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Lebeiismagnetismus — Magie.
Kiefer, Ennemoser und Andere nach, sodaß denn diese Literatur gegenwärtig aller-dings in Deutschland schon einen bedeutenden Umfang erreicht hat. Ebenso vertieftensich auch die Franzosen mehr und mehr in diese Gegenstände. Die ^ooclsmis rovols«je möclsoino beschäftigte sich namentlich im dritten Decennium dieses Jahrhundertsvielfältig mit der Untersuchung und Prüfung magnetischer Erscheinungen, welche manin einem eigenen Werke von Foiffac *) ausführlich nachlesen kann; allein zu wahr-haften und bedeutenden Resultaten ist es dabei im Ganzen so wenig gekommen, daßman wol sage» darf, die Magnckiseure des vorigen Jahrhunderts, unter welchennamentlich M. dc Puysegur sich auszeichnet, dessen Somnambulen durch ihre merk-würdigen Aussagen mitunter nicht geringes Aufsehen veranlaßten**), haben hier be-züglich wirklich hervorgebrachter Heilwirkungen mehr Nutzen geleistet als diese Ange-legenheit aus jenen vielfältigen Diskussionen irgend hatte entnehmen können. Eng-lands Ärzte dagegen schienen anfänglich diesem Gegenstände weniger Aufmerksamkeitzu beweisen, was dann von vielen Seiten als Beleg des kalten prüfenden Ver-standes der Nation hinreichend gerühmt wurde; doch haben freilich^ späterhin dafürauch dort um so überschwänglichere und oft genug wahrhaft ins Übermaß gehendeVerehrer des Magnetismus sich gefunden, von deren Wunderlichkeiten bei Dr. Elliot-son ***) und Miß Martineau ch) die sonderbarsten Proben nachgesehen werden können.Noch weniger ist in dieser Beziehung von italienischen Ärzten geschehen, währenddagegen in Rußland, namentlich durch einen deutschen Leibarzt Stoffregen, die Auf-merksamkeit vielfältig dem Magnetismus zugewendet wurde, und einst von demStaatsminister Panin selbst in der Nähe von Moskau eine eigene Heilanstalt dieserArt eingerichtet und unterhalten worden ist.
Man wird zugeben müssen, daß ein Gegenstand wie die Mesmer'sche Curmethodeund die magnetischen Erscheinungen überhaupt, nachdem er beinahe ein Jahrhundertder Beobachtung, Beurtheilung und Verfolgung einer großen Menge gebildeter undzum Theil gelehrter Personen vorgelegen hat, doch wol reif geworden sein dürfte,um jetzt entweder als wahrhaft und bedeutend, oder als trügerisch und verwerflichangesprochen zu werden; nichtsdestoweniger aber braucht man nur etwas sich um-zuthun, um sich zu überzeugen, daß die öffentliche Meinung über diese Angelegenheitnoch schlechterdings zu keiner wahren Festigkeit gekommen ist, und im Publicumwirklich noch kein stehendes Urtheil in dieser Beziehung existirt. Thut der Sachealso irgend etwas noth, so ist es namentlich eine hinreichend feste Entscheidung vondieser Seite! Ist der Mesmcrismus oder Lebcnsmagnetismus wirklich eine Machtund eine Wahrheit, so muß es dahin gebracht werden, daß fortan Niemand, derüberhaupt darauf Anspruch machen will, zu den Gebildeten gezählt zu werden, sichunterfangen dürfe den Ungläubigen vorzustellen, oder sich zweifelhaft darüber aus-zusprechen, ebenso wie man Jeden ohne weiteres für unwissend erklären würde, dersich unterfangen wollte, den Galvanismus als nicht existirend darzustellen, oder zubezweifeln, daß die galvanische Strömung die magnetische Spannung im Eisen hervor-rufe; und ist dagegen wirklich der Mesmcrismus überhaupt eine Lüge, so würde erals Gegenstand der Wissenschaft doch unbedingt aus der Reihe der Aufgaben fürweitere Forschung gestrichen werden müssen. Daß daher jedenfalls hier und vondieser Seite her die erste Anfoderung für die gegenwärtigen Blätter gestellt seinmüsse, wird man jetzt hinreichend verstehen, und ich hoffe denn auch, daß es mög-lieh werden soll, dieser Anfoderung wirklich und vollkommen zu genügen.
*) „llssiporlo (U llmoussions llo I'^oaüsmis rovols cle mscieoiuo sur >s msunotismsanimal" (Paris 1833).
**) Manches Merkwürdige dieser Art, namentlich über Aussagen von Somnambulen übergewisse Ereignisse der bevorstehenden Französischen Revolution, kann man in den Aufzeich-nungen einer sehr aufrichtigen und unparteiischen Frau — in den „dlomoirss clo »sclsmalo bm'onns ll'Oderüiroli" (Bd. I) nachsehen.
***) Bgl. Dessen Zeitschrift „Ilie kamt".
"k) „I-etlors ou meomermm".