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Zehnter Band.
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200 Die Vereinigten Staaten von Nordamerika.

Grimm der Nationaldemokraten. Jetzt hatte die vereinigte Parkei gesiegt; aber dieVersöhnung war keine aufrichtige, und der alte Haß trat schon Wiederanlage, alses sich um Vertheilung der Beute, d. h. um Besetzung der Stellen und Amker han-delte. Es war gleichfalls Martin van Buren gewesen, der zu Ende der dreißigerJahre als Präsident die Maxime zur Geltung gebracht hatte, daß „die Beute demSieger zufalle"; es wurden deshalb alle Beamten, welche der Whigpartei angehör-len, abgesetzt oder, wie der Kunstausdrnck lautet, „weggefegt". Nachdem die Whigsan die Regierung gelangt waren, vergalten sie Gleiches mit Gleichem. Als Pierream 4. März 1853 den Präsidentenstuhl bestieg, verstand es sich, der Parteipraxiszufolge, nun schon von selbst, daß die Whigs sammt und sonders die Stellen räu-men mußten, um Demokraten Platz zu machen; es fragte sich nur, welcher Abthei-lung derselben, ob den Hunkers oder Barnburners. Die Erstem gewannen bald dieAnsicht, daß der Präsident und dessen Cabinet den Letztem ungebührliche Bevor;«-gung angedeihen lasse: sie warfen ihm vor, er hege Neigung zu den Frcibodenman-nern. Gewiß bleibt, daß in der Demokratie sich wieder die alten Gegensätze aufdas heftigste befehden, und daß das Cabinet, welches im Anfang auf eine Mehrheitvon 81 Stimmen im Nepräsentantenhause rechnen konnte, Anfang Mai 1851 keinefeste Majorität mehr besaß.

Bei weitem die wichtigste Angelegenheit, welche dem Congresse in der AnfangDecembers 1853 eröffneten Sihungszeit vorlag, war nun eben die schon erwähnteFrage übek die Einrichtung des Gebiets Nebraska. Seit etwa zehn Jahren, beson-ders aber seit der Einverleibung von Oregon und Califomien, sind alljährlich vieleTausend Reisende von den Grenzen der Staaten Iowa und Missouri über den Mis-sourifluß und durch die westlichen Ebenen gezogen. Über sie führt der Weg zu denFelscngebirgen, nach dem Gebiete Utah und dem Großen Ocean. Der südliche Theildes Prairiclandes zwischen dem Arkansas und Kansas einerseits und dem Red Ni-ver, welcher zu beträchtlichem Theile die Nordgrenze von Texas bespült, andererseits,bildet ein organisirtes Gebiet für jene Indianer, die von der Ostseite des Mississippinach dem Westen geschafft und dort nach und nach angesiedelt wurden. Die Ge-gend zwischen dem Kansas, dem Missouri, der Nordgrenze der Vereinigten Staatenund der östlichen Seite der Felsengebirge wurde mit dem indianischen Namen Nebraskabelegt. Seither war diese weile Region Eigenthum von Jndianerhorden, welche hierden Büffel jagen. Ein beträchtlicher Theil besteht aus unfruchtbarem Lande, aber vieleStrecken an den Flußufern und manche Oasen werden den Anbau reichlich lohnen.Im Frühling 1851 waren ganze Karavanen in Ohio aufgebrochen, um am Platteflußsich niederzulassen. Nachdem schon 1811 im Congreß Anträge auf förmliche Orga-nisirung des Gebiets gestellt worden, trat am 26. Juli 1853 eine „Convention derBürger von Nebraska" in Wyandotte City zusammen und erwählte eine provisorischeRegierung, und im December 1853 brachte Senator Dodge von Iowa eine Bill inden Congreß, dergemäß Nebraska und Kansas neue politische Einrichtungen erhaltensollen. Diese Gebiete verbinden, wie bemerkt, den atlantischen Osten und den pacifi-schen Westen. Nach ihrer Besiedelung wird der Verkehr zwischen beiden Theilenleichter und lebhafter sein; vielleicht wird die große Eisenbahn nach Weste» hindurch-geführt, und auf jeden Fall sind die Indianer dann weit eher im Zaume zu halten.Senator Douglas von Illinois, als Vorsitzender des Ausschusses über die Territo-rien, machte die Bill zu seiner Angelegenheit und identificirte sich mit derselben. Erbrachte im Februar 1851 einen Verbesserungsantrag in dieselbe, wonach erklärtward: daß der auf die Sklaverei bezügliche Punkt im Missouri-Compromiß (daß indem Gebiete nördlich von 36° 30^ die Sklaverei für immer ausgeschlossen sein solle)fortan unwirksam sei, und daß es lediglich dem Volke in einem zu organisirendenAw innern Einrichtungen nach Belieben zu regeln, vorausgesetzt,

dEwch die Bundesverfassung nicht beeinträchtigt werde. An sich war daS,ll2url--Compromiß insofern ungesetzlich, als es der Bundesverfassung widerspricht,welche erklärt, daß künftig Staaten in die Union unter denselben Bedingungen auf-