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Zehnter Band.
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Lebeilsmagnetismus — Magie.

sionen aller Somnambulen. Auch ist denn doch noch nie irgend eine große Förde-rung der Menschheit auf dem Wege der letztem gewonnen worden!

Nachdem in dieser Weise deutlich geworden sein wird, wie eigenthümlich immer,durch merkwürdige Verschiebung des Verhältnisses zwischen Bewußtem und Unbe-wußtem der Seele, sich die Zustände des Schlafs und Traumes und Traumwachensmitunter gestalten können, ohne daß irgend etwas absichtlich geschehen wäre, um sieirgendwie durch künstliche Einwirkung von außen zu vermitteln und zu bedingen, sowerden wir nun weiter zu betrachte» haben, wie ganz Ähnliches wol auch absichtlich.Und zwar theils durch bestimmte Arzneistoffe, theils durch das hierbei ausführlicherzu schildernde Mesmer'sche Verfahren, hervorgerufen werden könne.

Bon der absichtlichen Erregung ungewöhnlicher Zustände der Nachtseite des Lebens über-haupt und von der Mesmcr'schen Methode insbesondere.

Man darf im Allgemeinen es aussprechen, daß Alles, was, ohne das Lebenunmittelbar zu zerstören, die höhere concentrirende Hirnthätigkeit wesentlich herabsetzt,welche das klare Selbstbewußtsein bedingt und welche ihren wesentlichen Herd findetin dem schon in den höher» Thieren, namentlich aber im Menschen zu so enormerEntwickelung gelangenden Vorhirn oder den Hemisphären des großen Hirns, zugleichund im Gegensatze alle mal das Unbewußte der Seele entschieden vorwaltend erschei-nen lassen wird. So kommt es daher schon, daß jeder Druck, jede mächtige Er-schütterung der Substanz des Vorhirns, dem Menschen das Selbstbewußtsein raubt,ihn betäubt, ja, im höher» Grade, ihn in einen tiefen schweren Schlaf versitzt.Dasselbe bewirken denn auch starke Einathmungcn von Naphtha oder Chloroform undOpiumrauch, ebenso der innere Gebrauch von Opium, Bilsenkraut, Hanfblütcnextractund dgl., und oftmals ist dabei zugleich die Anregung einer bunten sonderbarenTraumwelt im hohem Maße vorhanden. Gibt es nun, wie das Folgende zeigenwird, ebenso eine eigene Art lebendiger Einwirkung des einen auf den andern Men-schen, welche in gleichem Maße das Selbstische des Ncrvenlebens herabzusetzen, dasUnbewußte hervorzurufen und dadurch den Schlaf zu erregen vermag, so fragt sichvor allen Dingen: wie ist dergleichen zu erklären und auf welchen Gründen kanndann eine solche Einwirkung ruhen? Daß dieses Geheimniß nur erklärt werdenkönne, wenn wir von der Natur jenes merkwürdigen Agens ausgehen, welches wiroben mit dem Namen der Jnnervation bezeichnet haben, versteht sich wol zunächstvon selbst, und mindestens Einiges von den Eigenschaften desselben muß daher hierjedenfalls angeführt werden*), so wenig es auch möglich sein wird, jetzt tiefer indiesen so weitgreifenden und schwierigen Gegenstand einzugehen. Mag man aber überdie Jnnervation selbst die eine oder die andere physiologische Ansicht haben, ein Haf-ten derselben an den Urzeiten und den Primitivfasern des Nervensystems, sowie dieMöglichkeit, sich an diesen Organen in eine Art strömender Bewegung zu sehen, istalle mal unbedingt zuzugeben. Es sei die Linie eine Nervenfaser, so kann einReiz, der bei ^ ihr mitgetheilt wird, fast im selben Moment in L ihrem Hirnendeempfunden werden,

und ebenso kann in einer andern Nervenfaser 6/1 ein Willcnsreiz, der in ihremHirnende 6 erregt wird, fast in diesem Momente in /I ihrem Muskclende eineMuskelzuckung veranlassen. Durchschneide oder unterbinde ich sodann diese Fasernbei a? oder F, so wird alsbald weder der Hirnrciz noch die Muskelzuckung mehr er-

diesen Gegenstand, außer in den Handbüchern der Physiologie, allgemein ver-ständlich behandelt m Carus' „Physis" (Stuttg. 1851).