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Zehnter Band.
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Die Vereinigten Staaten von Nordamerika.

und Französisch, mit Ausdrücken aus den Sprachen der Krih- oder Knistcnoindianer,der Tschinnk- und Wakaschindianer, sowie jener von den Sandwichsinseln ein bunt-scheckiges Durcheinander bilden.

Die Gleichartigkeit im amerikanischen Volks- und Staatswesen ist nicht etwaein Erzeugniß des Zwanges, sie wird nicht aufgedrungen, sondern macht sich natur-wüchsig ganz von selbst. Der Janker klebt nicht an der Scholle, sein Wandertriebdrängt ihn in die Ferne, und säst überall bildet er den Grundstock der neuen Ansie-delungen. Was dann hinzukommt, schießt gewissermaßen nur krystallinisch an dasschon vorhandene echt Amerikanische an, und lebt sich bald, wenn nicht gleich völligin dasselbe ein, doch mit demselben zusammen. Von den 17,736792 freien Bewoh-nern waren 1850 nicht weniger als 4,112433 in Staaten angesiedelt, die nicht ihreHeimat sind. Etwa 26 "/o der Gesammtbevölkerung von Virginien war außer Lan-des gewandert, von Südcarolina 36, von Nordcarolina 31 °/^> am „discursivesten"find aber die Neuengländer die eigentlichen Jankers. Eingeborene von Massachu-setts wohnten z. B. 18763 in Ohio, 9230 in Missouri, 55773 in Neuyork, 4760in Californien; 133756 Neuyorker wohnten in Michigan, 67180 in Illinois, 58836in Pennsylvanien, 101 in Neumerico; Virginier wohnten 85762 in Ohio, 41819 inJndiana, 10387 in Alabama. Überall bethätigt der Janker seine Frciheitsliebe undseine große Thätigkeit; er ist im Republikanismus aufgewachsen, weiß seine Staats-formen zu handhaben und fühlt sich 1000 Meilen von seinem Geburtsort heimisch,sobald nur das amerikanische Banner über ihm flattert. Wir sind jetzt eben Zeuge,wie sehr dieses Jankeeelement sich auch in der buntgemischten Bevölkerung Califor-nicns zu überwiegender Geltung bringt. In den Vereinigten Staaten ist auf einemso weit ausgedehnten Raume das Volk ununterbrochen in Bewegung. Als Texasangeschlossen war, strömten binnen wenigen Jahren mehr als 150000 Menschen ausden ältern Staaten, namentlich auch aus Virginien, in das Land zwischen demSabine und dem Nueccs, und bald war in Texas an die Stelle ungeordneter spa-nischer Zustände geregeltes Staatswesen getreten. Denselben Verlauf nehmen allmä-lig die Dinge auch in Californien. Es ist gewiß ein Glück für die Union, daßnach und nach der Schwerpunkt derselben in das Mississippi-Stromgebiet, überhauptnach dem Westen hin sich verlegt, wo auch in materieller Beziehung kein einseitigesInteresse vorwalten kann, da dieser Landestheil gleichmäßig aus Ackerbau, Gewerbe,Bergbau und Handel sich angewiesen sieht. Der große Strom ist ein starkes Band,welches die verschiedenen geographischen Regionen zusammenknüpft und die Interessenvon Staaten unauflöslich verschlingt, welche im Übrigen durch eine räumliche Ent-fernung von manchen hundert Stunden getrennt sind. Diese ZusammengehörigkeitWird insbesondere durch die ausgedehnten Verkehrsmittel tagtäglich allen Landesthei-len zur handgreiflichen Wahrnehmung gebracht. Die großen Kanal- und Eisenbahn-linien sind alle zunächst darauf berechnet, die Verbindung zwischen der Küste unddem Mississippilande zu erleichtern, und gegenwärtig baut man auch einen Schie-nenweg von Mobile am Mexicanischen Meerbusen bis Chicago am Michigansee,während zugleich von St.-Louis in Missouri nach Westen hin der Bau einer Eisen-straße begonnen wurde, welche einst bis zu dem Gestade des Stillen Oceans rei-chen wird.

Die Theilnahme am amerikanischen Staatsleben wird den Eingewanderten da-durch erleichtert, daß sie nach fünfjährigem Aufenthalt im Lande Vollbürger derUnion, und in den Einzelstaaten, in welchen die Bestimmungen verschieden sind,häufig schon in kürzerer Zeitfrist Vollbürger werden, somit alle politischen Rechteausüben können. Zumeist schließen sie sich der demokratischen Partei an, zum gro-ßen Mißvergnügen der Whigs, in deren Reihen daher hin und wieder große Abnei-gung gegen sie herrscht. Diese richtet sich vorzugsweise gegen die Jrländer, welchedie turbulenteste Classe der Eingewanderten bilden, auf einer tiefen Stufe der Ge-sittung stehen und, was nicht geringen Anstoß gibt, bigott katholisch sind. Es isterklärlich, daß viele Eingeborene solchen Leuten das Vollbürgerrecht nicht schon nach