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Lebensmagnetismus — Magie.
chen Schwingungen wirklich durch ein fremdes elektrisches oder magnetisches Agensbedingt seien, oder ob sie durch gewisse unbewußte Muskelbewegungen verursachtwürden?" eine Frage, welche wir im Folgenden jedenfalls überhaupt als den Car-dinalpunkt dieses gesammten Gegenstandes anzusehen haben werden. Man erinnertesich natürlich hierbei vieler anderer auf Schwingung gewisser Körper gegründetenVersuche, wie des Erkennens eines Diebes durch ein an einer eingestochenen Schecresich drehendes Sieb, sowie der Bewegungen des auf zwei Zeigefinger verschiedenerPersonen gelegten und in einer- Bibel oder in einem Gebetbuche befestigten Erbschlüs-sels, welches Aller denn man bis dahin nur unter die Producte des crassesten Aber-glaubens gerechnet hatte, und so kamen damals schon, wie jetzt neuerlich, abermalsdiese Dinge auf einige Zeit gewissermaßen wieder zu Ehren.
Ich werde zuvörderst nun diese Experimente etwas ausführlicher schildern, unddann über die Bedeutung derselben mich näher verbreiten. Amorctti beginnt seineAbhandlung damit, daß er erstens die Substanzen, welche man dergleichen Experi-menten unterwirft, unterscheidet in Elektricitätserreger (Elektromotoren) und in solche,welche keine Elektricität erregen (indifferente Substanzen), und zweitens, daß er dieExperimentirendcn selbst eintheilt in Solche, welche durch die Elektromotoren asficirtwürden, und in Solche, denen jede Empfindlichkeit dafür abgehe. Diejenigen, welcheein Vermögen solcherweise asficirt zu werden besäßen, nennt er lebendige Elektrometerund theilt sie wieder ein in Solche, in deren Händen sich die Pendel oder Ruthenbewegen und die dabei auch besondere Empfindungen haben, und in Solche, denendie letzter» abgehen, obwol die Instrumente in ihren Händen sich bewegen. Endlichbemerkt er noch, es gebe Personen, welche an und für sich nicht Elektrometer wären,jedoch dazu würden, sobald sie von einem wirklichen Elektrometer angefaßt wurden,diese nennt er Leiter, Diejenigen aber, welchen auch auf diese Weise keine Empfäng-lichkeit mitgetheilt werden könne, nennt er Isolatoren.
Die älteste Art, um diese von Amoretki und Thouvenel sogenannte elektrome-trische Eigenschaft einzelner Menschen zur Erscheinung zu bringen, war die, daß maneines grünen Zweiges dazu sich bediente, der bald von der Corneliuskirsche, der Ha-selstaude oder dem Olbaumc gewählt wurde (obwol Amorctti versichert, daß jederandere Bogen und selbst einer von Metall ebenso gut diene) und den man entwederals einfachen oder gabelförmigen Zweig aussuchte, indem man dann den einfachenmit rechter und linker Hand so faßte, daß er einen Bogen bildete, oder den gegabel-ten Zweig dergestalt ergriff, daß jede Hand einen Ast hielt und die Gabelvercinigungim Bogen inmitten frei stand, kurz immer so, daß dieser locker in beiden Händenliegende Bogen sich bewegen, und bald mehr bald weniger von der Brust des Hal-tenden weg nach dem Boden sich zuneigen oder in umgekehrter Richtung sich zuheben im Stande war. Es wurde nun behauptet, daß, je nachdem die Elektromoto-ren durch positive oder negative elektrische Spannung wirkten, dieser so gehalteneZweig, sobald der sie haltende Elektrometer über einer elektromotorischen Substanzstehe, sich verschieden bewege, bei-j-L>. divergire, d. h. von Dem, der ihn hält, ab-weiche, bei — LI. convergire, d. h. sich dem Körper des Haltenden nähere. Mannannte daher bereits in alter Zeit Menschen, in deren Händen eine solche Ruthe indieser Art sich bewegte, Rhabdvmanten (von Kocftöo;, Zweig oder Ruthe, unddas Wahrsagen), Nuthengänger, und die Kunst dadurch unterirdische Was-ser oder Erze zu entdecken, die Rhabdomantie, auch weil Ruthen dieser Art die ge-wünschten Schätze anzeigen sollten, nannte man ein solches Werkzeug Wünschelruthc(vsgustts äivinatoirtz). Indem nun durch Thouvenel, Amorctti und Ritter sovielauf diese Art experimentirt worden war, fand man bald, daß jeder andere leicht in derHand, oder selbst nur zwischen zwei Fingern, ja auf einem Finger, also im Gleich-gewichte schwebend sich bewegende Körper, in ähnlicher Weise seine Lage ändere.Amorctti behauptet namentlich, daß um zu entdecken, ob ein Mensch clcktrometrischeEigenschaften besitze, nichts weiter nöthig sei, als ihn entweder eine Feder oder einenbipolaren Eisenstab zwischen Zeigefinger und Daumen halten zu lasse», dann seinen