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Zehnter Band.
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Das Eisenbahnwesen.

menere Bewegungskraft auf den für die vollkommener» hergestellten Bahnen leichtervorwärts; aber nur die vollkommenem Bewegungskräfte haben eine gewisse Besserung derBahn zu ihrer nothwendigen Voraussetzung. Noch heutzutage kann auf den aller-schwierigsten Wegen, über die Gletschergründe, durch das zerklüftete Steintrümmer-gebirge nur der Mensch zur Verwendung kommen; und dann folgt weiter dasSaumthier, der Zugwagen mit ihren erst von einem bestimmten Punkte an mögli-chen Leistungen. Auch zeigt sich bei der Arbeitsleistung des Transports gleichfallsjene auf vielen Gebieten wahrzunehmende Erscheinung, daß die gleichzeitig lebendenVölker der Erde, je nach dem verschiedenen Maße der Cultur, welches sie erreichthaben, eben jene Abstufungen in den Arten der Arbeitsvollbringnng nebeneinandererkennen lassen, welche die civilisirtesten Nationen im Laufe der Jahrhunderte nach-einander durchgemacht haben. Bei den Einen ist der Mensch noch immer selbst dasLastthier, und Andere sind wenigstens über den lasttragenden Vierfüßler noch nichthinausgekommen.

Es ist eine Wahrnehmung von außerordentlicher Bedeutung, daß wir, im Grundegenommen, bei den die Arbeitsleistungen deS Transports vollbringenden Bewegungs-kräften dieselben Gattungen und dieselbe Stufenfolge von Arbeitsleistungen vor unshaben, wie auf dem übrigen Gesammtgebiete der von und in der menschlichen Ge-sellschaft zu vollbringenden Arbeiten. Zuerst tritt der Mensch überall als Arbeits-kraft allein auf; dann macht er sich die thierischen Arbeitskräfte nutzbar, welche un-ter seiner geistigen Leitung für die physischen Anstrengungen seiner Muskeln eintre-ten müssen; jetzt erfaßt er die Gesetze der „todten" Natur, der elementaren Kräfteund setzt sie in den Maschinen in Bewegung und Actiou. Die Eisenbahnen be-zeichnen auf dem Gebiete der Arbeitsleistungen des Transports diese dritte Stufe.In ihnen ist die Maschinenkraft, die Maschinenarbeit für die Arbeitsleistungen desTransports zur Anwendung gebracht worden. In der That, dieser Satz enthältnicht etwa eine glückliche Beobachtung: er umschließt mit wenig Worte» die ökono-mische Bedeutung der Eisenbahnen; er ist das kurze Urtheil über dieselben. Indemwir seinen Inhalt uns scharf vergegenwärtigen, gewinnen wir nicht blos mit einemmale wie von einer plötzlich erstiegenen Hohe herab eine freie Aussicht über somanche Schranken und Hemmnisse des suchenden Blicks: wir gewinnen auch eineFülle der Einsicht in das Wesen ganzer Massen von Erfahrungen und einen treff-lichen Führer auf dem Wege weiter vorschreitender Forschung. Die Einführungder Maschinenkraft für die Arbeitsleistungen des Transports muß sonach als dasallein Wesentliche bei den Eisenbahnen gelten. Die Verbesserung in der Bahn, überivclche hin der Transport stattfindet, bleibt dagegen nur ein gradueller Fortschrittvon derselben Art; und wie bedeutsam auch die Wirkungen sein mögen, die manmittels desselben jetzt erreicht hat, so ist doch früher immer schon nach einergrößer» Ebnung der Bahn, nach Verminderung der Reibung für den Transport-wagen u. s. w. gestrebt worden. Das Specielle aber in der Herrichtung der Schienenbahn können wir gar nicht anders denn als ein nothwendiges Zubehör zu derMaschine der Locomvtive ansehen: es ist dies ebenso nothwendig, um die Wirkungeiner im Transport sich bewegenden Maschine in Vollzug zu sehen, wie eiserne Klam-mern und Stangen, Steinfundamente und dgl. für die Action der stehenden Maschineunerläßlich sind. Im Hinblick aus jenes Wesentliche, auf die Maschinenkraft, müssenwir bekennen, daß wir mit den Eisenbahnen nicht blos eine Verbesserung im Trans-Portwesen erreicht, sondern eine ganz neue Stufe im Fortschritt der Transportmittelbeschütten haben, mit welcher wir höchstens jenen Moment in Vergleich ziehen kon-nen, da der Mensch zum ersten mal mit Frohlocken erkannte, daß das gezähmteThier seine physischen Arbeitsmühen auf der Landstraße übernehmen könne.

GanH in der Beurtheilung der Eisenbahnen.

Wenn irgend eine Erscheinung der neuesten Zeit, so ist es die der Eisenbahnen,an welcher wir wahrnehmen können, wie rasch wir leben. Ich meine das Wort