302 Lebensmagnetismus — Magie.
Fuß oder seine andere Hand auf einen elektromotorischen Körper zu setzen und nunAcht zu haben, ob Feder oder Stab sich bewegen. Die Feder, eine aufrecht gehal-tene mit voller Fahne versehene Schreibfeder, werde sich rechts oder links herum-drehen, der bipolare Stab (worunter er nichts Anderes als ein abgerundetes magne-tisch gemachtes Eisenstäbchen versteht), welcher ebenso, aber abwärts hängend, an demeinen Pole gehalten wird, werde sich dann entweder einwärts oder auswärts bewe-gen, sobald der Mensch ein Elektrometer sei; bleibe Alles ruhig, so seien keine clek-trometrischen Eigenschaften vorhanden.
Fast die gleichen Erscheinungen, wie von solchen Ruthen, Bögen oder bipo-laren Stäben, behauptete Amoretli nun auch vom Pendel erhalten zu haben. EinenPendel dieser Art verfertigt man, indem man einen leichten, nicht elektromotorischen(indifferenten) Körper, z. B. einen Gallapfel oder hölzernen Würfel, an einem, etwa6 Zoll langen Faden befestigt und nun das Ende dieses Fadens zwischen Daumenund Zeigefinger faßt und ruhig über den zu prüfenden Körper hält oder sich dabeiauf den zu prüfenden Körper stellt. Die Wirkung soll verstärkt werden, wenn da-bei Faden und Finger etwas angefeuchtet erhalten wurden. Diese Wirkung selbstnun besteht in regelmäßigen, spiralig sich erweiternden Schwingungen, welche vonder Linken zur Rechte» gehen, wenn man den Pendel mit der rechte» Hand hält,während diese Schwingungen umgekehrt erfolgen, wenn ihn die linke Hand faßt.Auf diese Weise würde somit nur überhaupt angezeigt, daß der zu prüfende Körperelektromotorisch sei, während, wenn man entscheiden will, ob dieser Körper positivoder negativ sich verhalte, man selbst elektromotorische Körper zur Herstellung desPendels benutzen soll. Es ergebe sich nämlich, sagen die italienischen Experimenta-toren, daß wenn mau eine (st-) elektrische Substanz zum Pendel benutzt und die zuprüfende elektromotorische Substanz sei (—) elektrisch, so schwinge der Pendel ebensowenig, als wenn die letztere (st-) elektrisch sei und der Pendel (—) elektrisch, gleich-namige Substanzen hingegen, die einen als Pendel, die andern zum Prüfen benutzt,brächten bei einem Elektrometer allemal Schwingungen hervor. Diese Versuche wur-den dann vielfältig abgeändert, mannichfach wiederholt, und als Resultat derselbenwurden dann Bestimmungen über ganze Reihen von Körpern, ob man sie als (st-)oder(—) betrachten dürfe, festgesetzt. Negativ waren: Gold, Silber, Kupfer, Eisen*),Mangan, Uran, Antimon, Quecksilber, Kalium; positiv waren: Platin, Zinn, Blei,Wasserblei, Zink, Arsen, Tellur, Titan, Kobalt, Nickel, Wismuth. Die reinen Er-den verhielten sich gewöhnlich indifferent. In dieser Weise also wurden eine Mengevon Gegenständen untersucht und die verschiedenen Polaritäten derselben bestimmt;Amoretti bildete selbst den menschlichen Körper ab und bezeichnete, wie alle seineeinzelnen Gegenden bald positiv bald negativ sich verhielten, wobei denn das Gesetzsich herausstellen sollte, daß immer die Gegend, welche bei einem Geschlechte sich als(st-) zeigte, im andern als (—) erschiene. Ebenso fand man an Bäumen dieKrone (st-), die Wurzel (—), selbst am Ei waren die beiden Enden entgegengesetztu. s. w. Allen diesen Aufzählungen gegenüber fehlte es indeß nicht an streng prüfen-den Physikern, die diese Polaritäten geradezu für Täuschung erklärten und behaup-teten, ein unmerklicher Einfluß des Willens sei hierbei das einzig Maßgebende undBestimmende. Gilbert, der bekannte Herausgeber der „Annalen der Physik", wareiner der Hauptgegner dieser ganzen Theorie, und nur wenig Gelehrte äußerten sichmit der Vorsicht eines Laplace **) über Vorgänge, welche, wenn sie am Ende nicht
*) Kleine Zusätze oder Metallverbindungen fand man die Elektricität ändern; z. B. Zitahl,in welchem also dem Eisen nur etwas Kohle beigefügt ist, verhält sich positiv und ein Da-mascenersabel, wo Eisen und Stahl in abwechselnder Schichtung vorkommen, rief deshalb nungar keine Schwingungen hervor.
darüber in seiner ,, Itieorio snal^tjgue dos probskilites", Bd. II, Cap.'f,S. 358: „dlous sommes si sloi^nss do oonnaltro tous los sgens cio Is nalurs, gu'il sersitrss peu pkilosoptiiguo äs nie? kexistenes dos ptiönomenes umqusmont psroe <pu ils aon1516X^11681)188 (131)3 I 6(31 36(Utz1 ^6 N08 60üD2^883 51668