346
Das Eisenbahnwesen.
sehen verschiedenen Orten überhaupt zum Bedürfniß geworden ist, sind insbesondere „er
die Kosten, welche der Transport nöthig macht, und der Zeitaufwand, welchen er ' Fraerheischt, die Grundbedingungen für die Befriedigung jenes Bedürfnisses überhaupt, Me
sowie dann auch für den Umfang, in welchem dieselbe eintreten kann. Güter, die Eist
man wol von dem einen Orte absenden könnte und an einem andern gern verbrau- „ich
chen würde, werden doch nicht dem Transport übergeben, sobald sich in dem Preise, der
den man an dem letzter» für sie zu'zahlen bereit ist, nicht auch die Transport- der
kosten verwerthen. Und wiederum ist aus andere Güter hinzuweisen, die wol über- 4 , 1 :
Haupt zu einer Versendung gelangen, aber nicht über eine gewisse Entfernung hin- Rei
aus, über die nämlich nicht, von welcher sich jene Verwerthung der Transportkosten Lo>
nicht mehr realisiren läßt. So bringen es immer die Transportkosten bei irgend einer dieß
bestehenden Art der Transportleistungen mit sich, daß fast alle transportirten Güter fast
nur bis zu einer gewissen Entfernung hin versendet werden, und andere, obwol an stch
sich verkehrsfähig, doch dem wirklichen Verkehr nicht anheimfallen. Etwas Ahn- herc
liches findet in Rücksicht des für den Transport nöthigen Zeitaufwands statt. Es gibt We
viele Waaren, die nur in einer gewissen Frische verkehrsfähig bleiben, so nament- <Ze>
lich Lcbensmittel: Fleisch und Fleischwaaren, Eier, Butter, Backwerk, Brot, thei
grünes Gemüse, Obst, Fische, Wasser (in Ländern wie Ostindien) u. s. w. Der- fort
gleichen Dinge können nur des Zeitaufwands wegen bei geringerer Raschheit der nur
Transportleistungen theils überhaupt nicht, theils nur bis auf eine kurze Strecke ang
hin dem Transport übergeben werden. Etwas durchaus Ähnliches findet sich im geg>
Personenverkehr. Auch hier ist ein Verkehrsbedürfniß vorhanden oder kann unter was
den und jenen Verhältnissen rege werden. Es wird aber nur nach Maßgabe des jgß
im Verkehr nöthigen Aufwands an Geld und Zeit wirklich befriedigt. ' Die Einen, Wi!
welche zwar überhaupt Ortsveränderungen in ihrem Interesse bewerkstelligen, sind and
doch durch die Kosten derselben an einer ihnen sonst wünschbaren und gelegenen Gy-
Ausdehnung gehindert, Andern gestattet jener Aufspand überhaupt keine Ortsverän- Sch
derung: sie müssen, jenen Waaren vergleichbar, die keine Transportkosten verwerthen, 11Z
an Ort und Stelle bleiben. Dann ist auch der nöthige Zeitaufwand für die die
Reisen der Menschen — und zwar für die gebildeten und vornehmen Stände, nur
welche in Amt oder für die Wissenschaft ihre Zeit verwerthen, wie für die Armen, bei
welche der Zeit zu Arbeitslohn und Geschäftsverdicnst bedürfen — theils ein Hin- zeiü
derniß schon für kleine Ortsveränderung, theils wenigstens für eine Ausdehnung der- 1 dock
selben, die ihnen sonst sehr anstehen würde. Und nun bedenke man jene Nutzeffecke s gar
der Eisenbahntransportleistunge», die Wohlfeilheit des Transports, welche noch so gen
sehr durch die das Bedürfniß nach Gasthöfen u. s. w. mindernde Raschheit gesteigert gen
wird, die Zeitersparniß, die prompte Sicherheit des Dienstes, welche das Nisico > noä
eventueller Einbußen an Kosten und Zeit aufhebt. Auf diesen Ursachen fußt die i vor!
belebende und verstärkende Wirkung der Eisenbahnen auf den Verkehr der Güter gen
und Personen, verstärkend auch in dem Sinne, daß Güter und Personen, welche nen
schon früher Transportleistungen in Anspruch nahmen, über weitere Strecken als «all
früher hinweggcführt werden. Das eine wie das andere Ergebniß für Güter wie Ein
für Personen muß sich noch fortwährend aus demselben Grunde in einem sich st"- bah
gernden Umfange verwirklichen, weil noch fortwährend der Fortschritt der Technik güt>
eine weitere Vecwohlfeilcrung und Verkürzung des Zeitaufwandes bei den Trans- » komponleistungen möglich macht. den
Wirklich zeigen die Transportausweise des Eisenbahnverkehrs in den einzelnen lieg
Ländern riesige Zahlen: in dem Personenverkehr scheinen die Völkerwanderungen wie- gen
der erstanden zu sein, nur daß sie in unserer Zeit friedlicher Natur sind und in ^ möjweit größer» Massen als früher sich vollziehen. Jene erwähnte „Eisenbahnstatistik" ^ derder deutschen Eisenbahnen für 1852 zieht 46 Eisenbahnverwaltungen in das Be- ! sänreich ihrer Nachweise, kann aber in näherer Frage über sechs Verwaltungen über- viel
Haupt und über Zweigbahnen dreier anderer keine Angaben zusammenstellen. Gleich- em
wol wurden auf den übrigen 1852: 25,696175 Personen und 156,467045 Ce»k- Dr