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immer gestiegen, und belief sich 1850 auf 51,071710 Pfund Sterling, deren In-teressen 2,410535 Pfund Sterling erheischen.
Man ersieht aus dieser Staatsrcchnung, daß die Grund- und Verbrauchssteuernnahe an zwei Fünftel des Einkommens tragen; ein Siebentel kommt vom Opium,dessen Ertragnisse aber gar sehr dem Wechsel unterworfen sind, und ein Neuntelvom Salzmonopol. Die Ausgaben für die Landmacht verschlingen 56 "/> des ganzenEinkommens; die Marine kostet blos 2 °/». Die Bedürfnisse für die Regierung, fürdie bürgerliche und gerichtliche Verwaltung, für Straßen- und Wasserbau, Post undMünze, selbst die Unkosten für Sindh und andere außerordentliche mitgerechnet, stei-gen blos auf 24'/- "/>, also auf viel weniger als die Hälfte für die bewaffnete Macht.Die Interessen der Staatsschuld, die Dividende der Aktien, dann die Ausgaben fürdie indische Regierung und die auf Zndien berechneten Institute in England betra-gen an 17"/,. Man ersieht hieraus, welche geringe Summe auf die Wohlfahrtund Bildung der Völker des angloindischcn Reichs verwendet wird, und wie sie un-ter solchen Umständen, bei allen Missionen und Missionsschulen, immer mehr ver-wildern müssen. Diese Verwilderung spiegelt sich ab im peinlichen und bürgerlichenGerichtswesen. Die Verbrechen mehren sich, namentlich in den ältern Provinzendes Reichs in wahrhaft erschrecklicher Weise. Wie jedoch hier die mangelhaften Ein-richtungen in Betreff des Grundbesitzes, der Grundsteuer u. s. w. ebenfalls dasIhre beitragen, ist schon aus der einfachen Thatsache ersichtlich, daß sich in Bengalenein Viertel der Processe auf die Verhältnisse von Grund und Boden beziehen.
Alexander von Humboldt.*)
Friedrich Heinrich Alexander Freiherr von Humboldt wurde in Berlin am 14. Scpt.1769 geboren, studirte in Frankfurt a. O. und Göttingen, besuchte eine Zeit langdie Handelsakademie von Büsch und Ebeling in Hamburg und verlebte hierauf, 1790—91, ein Jahr auf der Bergakademie in Freiberg. Die ihm von der preußischenRegierung 1792 gegebene Anstellung als Assessor im Bergwerksdepartement, welchespäter mit dem Amte eines Oberbergmcistcrs in Baireuth vertauscht wurde, gab er1795 wieder auf, um einen Lebensweg einzuschlagen, auf welchem es ihm gelungenist, das Außerordentlichste für die Wissenschaften zu leisten und sich einen unver-gänglichen Namen zu bereiten. Von Jugend auf zur Naturforschung durch innernGenius getrieben, angeregt durch erfolgreiche kleinere Reisen, zumal aber durch denUmgang mit I. G. Förster, den er 1790 auf einem Ausfluge nach dem Nieder-rhein, England und Holland begleitet hatte, begann er nach einem Lande umzublicken,dessen natürlicher und wenig gekannter Reichthum dem fleißigen Forscher die Aussichtauf zahlreiche und werthvolle Entdeckungen eröffnen könnte. War auch die Wahldesselben nicht sogleich fest entschieden, so wurden doch seit 1795 die Wissenschaft-en Vorstudien mit großem Eifer begonnen und mehre Reisen zu diesem Zwecke
unternommen.
Verleb von Humboldt hatte die Güte, der dringenden Bitte des Herausgebers und
Auffand-5 Konversation«-Lexikon" nachgebend, den ihn betreffenden Artikel der neuntenDessen d. m Werk« einer Durchsicht zu unterwerfen. Der berühmte Gelehrte theilte infolgeAngabe ^"llshandlung freundlichst eine vollständige Zusammenstellung seiner Reisen nebstvon Lumbne^folge, der Richtung und deß Zweckes mit, welche sür den Artikel „Alexandermit den Let^« ^ zehnten Auflage des „Convcrsations-Lexikon" benutzt wurde, und hier-mit Ankük,!-,.^ . , "Gegenwart" al« ein höchst interessante« Document dargeboten wird. Dieentlehnt! k-r ^«chen t„ ") bezeichneten Stellen sind wörtlich der Handschrift Humboldt'«,'Conversation- o '"^"de Text gehört dem betreffenden Artikel der neunten Auflage de«
--»er,arions.Lexikon" an. D. Red.