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Zehnter Band.
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304 Lebensmagnetismus — Magie.

Moment qualitativ anderer Art sein als Das, was auch in gewöhnlicher Weise er-kannt werden kann. Ein solches Naisonnement würde zuletzt geradezu zur Absur-dität werden, denn ich könnte dann behaupten, der Ton, den nur ein ganz außer-ordentlich feinhörender Mensch noch hört, der Geruch, die Elektricität, die nur einganz ausnehmend feinfühlender Mensch gewahr wird, sie sind Potenzen anderer Art,als was wir überhaupt Ton oder Geruch oder Elektricität nennen, was denn dochjedenfalls nicht zu rechtfertigen wäre. Eben der mineralische Magnetismus bietethier vorzüglich auffallende Beispiele dar. Es sind wenig Menschen, die überhauptvom Magnet eine irgend besondere Einwirkung auf ihre Nerven empfinden, unddoch hat derselbe entschieden eine sehr weite Wirkungssphäre, wofür bei Aufstellungmagnetischer Apparate zur Messung der Declination und Inklination, durch dieSchwierigkeit solche Instrumente vollkommen zu isoliren, man genügsame Beweisefinden kann. Diese Wirkungssphäre nun ist Einzelnen dagegen mit großer Deutlich-keit durch ihre Nerven erkennbar, und ich selbst darf mich einem starken 50 oder100 Pfund ziehenden Magneten in der Entfernung von 6 — 8 Fuß nicht nähern,ohne eigenthümliche schmerzlich und lähniungsartig empfundene Einwirkungen davonzu erhalten. Ebenso ist es denn nicht im mindesten zu bezweifeln, daß Menschenvorkommen können, denen diese magnetische Atmosphäre auch auf ihre Sehnerveneinen Eindruck macht, denen sie folglich im Dunkeln als ein leuchtender Schein umden Magnetpol erkennbar wird (zumal da ja die neuere Physik gelehrt hat, denMagnetismus selbst einem Jeden im elektrischen Funken sichtbar darzustellen) — aberwie wenig sie dadurch berechtigt sein würden, jenen dem Sensitiven wahrnehmbarenLichtschein als etwas vom Magnetismus Verschiedenes, als ein „Od" darzustellen,wird nunmehr vollkommen begriffen werden.

Alle dergleichen Erfahrungen und Betrachtungen lehren uns also nur, daß dasWahrnehmungsvermögen des Menschen überhaupt etwas wirklich Unberechenbaressei,, daß aber, wenn wir dessen uns erinnern, was weiter oben über die Natur desUnbewußten, des ursprünglich Göttlichen in uns gesagt wurde, inwiefern es ebenDas sei, was mit der Gesammtheit der Welt zu einem Ganzen uns verknüpfe, esnun auch weiter klar sein müsse, wie diese unsere Wahrnehmungssphäre allemalnothwendig um so weiter sich ausdehnen werde, je mehr sie selbst in den Bereichdes Unbewußten fällt. Es kann somit (um nun wieder auf die obigen Betrachtungen überdie Pendelschwingungen zurückzukommen) im Allgemeinen ohne Zweifel zugegeben werden,cinnial: daß von gewissen feiner fühlenden Individuen die Polaritäten der Körperund die verschiedene Wesenheit einzelner derselben überhaupt, bald bewußter-, baldunbewußterweise empfunden werde, während Andere gar nicht davon afficirt wer-den, und ein andermal: daß in gleiche? Weise bei diesen feiner percipirenden Natu-ren, auf solche hellere oder dunklere Wahrnehmungen auch sehr wol bestimmte, baldbewußte, bald unbewußte Reactionen folgen und durch gewisse Thätigkeiten sich offen-baren können. Es fragt sich also jetzt nur noch: auf welche Weise ist es zu den-ken, wenn in bestimmten Fällen dergleichen Wahrnehmungen eben durch jene abge-dachten Bewegungen einer Wünschelruthe oder eines Pendels irgendwie sich wirklichkundgeben?

Um auch hierüber ganz klar zu werden, muß vor allen Dingen eine kurze Be-leuchtung Dessen, was wir unbewußte Bewegungen nennen, vorausgehen. Es istnämlich zunächst zu erinnern, daß die Zusammenziehung der Muskelfasern, von wel-cher nun einmal überhaupt alle unsere Bewegungen ausgehen müssen, durchaus ge-sondert werden kann in die, welche willkürlich veranlaßt wird, und in eine solche,welche unwillkürlich und unbewußt geschieht. Die Muskelfasern, welche zu unwill-kürlichen Bewegungen bestimmt sind, gehören, mit Ausnahme des Herzens, meistensder Classe der angestreiften an und werden zum größer» Theil durch Nervenfasernregiert, welche man mit dem Namen der grauen Fasern bezeichnet und welche wesent-lich dem Gangliensysteme eignen, während die willkürlichen alle eine mikroskopisch?Streifung zeigen und wesentlich durch weiße Primitivfasern, welche vom Hirn und