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Zehnter Band.
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Das Eisenbahnwesen.

sehen verschiedenen Orten überhaupt zum Bedürfniß geworden ist, sind insbesondere „er

die Kosten, welche der Transport nöthig macht, und der Zeitaufwand, welchen er ' Fraerheischt, die Grundbedingungen für die Befriedigung jenes Bedürfnisses überhaupt, Me

sowie dann auch für den Umfang, in welchem dieselbe eintreten kann. Güter, die Eist

man wol von dem einen Orte absenden könnte und an einem andern gern verbrau- „ich

chen würde, werden doch nicht dem Transport übergeben, sobald sich in dem Preise, der

den man an dem letzter» für sie zu'zahlen bereit ist, nicht auch die Transport- der

kosten verwerthen. Und wiederum ist aus andere Güter hinzuweisen, die wol über- 4 , 1 :

Haupt zu einer Versendung gelangen, aber nicht über eine gewisse Entfernung hin- Rei

aus, über die nämlich nicht, von welcher sich jene Verwerthung der Transportkosten Lo>

nicht mehr realisiren läßt. So bringen es immer die Transportkosten bei irgend einer dieß

bestehenden Art der Transportleistungen mit sich, daß fast alle transportirten Güter fast

nur bis zu einer gewissen Entfernung hin versendet werden, und andere, obwol an stch

sich verkehrsfähig, doch dem wirklichen Verkehr nicht anheimfallen. Etwas Ahn- herc

liches findet in Rücksicht des für den Transport nöthigen Zeitaufwands statt. Es gibt We

viele Waaren, die nur in einer gewissen Frische verkehrsfähig bleiben, so nament- <Ze>

lich Lcbensmittel: Fleisch und Fleischwaaren, Eier, Butter, Backwerk, Brot, thei

grünes Gemüse, Obst, Fische, Wasser (in Ländern wie Ostindien) u. s. w. Der- fort

gleichen Dinge können nur des Zeitaufwands wegen bei geringerer Raschheit der nur

Transportleistungen theils überhaupt nicht, theils nur bis auf eine kurze Strecke ang

hin dem Transport übergeben werden. Etwas durchaus Ähnliches findet sich im geg>

Personenverkehr. Auch hier ist ein Verkehrsbedürfniß vorhanden oder kann unter was

den und jenen Verhältnissen rege werden. Es wird aber nur nach Maßgabe des jgß

im Verkehr nöthigen Aufwands an Geld und Zeit wirklich befriedigt. ' Die Einen, Wi!

welche zwar überhaupt Ortsveränderungen in ihrem Interesse bewerkstelligen, sind and

doch durch die Kosten derselben an einer ihnen sonst wünschbaren und gelegenen Gy-

Ausdehnung gehindert, Andern gestattet jener Aufspand überhaupt keine Ortsverän- Sch

derung: sie müssen, jenen Waaren vergleichbar, die keine Transportkosten verwerthen, 11Z

an Ort und Stelle bleiben. Dann ist auch der nöthige Zeitaufwand für die die

Reisen der Menschen — und zwar für die gebildeten und vornehmen Stände, nur

welche in Amt oder für die Wissenschaft ihre Zeit verwerthen, wie für die Armen, bei

welche der Zeit zu Arbeitslohn und Geschäftsverdicnst bedürfen — theils ein Hin- zeiü

derniß schon für kleine Ortsveränderung, theils wenigstens für eine Ausdehnung der- 1 dock

selben, die ihnen sonst sehr anstehen würde. Und nun bedenke man jene Nutzeffecke s gar

der Eisenbahntransportleistunge», die Wohlfeilheit des Transports, welche noch so gen

sehr durch die das Bedürfniß nach Gasthöfen u. s. w. mindernde Raschheit gesteigert gen

wird, die Zeitersparniß, die prompte Sicherheit des Dienstes, welche das Nisico > noä

eventueller Einbußen an Kosten und Zeit aufhebt. Auf diesen Ursachen fußt die i vor!

belebende und verstärkende Wirkung der Eisenbahnen auf den Verkehr der Güter gen

und Personen, verstärkend auch in dem Sinne, daß Güter und Personen, welche nen

schon früher Transportleistungen in Anspruch nahmen, über weitere Strecken als «all

früher hinweggcführt werden. Das eine wie das andere Ergebniß für Güter wie Ein

für Personen muß sich noch fortwährend aus demselben Grunde in einem sich st"- bah

gernden Umfange verwirklichen, weil noch fortwährend der Fortschritt der Technik güt>

eine weitere Vecwohlfeilcrung und Verkürzung des Zeitaufwandes bei den Trans- » komponleistungen möglich macht. den

Wirklich zeigen die Transportausweise des Eisenbahnverkehrs in den einzelnen lieg

Ländern riesige Zahlen: in dem Personenverkehr scheinen die Völkerwanderungen wie- gen

der erstanden zu sein, nur daß sie in unserer Zeit friedlicher Natur sind und in ^ möjweit größer» Massen als früher sich vollziehen. Jene erwähnte „Eisenbahnstatistik" ^ derder deutschen Eisenbahnen für 1852 zieht 46 Eisenbahnverwaltungen in das Be- ! sänreich ihrer Nachweise, kann aber in näherer Frage über sechs Verwaltungen über- viel

Haupt und über Zweigbahnen dreier anderer keine Angaben zusammenstellen. Gleich- em

wol wurden auf den übrigen 1852: 25,696175 Personen und 156,467045 Ce»k- Dr