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Achter Band.
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Das Königreich Sardinien. 563

General Pepe und andere Militärs, die über den italienischen Feldzug geschrie-ben, rechnen es Karl Albert zum größten Fehler an, daß er sich am Mincio auf-stellte und Peschiera belagerte, während die kampflustigen, noch von heißem Enthu-siasmus beherrschten Soldaten sich nach einer Schlacht sehnten, die Östreichcr da-gegen durch beständige Märsche ermüdet, durch viele Verluste geschwächt, durch dieRevolutionen in Wien und die allgemeine Erschütterung des Kaiserstaats entmuthigtwaren. Allein gerade der Widerstand der Plätze Peschiera und Mantua bezeugte,daß die Kaiserlichen bereits die erste Entmuthigung überwunden und sich zum Kampfevorbereitet hatten. Jedenfalls würde es ein bedeirkliches Wagestück gewesen sein, diejungen noch nicht ans Feuer gewöhnten Truppen gegen das fest verschanzte Lager beiVerona zu führen, wo sie auf die feindlichen Batterien nur mit Bayonnetangriffenhätten antworten können. Doch sollte bald die Erfahrung sprechen.

Verschiedene kleine Treffen bei Villafranca (20. und 26..April), bei Cola undSandra (28. und 20. April), in welchen die andrängenden Östreich» zurückgeschla-gen wurden, ließen die Absicht derselben erkennen, das Vordringen der Piemonkesennach der Etsch zu verhindern und sie von Verona fern zu halte». Der Übergangüber die Etsch ward für die Letzter» durch die Einnahme der festen Positionen vonBussolengo und Pastrengo bedingt, die unter General d'Aspre von 20000 Östrei-chern vertheidigt wurden. Karl Albert beschloß zuerst Pastrengo anzugreifen, und amVormittag des 30. April begann er, an der Spitze der von den Generalen Sonnaz,Broglio und dem Herzoge von Savoycn commandirten Divisionen den Sturm mitso gutem Glück, daß Pastrengo und Bussolengo nach wenigen Stunden in seine Ge-walt fielen. ..Nach verzweifelter Vertheidigung während des fünfstündigen Kampfeswurden die Östreich» über die Etsch zurückgeworfen, aus deren linkem Ufer sie 1500Gefangene, Verwundete und Todte zurückließen. Nicht so sehr der Sieg dieses TageS,der Zeugniß von dem Muthe der Piemonkesen ablegte, als politische Gründe bestimm-ten Karl Albert zu einem gewagter» Plane. Die Eröffnung des Parlaments zu TurinWar herangenaht, und seine Minister sowie die. Regierung von Mailand hatten ihmdie Ungeduld dcr beiden Städte geschildert. Überdies begann England bereit- vonVermittelung eines Waffenstillstandes zu sprechen. So entschloß sich denn dcr Kö-nig, die eben eingenommene Position zu verlassen und mit Zuziehung der übrigendiSponibeln Truppen in fünf Colonnen auf Santa-Lucia, wenige Miglien vor Ve-rona, zu marschiren, in der Absicht, dem Feinde eine entscheidende Fcldschlacht an-zubieten. Lon diesem Plane unterrichtet, ließ Radehky sämmtliche feste Positionenund Höhen um Santa-Lucia besetzen. Die großen Schwierigkeiten des Terrain-machtcn das Zusammentreffen der picmontesischen Colonnen zur festgesetzten Stundedes 6. Mai unmöglich. Die Colonne des Centrums, bei welcher sich Karl Albertbefand, langte zuerst an, und niußre allein einen mehrstündigen Angriff-- und Der»thcidigungskampf aushalten. Mit der Ankunft dcr übrigen Colonnen wurde der

Sturm der erster» auf die feindlichen Verschanzungen unterstützt, doch lange undheiße Stunden hindurch wegen des mit Hindernissen bedeckten und unebenen Bedenkvergeblich.*) Die Artillerie konnte die Stürmenden nicht decken, in deren Reihen diegünstig aufgepflanzte östreichische Artillerie den Tod schleuderte. Einer der trefflich-sten picmontcsischcn Offiziere, der Oberst Caccia, wurde hier todtlich verwundet. Einletzter verzweifelter Angriff der Piemonkesen trieb die Östreichcr zur Flucht aus denVerschanzungen. Inzwischen war die Division Broglio bei dcr Erstürmung vonCroce-Bianca in Gefahr, von den Östreich»,, im Rücken angegriffen und aufgerieben

leb? Wer die Beschaffenheit dieses Terrains nicht au» eigener Anschauung kennt, kann sichBegriff von den unendlichen Schwierigkeiten machen, die hi» jedn militärischen Di«.kchgcgcngcsctzt werden. Die Ebene ist so dicht mit Maulbeerbäumcn, Gestrüpp undkann ^/""uen angefüllt, daß man fast von keinem Tunkt üb» hundert Schritt weit Obenkommt noch, daß sämmtliche Felder von Gräben und »ose aufgehäuften Stein-mauern bis zur Höh, 15 und 20 Fuß umschlossen sind.

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