Band 
Zehnter Band.
Seite
225
JPEG-Download
 

Die Bereinigten Staaten von Nordamerika. 225

Lande, das zugleich Prairie-, Land- und Seegcbiet ist, erhebe» sich viele Städte, diein raschem Aufblühen sind, wie St.-Paul und Mendota. Keine andere Gegend inden Bereinigten Staaten ist wasserreicher, und bei freilich sehr strengen Wintern dochbis zur Nordgrenze für den Getreidebau geeignet und stark mit Eichen, Ulmen,Zuckerahorn, Nußbäumen, Birken, Eschen und Nadelholz bewaldet. Das Innereist noch Wildniß, die der Pelzjäger durchstreift, und diesem folgt der Holzfäller aufdem Fuße. Aber auch hier im fernen Norden hat man elektrische Drähte gelegtund trifft Vorbereitungen zum Bau von Eisenbahnen. So ist nun der gesammteLändercvmplex der Vereinigten Staaten in allen seinen einzelnen Bestandtheilen poli-tisch organisirt, selbst das Gebiet der Indianer, das, von Texas, Neumexico, Nc-braska, Missouri und Arkansas umschlossen, eine Anzahl kleiner, in jeder Beziehungmerkwürdiger Republiken bildet.

Staatsfinanzen; Geloumlauf.

Die Finanzen der Bundesregierung befinden sich in einer Prosperität, wie keinanderer Staat auf Erden sie auszuweisen vermag. Au Anfange des Jahres 1854war ein Überschuß von nahezu 30 Millionen Dollars vorhanden. Die Einnahmenfür das Fiscaljahr (das mit dem 30. Juni endet) 1831 betrugen 58,917524 Dol-lars 36 Cents, die Ausgaben 48,005878 Dollars 68 Cents, also Überschuß

11,911645 Dollars 68 Cents; im Finanzjahre 1852 die Einnahmen 60,640032 Dol-lars 57 Cents, die Ausgaben 46,007896 Dollars 20 Cents, also Überschuß

14,632136 Dollars 37 Cents. Sie erreichten in dem mit dem 30. Juni abschlie-ßenden Finanzjahre 1852 auf 1853 die Summe von 75,969710 Dollars 77 Cents;die Ausgaben stellten sich auf 54,026818 Dollars 21 Cents, also Überschuß

21,942892 Dollars 56 Cents. Zu diesen Einnahmen lieferte der Ertrag der Ein-

fuhrzölle 58,931865 DollarS 52 Cents, der Erlös aus dem Verkaufe öffentlicher Län-dereien 1,667084 Dollars 99 Cents, aus verschiedenen Quellen flössen 738623 Dol-lars 89 Cents. Von den Ausgaben kamen auf die sogenannte Civilliste (welchedie Besoldung der Kongreßmitglieder, der vollziehenden Beamten, der Bundesregie-rung, der Bundesjustizbehörden, der Gouverneure der verschiedenen Gebiete, derLandvermesser, Münzbeamten u. s. w. begreift), auf das auswärtige Departement(Gesandte, Consuln, Zahlungen an Mexico u. s. w.), Küstenvermessung, Zollerhe-bung und dgl. mehr, zusammen 17,175796 Dollars; auf die Ausgaben für dasLandheer 7,314491 Dollars; für Befestigungen, Geschütz, Waffen für die Milizu. s. w. 2,632799 Dollars; für das gesammte Marincwesen 10,891639 Dollars;auf die Jahrgelder, welche an die Indianer zu zahlen sind und an Pensionen fürSoldaten und Seeleute zusammen 5,529535 Dollars; Zinsen für die Staatsschuld3,665832 Dollars; Rückkauf von Stocks 6,394508 Dollars; das Übrige vertheiltesich auf verschiedene Gegenstände. Die Staatsschuld betrug am 1. Jan. 1853:65,131692 Dollars, davon fallen in die Jahre 1847 eine Anleihe von 25,656600,auf 1848: 15,735000 Dollars, beide für den Krieg gegen Mexico contrahirt. ImJahre 1836 war die Staatsschuld fast völlig getilgt: sie betrug nur noch 37513 Dollars.

Das Finanzwseen der Einzelstaaten ist von jenem des Bundes vollkommen un-abhängig und steht mit demselben in gar keiner Beziehung. Die von den verschie-denen Staaten cvntrahirten Schulden betrugen zu Anfang 1853 gegen 200 Mil-lionen Dollars, oder genauer ausgedrückt 184,303865 Dollars. Die Anleihe»waren zumeist aufgenommen worden, um Unternehmungen von öffentlichem Nutzen,insbesondere zur Vcrkehrserlcichterung, z. B. Eisenbahnen und Kanäle zu bauen oderbei deren Anlage sich in mehr oder weniger erheblichem Maße zu bethciligcn. DerSchuldbetrag stellte sich für die angegebene Zeit folgendermaßen:

Maine. 471500 Dollars. Alabama. . . . 6,742339 Dollars.

Neuhampshire . 75000 „ Mississippi.. . . 7,271707 „

Vermont. ... — „ Louisiana . . . 11,766407 „

Die Gegenwart. X. 13