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Achter Band.
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Das Angloindische Reich.

tung, die indische Bevölkerung am meisten. Um den nächsten Misstände» zu begeg-nen, wurde die Schule zu Haileybury (1806) begründet, wo die Söhne der Actien-inhabcr, der Diener und Freunde der Compagnie für die bürgerliche Verwaltungerzogen werden. Zur Vorbildung für den Kriegsdienst sind die Schulen zu Wool-wich und Addiscombe eingerichtet. 3 — 400 junge Männer finden im Durchschnittejährlich in beiden Zweigen, im Militär- und Civilwesen, eine lebenslängliche Ver-sorgung, wozu sie noch überdies auf Unkosten der indischen Bevölkerung ihre Er-ziehung erhalten.

Das Neformministerium Lord Grey's wußte wol, die Compagnie werde sich,wenn auch mit Widerstreben, allen Wünschen des Landes fügen, sobald ihr nur dasPatronat erhalten bliebe. Es wurden dem Vorsitzenden im Indischen Hause dieBedingungen mitgetheilt, unter welchen die Regierung geneigt sei, den Freibrief zuerneuern. Alle Sonderrechte in Betreff des Handels, namentlich des chinesischen, hö-ren auf; die Compagnie ist ferner blos eine politische Corporation; ihr bleibt jedochdie Regierung Indiens und das damit zusammenhängende Patronatswcscn mit ge-ringen Veränderungen erhalten. Der Einwand der Dircctoren, ihrer Freunde undPensionäre, worunter auch Marquis Wellesley, das Capital und die Interessen derGesellschaft würden durch die Freigebung des Handels, dessen Gcwinnste bis jetzt dieDividende deckten, gefährdet, wurde leicht beseitigt. Das Einkommen Indiens, ent-gegnen der Vorsitzende im Controlamte, beträgt jährlich 22 Millionen Pfund Ster-ling und scheint sich immer zu vermehren; das Land ist unermeßlich groß und fürjedes Erzcugniß geeignet; eine Menge Hülssquellen liegen hier noch verborgen; dieBevölkerung ist mäßig, arbeitsam und, wie es scheint, auch den Verbesserungen zu'gänzlich; das Schatzamt unsers östlichen Reichs wird sicherlich in gewöhnlichen Zei-ten alle Ausgaben bestreiken können. Die Dividende von 10'/-"/», eine jährlicheSumme von 650000 Pfund Sterling, wird jeder andern Leistung des indische"Schatzamtes vorausgehen; sie bleibt, bis zur Rückzahlung des Actiencapitals, aufden Grund und Boden Hindostans angewiesen. Und würde einst die Hansa auf-hören, so sollen 100 Pfund Sterling der Actie mit 200 eingelöst werden. 3"^Sicherheit der Aktienbesitzer werde jetzt schon eine Summe von zwei Millionen beiden Commissaren der Staatsschuld hinterlegt, welche so lange die Interessen zumCapitale schlagen, bis die zweifache Summe des Actiencapitals, 12 Millionen PfundSterling beisammen seien. Dies wird aber erst 1885 der Fall sein, und so langtzahlt Indien, neben andern schweren Ausgaben, die hohe willkürlich angesetzte Divi-dende. Diese Anordnung ist mit ein Hauptgrund der Verarmung des Landes undder spätern Zerrüttung des indischen Finanzwesens.

Über die Änderungen in der Regierung und Verwaltung Indiens, welche dasInteresse der Compagnie und der englischen Handclswelt, wofür jetzt hinlänglichgesorgt war, nicht unmittelbar berührten, konnte man leicht zu einem Verständnißkommen. Die Angelegenheiten, das Wohl und Wehe der vielen Millionen asiatischerUnterthanen dünkte wol Manchem eine Nebensache. Man hat Indien, wie bereit1773, 1783, 1794 und 1813 geschehen war, so gut es angehen mochte, noch ein-mal auf 20 Jahre verpachtet. Eigenthümer und Pächter, Krone und CompaS"'*suchten gute Geschäfte zu machen und sich gegenseitig so viel als möglich zu über'vortheilen. „Bis jetzt", erklärte die Versammlung der Direkteren, „war es unstrPolitik, Indien in vollständiger Abhängigkeit von Großbritannien zu erhalten,suchten zu gleicher Zeit Beides zu erreichen, eine kräftige Regierung in jenem ^a>und eine beständige, sorgfältige Oberaufsicht in der Heiniat. Die einzelnen rahallcrschaften zu Madras und Bombay hatten eine Art Selbständigkeit; demstatthalter blieb jedoch so viel Macht, um ein gleichförmiges Regicruiigssystem serhalten. Alle diese Behörden standen wieder, durch ein ausdrückliches Gesetz, u ^dem Hofe der Dircctoren und dem Controlamte. Der obersten Regierungkutla war (1828) eigens anbefohlen, ohne Zustimmung de« Hofs keine grünVeränderung vorzunehmen, keine neuen Einrichtungen zu treffen und keine