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Zehnter Band.
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292 Lebensmagnetismus — Magie.

Verletzung könne» wir unmittelbar durch Kunst heilen; stets ist dieses Heilen einZeugungsproceß neuer organischer Substanz, dessen nur das göttliche Unbewußtefähig ist; allerdings aber können wir diesen Vorgang willkürlich entweder stören oderihn befördern, und auf dem Letztem beruht ja in dieser Beziehung die wesentlicheKunst des heilenden Wundarztes.

Und soweit denn über diese Vorbegriffe vom Wesen der Heilung! Hat manhier aber einmal die richtige Haltung und Ansicht gewonnen, so wird man auch ein-sehen, wie alles Das, was jenes unbewußte Walten des innern Lebens zu erhöhen,zu kräftigen und in seinen Erhaltungszwecken zu fördern im Stande ist, auch we-sentlich beitragen muß, Krankheiten zu überwinden und Genesung zu beschleunigen,und von hier aus ist dann der Weg vollkommen gebahnt, die gerade das Unbewußteso mächtig hebenden Wirkungen des Lebensmagnetismus auf Krankheiten zu erklärenund richtig zu deuten. Ja man wird mich jetzt nicht misverstehen, wenn ich sage,

daß in diesem Sinne, da eben alles eigentliche Heilen nur vom Unbewußten aus-

geht, der Mesmerismus, welcher am direktesten auf dies Ursprüngliche der Seeleund des Menschen wirkt, weil er eben selbst vom Leben und von der Seele einesKräftigern ausgeht, wirklich das Urheilmittel genannt werden muß, obwol er darumdoch nicht Universalmittel im andern Sinne sein kann, weil er ja als Bedingung

das Auffinden und Einwirken gerade des irgend einem einzelnen Kranken völlig

adäquaten Magnetiseurs voraussetzt, eine Bedingung, die im wirklichen Leben nurso selten erfüllt werden kann. Gewiß ist es aber, daß da, wo wirklich irgend einesensitive Individualität in dieser Weise einer lebensmächtigen von reinem Willenzum Helfen durchdrungenen andern sich gegenüber findet, da wird jene erstere inder Einwirkung dieser letztem jedenfalls das wahre Ur- und für sie Universalheil-mittel gefunden haben für die verschiedenartigsten Leiden. Fälle dieser Art sind mirselbst wol vorgekommen, und die obenerwähnte Kranke, welche infolge mehrjäh-rigen Mangels am nächtlichen Schlafe öfters in den eigenen Zustand von Tages-Somnambulismus verfällt, hat mir mehr als einmal Gelegenheit gegeben zu bemer-ken, wie einige wenige magnetische Striche, ja manchmal eine einzige Handauflegunghinreichten, ein mit Blutauswurf verbundenes Herzklopfen oder heftige örtlicheSchmerzen fast wie durch ein Wunder zu beseitigen. Kann ja doch überhaupt Alles,rvas von sogenannten Wunderhcilungen durch bloße Berührung in den Bereich derWahrheit und Wirklichkeit fällt, nur dadurch begriffen werden, daß man diese !

Macht einer großen heilbringenden Persönlichkeit anerkennt, mittels solcher augen-blicklichen Hebung des unbewußten Göttlichen im Kranken selbst, irgend eine gefahr-bringende Krankheit unmittelbar zu beseitigen. Hier also, wo die ungeheure Machtdes Mesmerismus für Krankheitsheilung liegt, liegt aber zugleich sein Unzuläng- z

liches, da Bedingungen dieser Art im gewöhnlichen Leben so selten zu erfüllen sind, ^und das eigentliche Zusammengehörige auch in dieser Beziehung so selten sich wirk-lich zusammenfindet, folglich in allen andern Fällen die mesmcrischen Einwirkungenso viel schwächer sich darstellen müssen; indeß gerade nun über diese Wirklichkeit und wieder Magnetismus im gewöhnlichen Leben und bei seiner alltäglichen ärztlichen An-wendung mit seinen Einwirkungen sich herausstellt, werden nun noch einige Wortehinzuzufügen sein.

Zuvörderst die Krankheitsformen betreffend, welche so im Allgemeinen immerals vorzüglich für den Mesmerismus geeignet erschienen sind, so wird man leichtbegreifen, daß namentlich diejenigen, welche mit besonders erhöhter Sensibilität sichverbinden, wie das ganze Heer der sogenannten Nervenkrankheiten, Krämpfe, Hyste-rie, Hypochondrie, örtliche Schmerzen, Lähmungen und Leiden der Sinnesorgane,immer diejenigen waren, welche durch diese Curmethode am meisten erleichtert wur-den, und zwar offenbar deshalb, weil sie, indem sie irgendwie durch Störung in derbewußten Sphäre deß Seelenlebens bedingt sind, gerade der Einwirkung eines frem» ^den kräftigen Nervenlebens einen weitern Spielraum lassen, um die innere Selbst-