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Verschworenen hierzu unterstützt, ging jedoch der Nabob von Karnol: er rüstete be-reits in wahrhaft großem Maßstabe zum Kriege. Die Nachsicht von Seiten derEngländer war jetzt zu Ende; man mußte eingreifen. Der Bruder des Nisam wardverhaftet und eingesperrt. Der Nabob aber verlor die Landeshoheit, und die meu-terischen Araber wurden mit Waffengewalt zu Boden geschlagen. Die Emire vonSindh überwachten mit lauernder Aufmerksamkeit alle Bewegungen der Briten inAfghanistan, die Niederlage der Ungläubigen herbeisehnend, um sich in Masse zuerheben und alle den Muselmännern zugefügte Unbill furchtbar zu rächen. Diebritische Regierung wußte, daß wiederholt Boten nach Multan und Lahor gingen,um die Sikh zu einem Bündnisse mit den Fürsten des Islam zu vermögen. Gegendie Mitte des Jahres 1842 schienen diese Plane soweit gereift, daß man nächstenseinen Ausbruch erwartete. Die Häuptlinge hatten überdies Schreiben aus Afgha-nistan erhalten, welche die frühern Lehnsverhältnisse ins Gedächtniß riefen und sieermunterten, das Schwert zu ziehen. Neue Boten, mit kostbaren Geschenken bela-den, standen bereit, um von Cheirpur aus nach Lahor zu gehen. Für leichtgläubigeOhren ward die Sage verbreitet, die Engländer hätten jetzt in Kandahar ähnlichesUnglück getroffen wie früher zu Kabul und Ehasnah. Nasir-Khan, immer in derVorreihe gegen die Ungläubigen, untersagte den Unterthanen bei Strafe der Ein-ziehung ihrer Habe, den Briten Lebensmittel zu verkaufen. Er ließ die englischenBoote auf dem Indus anhalten und zwang sie, die Waaren zu verzollen. DieMißstimmung wuchs schnell der Art, daß man eine allgemeine Erhebung am unternIndus erwarten mußte.
Die Behörden zu Bombay beschlossen nun, ohne den Befehl des Oberstatthal-terö abzuwarten, alsbald ein europäisches Regiment (2. Sept. 1842) nach Karatschizu entsenden. Die Maßregel ward nicht blos bestätigt, sondern Lord Ellenboroughbefahl dem General Sir Charles Napier, die Fürsten von Sindh, wären sie schuldigbefunden, der Art zu züchtigen, daß sie zum Schrecken dienen sollten für alle anderngeheimen und offenkundigen Feinde Großbritanniens. Die Eroberung des Landesward beschlossen. Sindh war einem Heerführer übergeben, der, abhold den feinenWendungen und geheimen Gängen der Diplomatie, die Entscheidung schnell herbei-führen und sich mit neuem Lorber schmücken wollte. Es mochte den Emiren, andie windigen Redensarten des persischen Briefstils gewöhnt, wunderlich und schreck-lich zu Muthe gewesen sein, als ihnen die kurzen entschiedenen Schreiben des tapfernKriegers zu Gesichte kamen, worin über ihren Treubruch Klage geführt und hinzu-gefügt wird: „Die Fürsten müssen auf der Stelle den Beschwerden der britischenBeamten und Kaufleute abhelfen; ein Bruch mit England sei sonst unvermeidlich.Der Obcrstatthalter verlange überdies die Abtretung zweier Provinzen, um hiermitdie Verdienste des Khan von Bhawalpur, des treuen Verbündeten der Briten, zubelohnen." Daß aber diese Federungen alle blos Schein waren, um einen Bruchherbeizuführen, erhellt aus dem umfassenden Berichte des britischen Feldherrn an dieindische Regierung. „Nicht meine Ausgabe ist es", schreibt der General, „zu un-tcrsuchcn, wie wir dazu kamen, Sindh zu besetzen; wir stehen hier durch das Rechtder Verträge, die ich ungeschmälert aufrecht erhalte» will. Nur pedantische Eifererfür eingebildete Rechte sind es, welche behaupten, man verfahre unbillig, sobald manJemand vom Bösen zurückhalte; nur Solche können es hart finden, wenn wir auf^e Erfüllung der Verträge bestehen. Endzweck der Verträge ist augenscheinlich, dieBarbarei abzuschaffen, die geselligen Zustände zu verbessern und die Fürsten zu zwin-3 en, so zu regieren, wie ehrenwerthe und civilisirte Regenten auS eigenem Antriebehandeln würden. Dies führt uns, stehen wir auch jetzt davon ab, am Ende doch-ur Eroberung des Landes. Denn wie könnte sich wol auf die Länge in unsererNahe eine Regierung behaupten, den Interessen der Engländer und ihres eigene»Volks m gleicher Weise entgegenhandelnd! Deshalb ist es besser, den Schlag gleichzu fuhren, was wir auch mit aller Ehrlichkeit thun können; die Fürsten haben inmannichfacher Weise die bestehenden Verträge gebrochen. Die Talpur haben aus