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Zehnter Band.
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Das Eisenbahnwesen.

Gesammteinnahme; Reineinnahme- Rente.

Die drei Dinge, von denen wir in diesem Abschnitte sprechen wollen, stehen ineiner nahen Beziehung zueinander, doch nicht von ferne in einer solchen, daß mandas Eine mit dem Andern, ich will nicht sagen geradezu verwechseln, sondern nurvollständig erklären dürfte. Die Gesammteinnahme einer Eisenbahn, d. h. die Brutto-summe aller für den Transport von Personen und Gütern eingehenden Beträge istabhängig von der Länge und Frequenz der Eisenbahn und der Höhe des für siegültigen Tarifs. Je stärker der Verkehr, je hoher der Tarif bei einem bestimmtenVerkehr, um so höher die Gesammteinnahme. Ich sage: je höher der Tarif beieinem bestimmten Verkehr — das ist kein Gegensatz zu dieser Rede: je höher derTarif, um so geringer wird der Verkehr sein, und je niedriger der Tarif, um so mehrPersonen und Waaren wird die Eisenbahn transportiern. Es wäre falsch zu sagen:je niedriger der Tarif, um so höher die Gesammteinnahme; es hat aber Wahrheit,daß bei einer Senkung des Tarifs die Zunahme des Verkehrs um so viel stärker her-vortreten kann, daß die Gesammteinnahme doch steigt. Das ist eine Sache derwirklichen Lebenserfahrung, die aber nicht absolute, sondern nur bedingte Geltunghat. Es gibt einen Punkt, wo sich die Senkung des Tarifs und die verhältniß-niäßig stärkere Zunahme der Frequenz so begegnen, daß das höchstmögliche Maß derGesammteinnahme durch die Annahme dieses bestimmten Tarifsatzes herbeigeführtwird. Diesen Satz wird man immer da zu erfassen suchen, wo man mit Verstandaus den Eigenvortheil der Verwaltung in erster Linie bedacht ist. Die Reineinnahmeim Eisenbahnbetriebe hängt von der Größe der Gesammt- oder Roheinnahmc undder Stärke der Betriebskosten ab; die relative Größe der Reineinnahme, d. h. dasVerhältniß ihrer Größe zu der Größe der Roheinnahmc, ihr Procentthcil von derletzter«, wird nur bestimmt durch die Procente, welche die Betriebskosten von derRoheinnahmc Hinwegnehmen; dagegen hängt die absolute Größe der Reineinnahmedaneben noch ab von der absoluten Größe der Roheinnahmc. Die einfache Summeder Reineinnahme steigt deshalb sowol, wenn die Betriebskosten sich senken, beigleichbleibender Roheinnahmc, als auch durch ein Steigen der letzter», während jenesich gleich bleiben. Natürlich auch durch gleichzeitige Hebung der Roheinnahmc undSenkung der Betriebskosten. Zudem ist aber weiter zu bemerken, daß sie gleichfallssteigt, wenn Roheinnahmc und Betriebskosten zugleich wachsen, und zwar nicht blosso lange, als die Roheinnahmc verhältnißmäßig stärker wächst wie die Betriebskosten,sondern auch noch über das verhältnißmäßige Mitwachsen der Betriebskosten hinausbis dahin, wo der absolute Zuwachs der letzten- dem absoluten Zuwachs der Roh-einnahme gleichkommt. Wo deshalb ein Interesse für die möglichst hohe Reinem-»ahme vorhanden ist, da steht auch das Interesse für die möglichst hohe Gesammt-einnahme voran. Es kommt zu den angeführten Gründen für die Berechtigungdieses Interesses noch der weitere hinzu, daß, wenn auch bei einer solchen Steige-rung der Gesammteinnahme, welche durch entsprechende Mehrleistungen der Trans-portmittel — und nicht durch Erhöhung des Tarifs — stattfindet, die Betriebs-Verwaltung ganz dieselbe bleibt, die Mehrleistung doch durch einen Aufwand bestric-ken wird, der gegenüber dem neuen Zuwachs der Gesammteinnahme unter demVerhältniß bleibt, in welchem die frühern Transportkosten zu der frühern Gesammt-einnahme standen. Die Rente, welche die Eisenbahnen ergeben, darf man nicht inallen Punkten mit der Reineinnahme der Betriebsverwaltung zusammenfallen lassen.Ich meine natürlich nicht den Fall, daß der Staat oder eine Privatgesellschaft Capitalienfür den Bau uud die erste Beschaffung des Betriebsmaterials mit einem festen Zinseaufnimmt, oder soweit dieses durch Anleihen geschieht, welche die Actiencapitalc er-h^en vielmehr eben nur dieses Verhältniß im Auge, daß undn ^ A"iencapitale durch die Reineinnahme eines Eisenbahnbetriebs be-

I°ll. Worin Reineinnahme und Rente ganz zusammenfallen, das ist dieabsolut-summe b-.der. Das bleibt aber für die Frage nach derRentirung einer Un-ternehmung eine durchaus untergeordnete Sache: die Hauptsache liegt in dem Ver-