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Lebensmagnetismus — Magie.
festigt sich, wenn man beachtet, wie es nicht unbedingt nothwendig ist, daß derArzt allemal selbst den Magnetismus anwende, sondern daß er Andere hierzu ver-wenden kann, und ebenso dadurch, daß man diese Heilmethode nur auf einzelne Fallebeschränkt.
Wenden wir uns nun zu Betrachtung Dessen, was den Magnetismus empfiehltund für den Heilzweck so bedeutend erscheinen läßt, so muß zunächst wol Einigesüber den Heilproceß selbst vorausgeschickt werden, da, soviel unter Laien von Medicindie Rede zu sein Pflegt, doch gerade über die Art und Weise, wie eine Krankheitsich verlieren und zur Gesundheit zurückkehren kann, nicht nur im Publicum im All-gemeinen, sondern ebenso oftmals unter Ärzten sehr wenig naturgemäße Vorstellun-gen herrschen. Fassen wir aber zusammen, was hierüber in kurzen Worten sichansprechen läßt, so können wir geradezu sagen: die Krankheiten heilt nicht derMensch mittels seines bewußten Geistes, sondern das göttliche Unbewußte im Men-schen. Dasselbe, was seinen Organismus bildet und täglich in geheimnißvoller Tiefeneu erzeugt, es ist auch das allein Wiederherstellende aus Krankheiten in ihm undAlles, was der erfiudsame Geist des Menschen seit Jahrtausenden erlernt hat, um —wie mau sagt — Krankheiten zu heilen, beschränkt sich doch nur auf die Beschaffungder Mittel, um die Aufgabe jenes göttlichen Unbewußten zu erleichtern, zu fördern,ja mitunter überhaupt erst zu ermöglichen. Man muß den Krankheitsproceß in sei-ner größten Einfachheit, wie er etwa in einer geringen örtlichen Entzündung oderin einem leichten allgemeinen Fiebcrzustande sich darstellt, betrachten, um recht deut-lich zu erkennen, wie die Steigerung, Höhe und Abnahme des Krankseins ganz mitderselben Gesetzmäßigkeit und Sicherheit (abgesehen von jeder ärztlichen oder mcdica-mentösen Einwirkung) verläuft, welche wir etwa an der Entwickelung des Küchleinsim Ei oder am Wachsthum einer Pflanze erkenne». Man nehme nur den Verlaufeiner leichten Hautentzündung (Rose): wenn irgend ein krankmachender Reiz einge-wirkt hatte, sehen wir da eine» gesteigerten Zufluß der Säfte; Schmerz, Nöthe, er-höhte Wärme und Schwellung zeigt sich zunehmend in gesetzmäßiger Zeit und kommtzur Reife, wie eine Pflanze etwa ihres Wachsthums Höhe erreicht und dann ab-welkt. Ist diese Höhe also erreicht, so fangen die stockenden Säfte an, durch örtlicheAussonderungen sich zu erleichtern. Entweder entsteht unter der Oberhaut eine wirk-liche Ansammlung von serösem Wasser, was nach und nach verdunstet und danndie Oberhaut abwelkend und abfallend zurückläßt, während schon eine Neubildungeiner andern ähnlichen darunter vorbereitet ist, oder die Aussonderung geschieht inForm vermehrter Transpiration oder indem andere Absonderungen sich steigern, dieSchwellung fällt nun wieder zusammen, Schmerz, Nöthe und Hitze nehmen ab, undin Zeit von gewöhnlich sieben Tagen ist die Gesundheit wieder vollkommen hergestellt.Alles dies aber bewirkt nicht etwa der Verstand dieses erkrankten Menschen, sondernes ist ein unbewußtes göttliches Walten in seinem Innern, welches alle diese Vor-gänge leitet und bedingt. Und wie merkwürdig sind nun nicht erst dieselben Vor-gänge in ernstern Fällen, in heftigen Fiebern z. B., wo schon vor mehren Jahr-tausenden der große griechische Arzt von Kos die geheimnißvollcn innern Bewegungennachwies, welche mit größter Gesetzlichkeit von sieben zu sieben Tagen die Krankheits-processe leiten und Krisen herbeiführen, welche durch ihr Unerwartes und HülfreicheSoft die vielfachste Erfahrung in Staunen sehen. Hier also liegt das schon von Hippo-krates anerkannte Göttliche, welches als Heilkraft der Natur oder als „Arzt inrMenschen" wol häufig genannt und doch selten in seiner tiefern Bedeutung erkanntwurde, das Göttliche, welchem die Behandlung durch Medicamente, Regime undDiät nur Vorschub zu leisten bestimmt ist, welches aber am Ende ebenso immer dieeigentliche Heilung bewirken muß, wie etwa das Wachsthum des Körpers doch nurvon der innern Lebensidee selbst ausgeht, obwol die gereichten Nahrungsmittel dieentferntere Bedingung dazu abgeben, daß das Wachsthum erst sich verwirklichen kann.Ganz ebenso mächtig ist dieses Göttliche im Heilen der Wunden. Nicht die kleinste
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