Band 
Achter Band.
Seite
574
JPEG-Download
 

574

Das Königreich Sardinien.

Position hartnäckig vertheidigte und selbst einige Anhöhe» erstürmte, während derHerzog von Genua, der seine Soldaten rasch bei Bcrettara zusammengezogen hatte,bi- zum Einbrüche des Abends kämpfte. Um 3 Uhr Nachmittags wurde der Kanrpfallgemein und verzweifelt auf der ganzen Linie von Valeggio bis Sommacampagna.Die Prinzen behaupteten ihre Positionen durch immer neue Bayonnetangriffe. . Dreimal trieb der Herzog von Genua während sechs Stunden die stürmenden Ostrei-cher, 15000 Mann stark, zurück. Der Herzog von Savoyen widerstand mit 9000Mann den ganzen Tag über 19 östreichischen Bataillonen, die Nadetzky in Personanführte. Endlich gelang es den, Letztem, der mit seinen dreifach überlegenen Streit-kräften den Kampf schon am frühen Nachmittage siegreich hätte beenden können,wenn er nicht aus dem hartnäckigen Widerstände der Piemontcsen Fehlschlüsse hin-sichtlich ihrer Stärke gezogen, nach fast l lstündigem Kampfe einige Positionen beiCustozza zu nehmen. Der^ mit Verzweiflung aufrechterhaltene Kampf konnte indessendie Piemontesen, bei der Übermacht drS Feindes, nicht zum Siege, sondern nur zurVernichtung führen. Die vom Könige commandirtcn Truppen hatten den ganzenTag über weder Speise noch Trank über die Lippen gebracht; manche Kämpfer, ver-schont von feindlicher Kugel und Waffe, stürzten, erschöpft vor Hunger, Hitze undKampfanstrengung, zu Boden und starben den traurigsten Tod mitten auf dem Kampf»platze! Der König gab Befehl, auf der ganzen Linie zum Rückzüge zu blasen, wel-cher in volkommener Ordnung auf dem Wege nach Billafranca vor sich ging. Diekaiserlichen Truppen waren so ermüdet, daß sie nicht einmal an Belästigung deSRückzugs dachten. Gegen >500 Todte und Verwundete ließen die Besiegten vonCustozza auf dem Schlachtfelde zurück, während die Sieger deren über 2000 ver-loren haben sollen.

Die Entkräftung der picmontesischen Truppen, der Mangel an Lebensrnittelnund Provision bestimmten Karl Albert, den Rückzug von Villafranca, welches ringsumvom Feinde umgeben war, »ach Goito zu nehme», wohin er um Mitternacht überRoverbella und Marmirolo aufbrach. Zahlreiche Opfer kostete dieser trostlose Rück-zug! Nicht der Feind, sondern Hunger und Erschöpfung verfolgten die Besiegtenund bezeichneten ihren Weg mit Leichen und Sterbenden. In Goito hielt sich derKönig nicht sicher ohne die Einnahme von Volta, und er schickte deshalb den Ge-neral Sonnaz zur Vertreibung der östreichischen Besatzung ab. Nach langem undwüthendem Kampfe während der ganzen Nacht vom 27. auf den 2U. Juli zog Son-naz über die Haufen von tausend verwundeten und gefallenen Piemontesen und Sa«voyarden als Sieger in Volta ein. Aber welch ebenso theuer bezahlter als frucht-loser Sieg! Vor Erschöpfung sanken die Soldaten zusammen, während sie, nichtBrot und Wasser, sondern Munition federten. Aber auch diese fehlte, und Sonnazmußte au- Mangel an Munition noch am Abende des 28. Juli das ruhmvoll Be-nommene Volta wieder aufgeben.

Nach so vielem Unglück, welches zum Theil die Verhältnisse, zum Theil dieFehler und die Unerfahrenheit der Führer verschuldeten, konnte e» nicht ausbleiben,daß da» tapfere piemontesische Heer, da- seine höchsten, aufopferungsvollsten Anstren-gungen immer erfolgloser werden sah, von tiefer Abspannung ergriffen wurde.

Albert selbst hatten die Strapaze» und Entbehrungen, die er mit dem gemeine»Soldaten theilte, fast unkenntlich gemacht. Mehre Generale drängten auf Suspen-sion de« Kampfe», und so entschloß sich denn der König, um seinen Truppen eim-^uhe zu schaffen, durch die Generale Be» und Nossi dem östreichischen Obergenereinstweilige Einstellung der Feindseligkeiten vorzuschlagen. AIS Prei» dafür ver angder Leckere: Rückzug der Piemo"--^-" dla H)r,>i,iima der »Perz g "

wollen wir mit der Waffe in d,Wort wurde an Radetzkr» abgefermontesische Lager abgebrochen.

mer und Auslieferung der öftregungen vernahm, rief er seinen

! Al« der -o...» n

mmelten Generalen zu: „Ehe'

. u„d eine entsprechende An

de» 29. Juli ward das ps, Heer nach Mailand, u