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^ Lübeck.
genannte Schritt war leicht gethan, weil es dazu nur eines freien Entschlusses be-durfte. Lübeck als Staat konnte eigentlich dieser an sich höchst zweckmäßigen Ein-richtung entbehren, weil das Polizciwesen der freien Hansestadt zwar sehr gut gcord-net, nicht aber so peinlich eingerichtet ist, daß es den Fremden und Einheimischen zurQual wird. Der Anschluß Lübecks an den deutsch-östreichischen Postvercin war in-dessen eine Wohlthat für das gesammte correspondircnde Publicum. Es war damit inder That einem schmerzlich gefühlten Bedürfniß abgeholfen; denn unter den vielen' mittelalterlichen Einrichtungen, die sich total überlebt und als Hemmschuhe zeitgemäßenFortschritts erwiesen haben, waren die postalischen die mittelalterlichsten in Lübeck.Es ist bereits bemerkt worden, daß bis zum Jahre 1851 das städtische Postamt voneinem Mitgliede des Schonenfahrrrcollegiums verwaltet wurde, dem gründliche Kennt-nisse im Postsache stets abgehen mußten, da ein derartiger Postmeister in seinen glück-lichern Jahren immer nur Kaufmann gewesen war. Durch diese mangelhafte Be-schaffenheit des Postwcsens hatten sich Übelstände seltsamster Art eingeschlichen. VonPromptheit und Ordnung war wenig die Rede. Alles ging so /chlcndrianmäßig,daß nur die den Lübeckern innewohnende große Ehrlichkeit größere Übelstände nieder-halten konnte. Bedenkt man, daß außer dem städtischen Postamte, mit welchem auch> die mecklenburgische sowie die skandinavischen Posten verbunden waren, noch ein Thurn-! und Taxis'scheS Postamt existirte, daS aus Mangel an hinreichendem Verkehr nur
! an gewissen Tagen Briefe beförderte, die ihm zum Theil auf seltsamen Umwegen
jugingen, so laßt sich ermessen, wie lange Zeit Briefe oft unterwegs waren. EinI Brief von Lübeck nach Mitteldeutschland konnte gern acht Tage laufen, trotz der Berlin-Hamburger und Magdeburg-Wittenberger Eisenbahn. Dabei mußten Preise erlegtwerden, daß lebhaften Korrespondenten bange dabei ward.
' Die Ernennung Lignau'S zum Postdirector in Lübeck brachte mehr Leben in
das verrottete alte Postunwesen, und der Beitritt zum deutsch-östreichischen Postver-ttn, der nach längcrn Unterhandlungen erfolgte und beinahe an den Federungen dcSF Thurn- und Taxis'schen Postamts gescheitert wäre, diente wesentlich zur Erleichterungdes Briefverkchrs mit den binnenländischen Staaten Deutschlands. Dänemark, das.Wie bemerkt, bei der Eiscnbahnbewilligung sich vorbehalten hatte, nach Eröffnung derganzen Bahnstrecke von Lübeck bis Blichen ein eigenes dänisches Postamt in der altenHansestadt anzulegen, führte diesen Plan auch alsbald wirklich aus. Es erwarbei» ziemlich im Mittelpunkte der Stadt gelegenes Haus auf der Königsstraße und rich-tete dasselbe seinen Zwecken entsprechend ein. Diejenigen, welche es ungern sahen,daß die Krone Dänemark so festen Fuß mitten in Lübeck fassen sollte, mögen da-mals schon dunkel geahnt haben, daß selbst der freien Travenstadt vom Sunde wenigEütes kommen werde. Die Ansprüche, welche Dänemark erst in allerneuester Zeitzu mache» beginnt, und welche dahin gehen, für alle nach Dänemark bestimmtenGüter die Beförderung zu übernehmen, d. h. Dänemarks gesammtstaatlicher Spedi-teur zu sein, wird dem lübeckischen Handelsstande, falls es wirklich dazu kommt, tiefeWunden schlagen; denn Lübecks Handel ist größtentheils Speditionshandel, und beidiesem Handel spielt unter den skandinavischen Staaten begreiflicherweise Dänemarkdie erste Rolle. Der Staat Dänemark würde freilich pecuniär gar nichts dabei ge-w"'"°u, wol aber müßte er die wichtigste Branche zuvörderst des lübeckischen, sodannaber auch des kieler Handels ruinircn, und sich für den nordischen Verkehr völlig, unentbehrlich machen.
Schon vor Eröffnung der Eisenbahn machte sich das Bedürfniß nach einerelektromagnetischen Telegraphcnverbindung mit dem großen deutschen Tclegraphennetzsuhlbar. Da man nicht annehmen konnte, daß die Gesellschaft der Lübeck-Buchenerahn eine Telegraphenlinie herstellen werde, welche allen Anfoderungen deS Publi-so einige Privaten den Entschluß, eine eigene elektromagne-
"" bgraphenverbindung aus eigene Kosten, d. h. mittels Actienzeichnung zu er-richten, die vorzugsweise dem Publicum dienstbar sein sollte. Es war Plan dir-1« Unternehmens, sofort den Seehafen Lübecks, Travemünde, durch den elektromag»