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Achter Band.
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Das Angloilidische Reich..

ren erschienen nicht, und die Auffodcrung an alle Muselmänner in Indien, den hei-ligen Krieg gegen die Ungläubigen zu führen, war erfolglos geblieben. Einen Mo-nat später (21. Febr. 1849) verloren die Sikh die Entscheidungsschlacht bei Gud-scherst, eine Stadt, zehn englische Meilen östlich des Tschenab gelegen, auf der gro-ßen Heerstraße von Atak »ach Lahor. Die Truppen von Multan hatten sich zuvormit dem Hauptheere vereinigt; der Oberfeldherr war klugerweise beseitigt worden;mit ihm der böse Genius des angloindischcn Heeres. Die Artillerie war hier wiederin die^tellung eingetreten, welche ihr nach der jetzigen Kriegskunst geziemt. Vor-züglich an der richtigen Verwendung der Artillerie hängt heutzutage das Loos derSchlachten. 100 Kanonen des größten Kalibers unterhielten, während dreier Stun-den, ein beständiges Feuer in der Weise, daß im Durchschnitt, wie in der Schlachtbei Waterloo, aus jeder Kanone in einer Stünde 40 Schüsse fielen. Kein indischesHeer ist jemals solch einem mörderischen Feuer ausgesetzt gewesen. Es war einfurchtbares Morden in dieser Entscheidungsschlacht bei Gudscherat. Die Sikh zähl-ten, wie es heißt, 60000 und die Engländer blos 25000 Mann. Pardon wurdeweder gegeben noch angenommen; die Gefangenen mußten sämmtlich niedergemachtwerden. Dost Muhammed, sein Sohn Akram-Khan (der berüchtigte Akber, der1849 starb) und mehre afghanische Neitcrhaufcn (16000 Mann stark), die tapfermitgefochten hatten, flohen eilends über den Indus und entkamen glücklich durch dieChaiberpässe. Vergebens boten die Engländer den hier hausenden Stämmen großeSummen, wenn sie dem Emir und seinen Scharen den Dnrchzug wehren wollten.Die Muselmänner übten jedoch keinen Verrath gegen die Glaubensgenossen.

Die schnelle Verfolgung des Feindes, durch General Gilbert, beschleunigte dasEnde des Kriegs. Schir Singh zählte noch 16000 Mann mit 40 Kanonen. Hätteman dieser Truppe Zeit gelassen, sich zu verstärken: der Krieg wäre ohne Zweifel indie Länge gezogen worden. Die Masse der Landbevölkerung, dem herrsch, undrachsüchtigen Soldatenthum abgeneigt, hatte sich während der ganze» Zeit ruhigverhalten und legte auch jetzt den nachsetzenden Engländern keine Hindernisse in denWeg. Die Fliehenden wurden eingeholt, und sie fügten sich ohne weiter» Wider-stand dem Geschick. Mit der Wiedereinnähme Peschawers (16. März 1849) durchGeneral Gilbert war der Feldzug zu Ende. Bei Rawil Pindi, zwischen dem Dsche-lam und Indus, übergaben die Häuptlinge, Schir Singh, sein Vater TschattarSingh und die Andern ihre Schwerter. Die Gemeinen legten ihre Flinten niederlman sammelte deren 20000) und wurden in die Heimat entlassen. Die erbeutetenKanonen in, ersten und zweiten Kriege bcliefc» sich auf 500 Stück. Die Entwaff-nung bei Rawil Pindi bot einen rührenden Anblick dar. Mit Thränen in denAugen trennten sich die alten Krieger von ihrer Wehre. „Hätten uns die Anfüh-rer nicht treulos verlassen", so sprachen Nanadschit's ergraute Reiter, „niemalswäre es soweit gekommen. Jetzt erst, du großer Maharadschas jetzt erst bist du inWahrheit begraben. Doch das Ende der Zeiten ist noch nicht gekommen; wir be-gegnen uns einst wieder im offenen Felde; es werden noch mehre Schlachten ge-schlagen werden zwischen der heiligen Kirche und den treulosen Frengis." Und inder That laufen in Indien, was freilich bei jedem Nationalnnglücke allenthalben derFall ist, allerlei Gerüchte von stattgehabten Bestechungen. „Man habe auch jeßwieder mit Gold erlangt, was das Schwert nicht vollbringen konnte." Auffallenbleibt das milde Verfahren, welches anfänglich gegen die beiden Hauptanfuhrcrbeobachtet wurde: Schir und Tschattar Singh wurden blos auf ihre Güter verwie-sen. Nach Verlauf einiger Monate beschuldigte man sie indessen einer abermalsvcrrätkerischen Verbindung mit den, Emir von Kabul, und führte sie nach versch>edenen festen Plätzen in Hindostan ab. .. h

Die Anordnungen Hardingc's hatten sich nicht bewährt. Das Pendj ^mußte — dies war allgemeine Überzeugung, wollte man neuen Kriegen vorbeug— unter die unmittelbare englische Herrschaft gestellt werden, was auch vermm 'einer Bekanntmachung des ObcrstatthalterS zu Lahor am 29. März 1849 gc>st> ^