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Die Vereinigten Staaten von Nordamerika.
die Nordamerika«» sympathisircn offen mit den cubanischen Mißvergnügten. SchonAnfang 1850 unternahm der Creole Lopez einen Seezug gegen Cuba mit etwa5000 Mann, meist amerikanischen Abenteurern aus Kentucky, Louistana, Tenncsseeund Mississippi, besetzte die Stadt Cardenas, mußte aber die Insel räume», und seineLeute zerstreuten sich. Eine zweite Expedition, welche er gleichfalls mit Hülfe ameri-kanischer Abenteurer im Sommer 1851 wagte, mislang wiederum und kostete ihmden Kopf. Die Creolcn erklärten sich entweder gegen ihn oder ließen den „Befreier"im Stiche. Seit jener Zeit haben die spanischen Behörden auf Cuba ihre Über-wachung der Nordamerikaner noch verschärft, und fast allmonatlich fallen in HavanaHäkeleien und Mißverständnisse vor, welche der gegenseitigen Abneigung und Er-bitterung immer neue Nahrung geben. Während die Nordamerika«» durch hoch-fahrendes Wesen allerlei Ursache zu Beschwerden geben, lassen die spanischen Behördenes an Takt und Umsicht fehlen: so z. B. im September 1852 in den Angelegen-heiten der Barke „Cornclia" und des Dampfers „Crescent City"; so wieder imMärz 1854 in den Streitigkeiten wegen des Dampfers „Black Warrior", welcherim Hafen von Havana mit Beschlag belegt wurde, weil er einige Hundert BallenBaumwolle an Bord hatte, welche in dem Connossement für die Hafenbchörde» nichtverzeichnet waren. In der Form hatte der Capilä» des „Black Warrior" Unrecht;aber er befolgte eine Praxis, welche die cubanischen Behörden seit Jahren stillschwei-gend gutgeheißen hatten, insofern es sich um Dampfschiffe handelte, welche wie der„Black Warrior" nur die Post besorgten und Reisende beförderten, ohne in HavanaHandel zu treibe». Der „Black Warrior" wurde anfangs mit Beschlag belegt,weil er gegen die Zollverordnungen verstoßen habe, dann aber gegen Erlegung einerSumme von 6000 Dollars freigegeben; aber nur unter Protest der Amerikaner.Die Sache machte in den Vereinigten Staaten großes Aufsehen, der Präsident erließdarüber eine Botschaft an den Congreß unterm 15. März, die sehr drohend lautet.Es heißt darin z. B.: Im Laufe der letzten Jahre seien auf Cuba noch viele andereEingriffe in den amerikanischen Handel, von Verletzung der Rechte amerikanischerBürger und von Beleidigungen der Nationalflagge vorgekommen, und alle Versuche,Genugthuungen zu erlangen, hätten nur zu langen und fruchtlosen Unterhandlungengeführt. Die Angelegenheit des „Black Warrior" liefere einen weiten: Beleg. ImFall Spanien diesmal Genugthuung verweigere, „werde ich nicht zögern, die Macht-befugnisse und die Mittel anzuwenden, welche der Congreß bewilligen mag, um dieBeachtung unserer Rechte zu sichern, Genugthuung für zugefügte Beleidigungenzu erlangen und die Ehre unserer Flagge zu wahren". Das Regierungsblatt, die„^Vaslnngton Union", erläuterte den eigentlichen Sinn dieser Botschaft mit denWorten: „Die Zeit ist gekommen, wo Nachsicht selbst gegen eine ohnmächtige Na-tion, deren Halsstarrigkeit oder Unwissenheit sie an den Rand des Abgrundes ge-bracht hat, aufhört eine Tugend zu sein. Wir müssen nicht allein Genugthuung fürdie Vergangenheit empfangen, sondern auch genügende Sicherheit für die Zukunfthaben. Die Beziehungen zwischen uns und Spanien müssen auf bessern Fuß gestelltoder ganz abgebrochen werden." Mitte April war ein amerikanisches Kriegsschiff vorHavana erschienen, ohne die spanische Flagge zu begrüßen.*)
Die Nordamcrikaner sind überhaupt unbequeme Nachbarn und in ihren aus-wärtigen Beziehungen nicht minder stürmisch und turbulent als in den innern Ange-legenheiten. Sie haben Zerwürfnisse in allen Meeren und Erdtheilcn. Mexico istbereits von ihnen zerstückelt worden. Im Frieden von Guadalupe Hidalgo vomFebruar 1848 übernahm die Washingtoner Regierung die Obliegenheit, die Nord-und Ostgrenze dieses Landes gegen die Indianer zu decken und deren Einfälle und
*) Die Angelegenheit schien zwar in den folgenden Monaten mit weniger Leidenschaftlichkeitbehandelt zu werden, war aber im Juli 185-1 noch nicht definitiv erledigt. Unterdessen ver-breiteten sich Gerüchte von Vorbereitungen zu neuen „Flibusticrunternehmungen" gegen Cubavon Seiten nordamcrikanischer Privatvereinc. D. Red.