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Lebensmagnetismus — Magie.
daß Individuen vorkommen, welchen z. B. die Anwesenheit einer Katze im selbenZimmer geradezu unerträglich ist, während Andere bei chronisch-rheumatischen Zufäl-len sich entschieden dadurch erleichtert finden, daß sie sich Meerschweinchen (Lsvisporcsllus) im Zimmer halten, sondern nur an die große, jedem Arzte bekannte Wir-kung der Thierbäder erinnern. Daß der Dunst des frischen Thicrblutes, daß derDampf und die Wärme, welche die geöffnete Bauchhöhle eines frischgeschlachtetenThieres entwickeln, ja, daß die auf kranke in ihrer Ernährung herabgesetzte Theileaufgeschlagene» Massen halb verdauten Futters aus dem Pansen eines frischgcschlach-teten Rindes, so außerordentliche Wirkungen hervorbringen, ist nur aus der mesme-rischcn Einwirkung des verrauchenden Thierlebens auf das Unbewußte unsers Orga-nismus zu erklären, denn die directe Nahrungabgabe dieser Dinge ist ja so gering,daß in dem Trinken einer halben Tasse Bouillon offenbar mehr Eistoff uns zuge-führt wird, als durch ein ganzes Thierbad zugeführt werden könnte. Daß die Men-schen, welche das Fleischerhandwerk treiben, nie von Schwindsucht heimgesucht werdenund in der Regel so stark genährt sind, wird eben nur von hieraus ganz verständ-lich. „Leben auf Leben" heißt demnach der große Wahlspruch aller höher» orga-nischen Erhaltung, und somit begreift man auch, wie nicht blos alle höhcrn organi-schen Geschöpfe nur aus den lebendigen Reichen ihre Nahrung aufnehmen, und wieder lebendige Mensch dem lebendige» Menschen neue Lebenskraft einzuhauchen vermag,sondern in gewissem Grade selbst das Thier, ja sogar noch das verendende Thiermesmcrisch auf uns wirken kann.
2) Die Magie.
Wenn von irgendetwas im ganzen und vollen Umfange, so gilt es von demtiefen göttlichen Unbewußten unserer Seele, jenes schöne Goethessche Wort:
Es liegt um uns herum so mancher AbgrundDoch in uns selber liegt der tiefste,
Und reizend ist es sich hinabzustürzen.
Ist doch dies Unbewußte eigentlich das Höchste und das Tiefste zugleich, dasBand, welches mit Himmel und Erde uns auf das festeste verbindet, das ursprüng-liche, von welchem alle Strahlen unsers bewußten Geistes auskaufen und dadurchauch die Urbcdingung all unsers Wissens, all unsers Thuns, kurz all unsersSeins. Es ist merkwürdig! Der Geist des Menschen, wenn er unter Einwirkunganderer Geister allmälig sich aufklärt, entfaltet und zum Anschauen seines eigenenIch gelangt — er haftet dann so an diesem Schauen, daß er des Urgrundes, ausdem er hervorgegangen, nicht mehr zu gedenken liebt und oftmals sich dünkt, ganzauf eigenen Füßen zu stehen und nichts will gelten lassen, was er nicht klar bewei-sen und verständig dcduciren kann. Auch ist eS recht, daß ein solches Streben ihmeinwohnt, denn es führt ihn seiner höher» Entwickelung und seiner wahren Bestim-mung entgegen; aber die wirkliche Hohe seiner Bildung erlangt er doch nicht, bevorihm jenes Geheimniß, aus dem er selbst hervorgegangen, wieder ehrwürdig und zu-letzt auch verständlich wird, und dazu gehört es denn vor allem, daß er aufmerksambleibt auf die seltsamen Klänge, die aus dieser seiner dunkeln Urwelt in seine helleOberwelt hineintönen, und daß er ihnen nachdenkt und allmälig den Sinn derselbenzu entziffern versucht. Von dieser Bestimmung daher kommt es, daß die Aufmerk-samkeit der Völker zeitweise immer wieder jenem dunkeln Reiche sich zuwendet unddaß hinter allen künstlichen Einrichtungen des Verstandes immer noch eine nie ganzzu erhellende mystische Region anerkannt werden muß, wo der Wissenschaft der Platzstreitig gemacht ist, und wohin alles Unerklärliche, mehr dem Gefühle als der Er-kenntniß Angehörige sich flüchtet, eine Region, welche wir am besten mit dem Namender „Magie" bezeichnen. Das Streben des Geistes nach Aufklärung einerseits, unddie Gewißheit, daß zuletzt doch Alles auf dem Grunde eines ewigen nie ganz zu er-klärenden Geheimnisses ruht, andererseits, liegen daher hier stets im Kampfe; derGeist triumphirt, wen» er wieder dem Geheimniß etwas von seinem Schleier entrei«