Das Königreich Sardinien.
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gendstcn Bedingungen dictircn, wo nicht gar es unterwerfen. Überdies war dieStadt kaum für einige Tage mit Munition und Proviant versehen, und eine dauern-dere Vertheidigung schon deshalb nicht möglich. Der versammelte Kricgsrath, zuwelchem der Oberbürgermeister und andere mailänder Civil- und Militärautvritätenzugezogen wurden, erklärte als unvermeidliche Nothwendigkeit, mit Nadehky in Ver-handlung zu treten. Dieser stellte als Bedingung auf: Auswechselung der Gefange-nen, Auszug der Picmontcsen am folgenden Tage und gleichzeitiger Einzug der Öst-reicher in die entgegengesetzten Thore. Außerdem versprach er Schonung der Stadt,unbehinderte Auswanderung der Bürger, Amnestie für die Zurückbleibenden. Nochhatte Karl Albert diesen traurigen Pact nicht gezeichnet, der die Zustimmung des Po.dcsta Paolo Bassi, des tapfern lombardischen Generals Zucchi und des Generals Fanti(vom Verthcidigungscomitc) erhielt, als die Nachricht von den Verhandlungen amfolgenden Morgen in der Stadt bekannt wurden. Auf alle Bürger machte dieseKunde einen erschütternden Eindruck. Tiefer Schmerz erfüllte die Meisten, Mailandwieder unterworfen zu sehen — die bittere Folge selbstverschuldeten Unheils. Dieenthusiastische Jugend wollte eher auf den Barrikaden fallen als sich dem Feindeunterwerfen. Diese Stimmung wurde von den wüthendsten Factiosen — Diele der-selben standen langst im Rufe, besoldete Werkzeuge deS Verraths zu sein — zumvollständigen Verderben benutzt, und der Factivnsgcist der republikanischen Winkel-blätter trug seine Früchte. Auf offener Straße erschossen sie die Ersten, welche lautvon der Capitulation sprachen. Durch trunkenes Verrathgeschrei gewannen sie dieerregte Menge, die unter ihrer Anführung wüthend die Straßen durchlief. Der re-publikanische General Fanti wurde wegen seiner Zustimmung zu der Capitulationvon, Pferde gerissen, und wäre von Bayonnetstichcn durchbohrt worden, wenn ihn'ücht einige Bürger dadurch gerettet, daß sie ihn als „Gefangenen" abführten. Als'treffliche Patrioten bekannte Männer, wie der Historiker Graf Litta, Anclli, Gin-, lini, Clcrici und Andere, wurden alS Gefangene im Marinopalast eingesperrt. Flücheund Verwünschungen auf Karl Albert'S Namen erfüllten die Luft. Der Pöbel hörtenur noch die wüthendsten Stimmen. Alle bessern Bürger und Patrioten wurdenvom Schrecke» beherrscht, wagten cS nicht, zu beschwichtigen; viele Feige vergrößer-ten die Scharen des betrogenen Pöbels. Unter dem Rufe: Nieder mit Karl Albert!f Tod dem Vcrräthcr! Nieder mit dem Freunde der Ostreicher! zog ein Wüthenderseinen Pöbclhaufcn nach sich zum Palast Greppi, wo der König wohnte. Ein TheilMder Nationalgarde vor dem Palaste floh davon, der andere scharte sich zu der her-M. ^stürmenden Bande, die sich von allen Seiten vergrößerte. Einer der Führer spornte^ die Menge zur Erstürmung deS Palaste- an. Der Oberst Nardoini erkannte jedoch!" jenem aufreizenden Führer ein anrüchiges Subject, und er denuncirte ihn denU Umstehenden mit den Worten: „Dieser hier betrügt euch, er will Italiener gegenI. ^ a icner zum Brudermord aufstacheln, um dem Feinde desto leichter die Thore zua k ^'ile Bandcnführer floh davon, verfolgt von vielen Popolano«. Aber
! Tbcil k cn,^> ^^"gkcn, daß der König sich auf dem Balcon zeige, während einunersck^^""^"^" in den Hof drang und die Treppen hinausstürmte. Frei unddie Volksmcnae'" ^"'«rl auf den Balcon; mir ruhigem Blick schaut er aufab d^i- vn>, s-i,,».? ^"6"' meuchelmörderische Hände ihre Büchsen auf den König!em verlassen allein auf dem Balcon stehen bleibt,
imI-k und sein ruhige« Auge entgegenhaltend. Mitten
der » d'^Menge von Entsetzen ergriffen zu werden. Aber einer
Ks'rcht, die Wuth des Pöbels gegen sich und seine Genossen» seine einen Stuhl, wirft dem Könige mit kreischender Stimme
' mu« 1821, seine Theilnahme am Kampfe für den spanischen Det-poti«
1853 ruft »ach Rache wegen der fusilirten Republikaner von
! Mailand >"il der Anklage, daß Karl Albert den Unabkänglgkeii-ki.tg und
a» die Ostrcicher verrathen. Hierauf neue Ausbrüche von Geschrei. WähDu- Wegeiiwar,. v,„. 27