach hcldenmü-thigem Widerstand« zu», Theil aufgerieben, zum Theil gefangen genommen wurdenKaum 1500 Mann entkamen nach Goito, wo Karl Albert in größter Eile,seine Kräftezu vereinigen suchte. Diese beließen sich auf 19—20000 Mann, als die Östreich» u»>5 Uhr Nachmittags vor dem picmontesischen Lager erschienen und, unterstützt durchda- Feuer von acht Batterien, einen Angriff unternahmen, der vier Stunde» dauerte-Drei mal war da- plemontesische Lager in Gefahr, i» die Gewalt der Feinde, ichfallen. Bei dem vierten Sturmlaufe drängten sich die picmontcsischen Offiziere indie vordersten Reihen der Soldaten, und feuerten diese durch ihr Beispiel so an, baßdie Stürmenden zurückgeworfen und in die Flucht getrieben wurde». Gleich-"^stürzte sich ein von dem tüchtigen Major Mollard geführte- Bataillon mit beMBayonnet auf den Feind, während der General Olivieri mit zwei Eavalcricrcgimen-lern die Niederlage der Östreich» vervollständigte, die sich In ungeordneten Hau-fen von. 2 — 4000 Mann der Flucht überließen. Über 000 Todte »ndd"« ließ«» sie auf dem Kampfplätze zurück. Der FcldmarschaU Radetzky rechnetE so großer Sicherheit auf da- Gelingen seine- Plan-, den ganzen rechten Flugeder piemonitsischtn Armee zu zerstreue», ihre Operation-- und tLom»iu»>cationsllmc>zu unttrbrcchkn und sich einen sichern Weg nach Mailand zu bahnen, baß er c>Befehl ertheilt hau«, alle Bagagewagen von Mantua für den Tag deS 2..unter den Mauer» von Verona zu vereinigen.