Band 
Zehnter Band.
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Das Eisenbahnwesen.

änderung zugeführt. Immer sieht und hört er etwas Neues, was ihn fördert, underfrischt am Körper, reicher an Vorstellungen und Kenntnissen kehrt er in die Werk-stätte zurück, in der er sonst die Nebel des Rausches und alle jene Nachwehen einerliederlich verbrachten Zeit hinwegzuarbeiten hatte, ehe er nur wieder Derselbe seinkonnte, der er vor dem Genuß seiner „Erholungen" war.

Schluß.

Nur mit einigen Worte» möchten wir noch einmal den Leser auf einige Haupt-punkte aufmerksam machen, welche ihm, wir hoffen es, schon von selbst aus unsererDarstellung hervorgetreten sein werden. Was sich am leichtesten festhalten und ab-schätzen läßt, das sind die ökonomischen Nutzeffecte der Eisenbahnen. Und gewiß istes zur Beurtheilung dieses neuen Phänomens unter den Transportmitteln entschei-dend, daß man sich dieselben nicht blos mit einigen Stichworten, sondern auch sovergegenwärtige, daß man in das merkwürdige und folgenreiche Detail hinabsteigt, umvon allen Seiten her das wahrhaft Neue in der Leistung für den Verkehr ins Augezu fasten. Wir haben das unter beständigem Festhalten des grundlegenden Ausgangs-punkts gethan, welcher den Gcsamm'tcharakter des neuen Transportmittels zusammen-faßt, des Satzes nämlich: daß mit den Eisenbahnen an die Stelle menschlicher undthierischer Bewegungskräfte die Arbeitsleistung der Maschine auch für das Transport-wesen eingeführt worden sei. Schon das setzt sie in genaue Analogie mit den Er-scheinungen auf dem großen Gebiete der industriellen Arbeit, läßt sie als ein echtesKind unserer Zeit erkennen. Dieser Zusammenhang mit der modernen Welt imGroßen und Ganzen erscheint nun immer enger, je genauer man den Einzelnheitennachforscht; selbst die Unterschiede des Volkscharaktcrs und des staatlichen Lebens dereinzelnen Nationen erhalten ihren Widerschein in der verschiedenen Art, wie hierund dort die Eisenbahnen zustande kommen, in Betrieb gesetzt und erhalten wer-den. Und wie sie ein großartiges Beispiel von dem engen Zusammenhange der öko-nomischen Bestrebungen und Resultate mit der Gesammtmanifestation des Volkslebensdarbieten, so sind sie auch ein erhebendes Denkmal von dem reichen Segen, welchervon den großen Schöpfungen und Errungenschaften der wirthschastlichen Energie un-serer Zeitgenossen über alle Gebiete ausströmt, auf welchen wir im Interesse derSittlichkeit, der Humanität und des intellectucllen Fortschritts thätig sind. Sie ent-wickeln oder erhöhen nicht nur die nutzbringende Kraft der natürlichen Schätze desBodens, sondern erleichtern auch die allgemeine Verbreitung rationeller Bewirthschaf-tung, und vermindern die für den Producenten wie für den Konsumenten ebenso ver-derbliche als entmuthigende Stärke der Preisschwankungen und Preisdifferenzen. DerGewerbsstand sieht die entscheidende Kraft der Arbeit — der von früher» Generatio-nen in dem Capital überlieferten und der in den Händen der lebenden Geschlechterruhenden Arbeit — verstärkt; und wie sich gleichzeitig für Alle die Möglichkeit von Än-dern zu lernen erhöht, werden in dem gesteigerten Wcttkampfe die Siegespreise denTugenden der Sparsamkeit und des Fleißes, der Geschicklichkeit und Rührigkeit zu-gesichert. Das erfährt auch der Handelsstand. Während für ihn die Räume, die erumspannte, wachsen und das Haas sich dehnen muß, um die vermehrten Massen zubergen, werden die Fundamente der Handelsoperationen gefestigt, die Berechnungensicherer. Indem die Tragweite des Zufalls und die Macht des Glücksspiels einge-schränkt wird, fallen die kleinern Gewinnste um so sicherer Demjenigen zu, der siesich selbst mit seiner Arbeitskraft verdient hat. Nicht nur im Jnlande, vornehmlichauch zwischen dem Auslande ist neben dem Austausche der Waarengüter der Ruck-tausch der Zdcen und aller Früchte der geistigen Produktion erleichtert, sodaß sichalle Völker in dem intellectucllen Fortschritte weit mehr gegenseitig stützen und för-der». Der Krieg, dieser Gräucl civilisirter Völker, wird nicht blos durch die ver-stärkte Wucht der Verbindung der materiellen Interessen über alle Länder in größereFerne gerückt: der Friede erscheint auch in dem Maße mehr verbürgt, als an dieDie Wegenwart. X. 24