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Alexander von Humboldt.
„Folgendes sind chronologisch geordnet die Ereignisse seiner frühern Jugend.Humboldt verlor seinen Vater, der im Siebenjährigen Kriege, als Major, Adjutantdes Herzogs Ferdinand von Vraunschweig und nachher königlicher Kammerherr war,als er noch nicht das zehnte Jahr erreicht hatte. Er genoß, gemeinschaftlich mitseinem ältern Bruder Wilhelm, im Hause der Mutter, unter der Leitung eines talent-vollen Mannes (des nachmaligen Geheimen Oberregierungsraths Kunth) einer überaussorgfältigen wissenschaftlichen Erziehung. Privatcollegia wurden beiden Brüdern vonFischer in Mathematik, von Engel in Philosophie, von Dohm in politischen Wissenschaftengelesen. Herbst und Winter 1787—88 brachte Humboldt auf der Universität Frank-furt a. O., den folgenden Sommer und Winter wieder in Berlin zu, um Techno-logie, auf das Fabrikwesen angewandt, zu studircn und, nun erst seinem fleißigernBruder nachstrebend, sich ernsthafter mit der griechischen Sprache zu beschäftigen.In dieser Zeit schloß Humboldt sich mit warmer Freundschaft an den jungen aberschon berühmten Botaniker Willdenvw an, und zeigte besondere Vorliebe für das> Studium der Kryptogamcn und der zahlreichen Familie der Gräser. Im Frühjahr
1789 bezog er die Universität Göttingen, deren reiche Schätze er ein Jahr lang be-nutzte. Er frequentirte gemeinschaftlich mit seinem Bruder (der bald mit Campe,wenige Wochen nach dem Sturm der Bastille, die Reise nach Paris machte) diephilologischen Collcgia des Heync'schen Seminars. Sein erster Versuch einer litera-rischcn Arbeit war eine kleine Schrift über die Webereien der Griechen, die nie er-schienen ist, aber (wie man aus der Korrespondenz von W. von Humboldt erfährt)1794 an F. A. Wolf zur Durchsicht geschickt wurde. Die Liebe zu naturhistori-schen Studien wurde in Göttingen mannichfach genährt durch den Unterricht vonBlumenbach, Beckmann, Lichtenberg und Link, durch Reisen an den Harz und andie Nheinufer. Eine Frucht der letzten Excursion war Humboldt's erstes gedrucktesBuch: «Über die Basalte am Rhein (vorzüglich den Unkeler Steinbruch), nebst Un-tersuchungen über Syenit und Basanit der Alten.» Im Frühjahr und Sommer
1790 begleitete Humboldt von Mainz aus Georg Förster, der mit seinem Vater demCapitän Cook bei seiner zweiten Weltumsegelung gefolgt war, auf einer schnellenaber überaus lehrreichen Reise durch Belgien, Holland, England und Frankreich-Dicse Begleitung, das Wohlwollen von Sir I. Banks, eine große, Plötzlich erwa-chende Leidenschaft für das Seewesen und den Besuch ferner tropischer Länder äußer-ten den belebendsten Einfluß auf Entschlüsse, die nach dem Tode der Mutter einst zurAusführung kommen sollten. Im Monat Juli 1790 aus England nach Deutschlandzurückgekehrt und damals noch zu einer praktischen Laufbahn im Finanz- und Ka-meralfache bestimmt, begab sich Humboldt nach Hamburg auf die Handelsakademievon Büsch und Ebeling, um ein Collegium über den Geldumlauf zu hören, dasBuchhalten zu erlernen und von den Comptoirgeschäften genaue Kenntniß zu nehmen.Der Zusammenfluß so vieler jungen Leute aus den verschiedensten Theilen von Eu-ropa gab auf diesem Institute die günstigste Gelegenheit zur Übung in lebendenSprachen; auch machte der Contact mit Klopstock, Voß, Claudius und den beidenStolberg (im nahen Holstein) den Hamburger Aufenthalt sehr angenehm und lehr-reich. Nach einem fünfmonatlichen Aufenthalte in Berlin und Tegel im mütterlichenHause, erlangte endlich Humboldt die Erlaubniß seine nächste Lebensbestimmung zuverändern und nach seinem sehnlichsten Wunsche außerhalb der Städte in der freienNatur zu leben, zum praktischen Bergbau überzugehen. Er hatte indessen seine 'tanischen Exkursionen mit Willdenvw fortgesetzt, fleißig gearbeitet an Ustcri's «Ist 'nal der Pflanzenkunde», und bei Keimversuchen die reizende, alle Keimkraft so au>fallend beschleunigende Eigenschaft des Chlors aufgefunden. Im Juni ^Olbez SHumboldt die Bergakademie zu Freibcrg, genoß des Privatunterrichts von Wern ,der Freundschaft von Freieslebcn, Leopold von Buch und Andreas Del
Jahre später in Mexico angesiedelt sah. Die Frucht eines achtmonatlichen AusHalts im Erzgebirge waren die Beschreibung der unterirdischen kryptogannschenzen und die Versuche über die grüne Farbe der aller Lichteinwirkung entz s