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Zehnter Band.
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286 Lebensmagnetismus — Magie.

folgen. Ebenso ist es ferner außer allem Zweifel und zum Theil schou obeu ange-deutet, daß in den Herden der Jnnervation (Hirn, Rückenmark, Ganglien) eben die-ses Agens, welches vom Leben selbst immer wieder aufgebraucht wird, stets unterEinwirkung der Blutdurchströmung sich neu erzeuge, und wie das Fortsetzen des Le-bens und aller Empfindung und Bewegung nur unter dieser Bedingung möglichwerde. Zuletzt sodann kann es ebenso wol als unwiderleglich gelten, daß auch imganz ruhigen Zustande des Nervensystems eine Art von Kreisströmuug dieser Jnner-vation, welche einigermaßen dem Blutkreisläufe verglichen werden kann, stattfinde,und es wird dies theils dadurch bewiesen, daß sämmtliche Nerven des Rückenmarksmit doppelten Wurzeln entspringen, deren Hintere nur der Einströmung, deren vor-dere immer nur der Ausströmung bestimmt ist*), theils dadurch, daß Matteuccieine solche Nervenströmuug durch den ganzen Körper am Galvanometer nachwiesund sie somit unmittelbar entdeckte. Es versteht sich hierbei von selbst, daß ebendeshalb die aus- und einströmenden Nervenfasern und öL) nie völlig von-

einander isolirt gedacht werden können, sondern daß ihre Enden stets irgendwie 'eine Überströmung (o und ^-) zulassen müssen, eine Überströmung, welche entwedernur durch die dazwischenliegende leituugsfa'hige Körpersubstanz bedingt sein wird, odermittels eigener wirklicher Verbindungsschliugen (deren Vorhandensein an vielen Stel-len durchaus nicht geleugnet werden kann) stattfindet, wie denn auch nur hier dieUrsache und die Erklärung davon gesucht werden kann, daß die eigentliche und ein-zige Urform, mit welcher das Nervensystem i» der Thierreihe anfangt, angemesseneiner solchen Kreisströmuug, alle mal als ein geschlossener Kreis wirklich sich darstellt.

Hat man nun blos diese hier erwähnten Thatsachen sich hinreichend eingeprägt,so wird sicher schou von hier aus vollständig zu begreifen sei», daß diese Jnnervationund ihre Strömungen, als in welchen sonach die wesentliche und höchste Lebens-thätigkeit des Organismus gegeben ist, auch durch.mannichsaltige Einwirkungen vonaußen in sehr verschiedener Weise müssen modificirt werden können, und daß der- >gleichen Modifikationen dann jedenfalls und alle mal von wichtigstem Einfluß für diegesammtcn Lebensvorgänge sein werden. Mittelbar, vom Bluileben aus, werdendenn auch diese Modifikationen täglich durch Speisen und Getränke, durch Bewe-gung, Wärme u. s. w. angeregt und beobachtet; wie Medikamente darauf wirken,ist schou gesagt; aber begreiflich ist es auch, daß am unmittelbarsten auf Nerven-leben doch stets nur ein anderes Nervenlebeu zu wirken im Stande sein wird. Wir-kung von Eisen auf Eisen in der Mittheilung des Magnetismus gewährt auf jedenFall dazu das beste Vorbild. Man nehme zwei Stäbe magnetischen Eisens, der >eine sei nur sehr schwach, der andere stark magnetisch, lege nun den erster» in die 'Richtung des magnetischen Meridians und streiche ihn eine zcitlang mit dem letz-ter», und sichtlich wird die magnetische Kraft des erster» sich erhöhen und zwar ohnedaß die des andern abnimmt. In ähnlicher Weise ungefähr wird nun auch dereine lebendige Körper auf den andern wirken, ein kräftigeres innervationsreiches Ner-venleben wird nothwendig die Strömung des schwächer!! erregen, sie gleichsam nach-.sichziehen, und gewiß ist es nun: „hier oder nirgends liegt der eigentliche Schlüsselzu allen sogenannten Wundern des Mesmerismus", d. i. des kunstgemäßen Streichensdes einen Menschen durch den andern: eine Operation, welche man eben deshalbund zwar recht gut auch mit dem Namen des animalischen oder Lebensmagnetismusbelegt hat. Daß es übrigens gerade die Hände sein müssen, deren kuustgcmäßesHinwegbewegen über eine zu magnetisirende Person die stärkere Einwirkung hervor-ruft, hat auch einen sehr bestimmten physiologischen Grund, welcher gegeben ist >>' !

der Anwesenheit von mehren Hunderten äußerst zarter Nervengebilde in denselben undnamentlich in der Hohlhaud sowie an den innern Seiten der Finger, welche sammt- !

*) Den Beweis hierfür liefert das von Marshall Hall zuerst angestellte Erperimcnt der ge- -sonderten Durchschneidung dieser Wurzeln, wobei sich fand, daß Durchschneidung der vordem jWurzeln die Wirkung des Nerven auf Bewegung lahmte, während Durchschneidung der hin >lern Wurzel die Wirkung des Nerven für Empfindung aufhob.