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758 Alexander von Humboldt. !

die Festung Omsk, Miask, wo 1842, in neun Fuß Tiefe, eine Goldmasse von 36 ^

Kilogramm Gewicht gefunden worden ist, über den Salzsee Jlmen nach Slatust, demhohen Taganay, Orcnburg und dem weit berufenen, mächtigen Steinsalzstock von Jlezkin der Kirgisensteppe der Kleinen Horde. Um Astrakhan und das Kaspische Meer zn §erreichen, mußte man wegen der vielen Regengüsse und Überschwemmungen den Weg »

über Uralsk, den Hauptsitz der uralischen Kosacken, Saratow, den Eltonsee, Du- !

bowka (berühmt wegen der eine Kanalverbindung versprechenden Nähe der FlüsseDon und Wolga), Tsaritsyn und die schöne Hcrrnhutercolonie Sarepta in derSteppe der Kalmücken einschlagen. Nach einem interessanten Besuche bei dem Kal-mückenfürsten Sered-Dschab, der sich und seinem Volke einen großen buddhaistischenTempel hat bauen lassen, wurde die Rückkehr über Woronesh, Tula und Moskaugenommen. Die ganze Expedition, welche in zwei Werken, in Gustav Nose's «Mine-ralogisch-geognostische Reise nach dem Ural, Altai und dem Kaspischen Meere«

(2 Bde., 1837 — 42); und in Humboldt's «4sie ventrale, rsvlisrolws sur Issod-nnes cke montggnss et 1s olimstologio vompsrse» (3 Bde., 1843) beschriebenist, hat etwas über neun Monate gedauert, in denen 2320 geographische Meilen(15 aus den Grad) zurückgelegt wurden. Das Jahr 1830 mit seinen großen Um-wälzungen jenseit des Rheins gab den Beschäftigungen Humboldt's auf mehre Jahreeine politische Richtung, die deshalb doch nicht seiner wissenschaftlichen Laufbahn hin-derlich geworden ist. Nachdem er den Kronprinzen im Mai 1830 nach Warschau zudem letzten vom Kaiser Nikolaus persönlich eröffneten constitutionellen Reichstage undbald darauf den König in das Bad von Teplitz begleitet hatte, verbreitete sich dieKunde von dem Sturze der ältern Linie der bourbonischen Familie und der Thronbestei-gung des Königs Ludwig Philipp. Humboldt, der lange schon in sehr naher Verbin- -

düng mit dem Orleans'schcn Hause gestanden, ward vom König Friedrich Wilhelm Ul- ;

beauftragt, die Anerkennung des neuen Monarchen nach Paris zu überbringen und !von dort aus, mit Kenntniß des französischen Hofes, politische Berichte, zuerst vomSeptember 1830 bis Mai 1832, dann in den Jahren 1834—35 nach Berlin ein-zusenden. Dieselben Aufträge wurde» mit gleichem Vertrauen in den folgendenzwölf Jahren fünf mal wiederholt, sodaß Humboldt bei jeder Sendung wieder vierbis fünf Monate seinen Aufenthalt in Paris nahm. In diese Epoche fällt die Her-ausgabe der fünf Bände «Kritische Untersuchungen über die,historische Entwickelungder geographischen Kenntnisse von der Neuen Welt im 15. und 16. Jahrhundert»,nach dem französischen Original von Jdelcr ins Deutsche überseht. Humboldt's letz-ter Aufenthalt in Paris war vom Octobcr 1847 bis Januar 1848. Zwei kleinereReisen außerhalb Deutschlands mit dem Könige Friedrich Wilhelm IV., die eine nackEngland zur Taufe des Prinzen von Wales (1841), die andere »ach Dänemark !(1845) sind ihrer Kürze wegen hier kaum zu erwähnen."

Wenden wir uns zur Darstellung der wissenschaftlichen Leistungen Humboldt'sund des ebenso großen als wohlthätigen Einflusses, welchen er während eines langenund höchst arbeitsamen Lebens auf die Naturforschung ausgeübt hat, so stoßen wirauf einen hier kaum zu bewältigenden Stoff. Die Thätigkeit der Naturforscherzumal der Reisenden unter ihnen, pflegt nach zwei Richtungen zu gehen. Sie be ^zweckt entweder die Aichäufung eines reichen Materials an Sachen, Beobachtungenund speciellen Untersuchungen, oder sie unternimmt die Verarbeitung der Resultateeigener und fremder Forschung zu einem Ganzen, welches entweder unterstützend unerweiternd an schon Vorhandenes sich anschießt, oder an die Stelle des unbrauchbargewordenen Alten tritt. Seltener, als man meinen möchte, sind die Männer, >emit gleichem Glück nach beiden Richtungen arbeiten, denn es setzt die Verfolgungder letzter» nicht nur tiefe, sondern auch sehr vielseitige positive Kenntnisse, große,Talent der Beobachtung und die Gabe des Generalisirens voraus, die Fähigkeit näm-lich, an Thatsachen schnell und scharf jene wichtigen und bezeichnenden Seiten auf >zufassen, wo sie mit andern sich verbinden lassen, andere unterstützen und sie er ar