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Achter Band.
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Das Königreich Sardinien.

Romana ab, wo er in Erwartung der lchtcn Entscheidung die ersten vom Kanonen-donner nicht unterbrochenen Schlummerstunden genießen sollte. Eine Deputation derturincr Deputirtenkammcr überbrachte ihm die feierliche Mittheilung, daß das Par-lament die Dictatur der königlichen Autorität dccrctirt und sich freiwillig auf dreiMonate prorogirt habe: einfache königliche Decrctc sollten alle für das Heil deS Va-terlandes nöthigen Maßnahmen anordnen können. Mit so ruhmvollem Vertrauen,mit so treuer Hingebung scharten sich die Patrioten Picmvnts in der Stunde derGefahr und deS Unglücks um den König, vernichteten sie mit einem Schlage dieaufkeimenden Umtriebe einzelner Factioscn! In Turin, wo seit dem 26. Juli aufdaS Ministerium Dalbo - Parcto das Ministerium Casati - Parcto - Giobcrti gefolgtwar, hatte die Kunde von der Niederlage bei Custozza und vom Rückzug der König-lichen wie ein Donnerschlag aus heiterm Himmel gewirkt. Doch mit der erstenFassung verband sich hier die allgemeinste Bereitwilligkeit zu den äußersten Opfern,zur Hingabe von Gut und Blut für den König und das Vaterland.

Indessen sollten die erschöpften Picmontescn keiner langen Ruhe genießen. Schonum 5 Uhr Morgens des ä. Aug. trafen djc östreichischen Corps mit den piemonte-sischcn Vorposten zusammen, und der Kanipf wurde von beiden Seiten mit lethaf-tem Gewchrseuer eingeleitet. Wenige Stunden spater begann der Kampf auf denäußersten Flügeln der picmontesischcn Linie, und gegen Mittag war die Schlacht all-gemein. Wüthend wurde im Centrum gckämpft, auf welches immer neue Schareneindrangen. Radctzky halte seinen Soldaten versprochen und sie angefeuert, desAbend- in Mailand .einzustehen. Die Picmontcsen kämpften in dem Bewußtsein,daß die Schlacht vor den Thoren Mailands die entscheidende sei. Mit jeder Vier-telstunde wurde der Kanipf regelloser, Handgemenge und Feuer verzweifelter. KarlAlbert erschien überall, wo die Gefahr am größten, der Kampf am cntbranntcstcttwar; an seiner Seile tödtekc eine Kanonenkugel den beliebten Hanptinann Avogadround den Lieutenant Gazelli. Der Anblick des Königs feuerte die erschöpftesten Sol-daten a». Der Oberstlieutenant Loc>Maria grüßte ihn mit begeistertem Zuruf, niilder Linken auf seinen zerschmetterte» Arm zeigend. BiS zum Abende erhielten sichdie Piemontescn in ihren Positionen; mehrmals waren sie an einigen Punkte» ge-wichen, aber ebenso oft wieder vorgedrungen. Gegen Abend entlud sich ein furcht-bares Gewitter, dichte Regengüsse strömten vom Himmel. In den Vorstädten brann-ten niehrc Häuser; von den Stadtlhürmcn mischte sich Sturmgeläute in den Don-ner de- Gewitters und der Artillerie. Schon begann eS zu dunkel», und der Kampsdauerte noch fort. Frische Truppen kamen immer wieder den Ostrcichcrn zu -^ulfc,während die Piemontescn ohne Wechsel im Feuer standen. Das Verhältniß der

Kaiiipfenden war zu ungleich; man mußte endlich die Schlacht als verloren beirach'ten. Der König gab Befehl zum Rückzüge, nachdem er die Verschanznngcn bei de"Thoren hatte occupiren lasse». Ohne sich Ruhe zu gönnen, durchstreifte er mit set-nen Adjutanten die langen Wälle um Mailand, um sich mit eigenen Augen vonder Haltbarkeit und den Verlheidigungsmitteln der Stadt zu überzeugen. Hier "»da begegnete er zerstreuten lombardischen Soldaten, Männern auS dem Volke »in

Flinten bewaffnet, mailänder Nationalgardisten, die al- Kämpfer wenig Vertraue»einflößten. Die eigentliche» Vertheidigung-anstalten fehlten. Die Vcrschanzungcnhatte man erst begonnen; an den Straßenmündungen waren Barrikade» '

tet, die gegen Feldarkillerie unhaltbar. Dir von den lombardischen Soldaten bcjc^ten Bastionen waren so verfallen, daß der Feind sie bei nächtlichem Angriff » )überwinden und so in die Stadt dringen konnte. Unter dem Verraihgeschr«'Ruxublikaner und dem rath- und thaklosen Zusammenhocke» der Provisor»«)«'gierung war die Befestigung der Stadt verabsäumt worden. _L,. .,

Die düstersten Besorgnisse bemächtigten sich des Königs.ten sich zur Nachiz.it ohne große Anstrengung durch Sturm der Stadt b-mach' gt

Karl Albert selbst gefangen nehmen, sein erschöpf,-- H-" im verzweifelten Kan Pl

vollends aufreiben, an Mailand wüthende Rache übe», und Piemont die o-